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Eilenburg Prüfung bestanden: Birgit Rabe aus Eilenburg ist jetzt Kräuterpädagogin
Region Eilenburg Prüfung bestanden: Birgit Rabe aus Eilenburg ist jetzt Kräuterpädagogin
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11:55 17.10.2017
Naturparkführerin Birgit Rabe aus Wedelwitz bei Eilenburg ist jetzt geprüfte Kräuterpädagogin.
Naturparkführerin Birgit Rabe aus Wedelwitz bei Eilenburg ist jetzt geprüfte Kräuterpädagogin. Quelle: Nico Fliegner
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Eilenburg/Bad Düben

Auf dem Rastplatz am Presseler Teich hat Birgit Rabe ihren Gabentisch aufgebaut. Eine Flasche „Räbscher Bärenfang“ ist darunter, ihre neueste Kreation. Honig und Alkohol – mehr gehört in den Schnaps nicht rein. Im Winter soll er schön durchwärmen.

Solche und andere Köstlichkeiten, die die Eilenburgerin vor allem aus Unkräutern gewinnt, werden künftig bei der Naturparkführerin eine größere Rolle spielen. Die 53-Jährige hat sich als Kräuterpädagogin ausbilden lassen und nunmehr die Prüfung an der Gundermann-Akademie bestanden. Zusammen mit Martina Barth aus Ogkeln, die ebenfalls den Lehrgang absolvierte, ist Rabe nun die erste Kräuterpädagogin im Naturpark Dübener Heide.

Ausbildung dauerte ein Jahr

Die Ausbildung dauerte über ein Jahr. Zehn verschiedene Module mussten die Frauen durchlaufen. Gelernt haben sie botanische Grundlagen. Aber auch Photosynthese, die Atmung der Pflanzen, ihr Wasserhaushalt, die Pflanzeninhaltsstoffe, Giftpflanzen und Pflanzengifte wurden behandelt.

„Die Weiterbildung hat enorm viel Zeit gebunden. Neben den Schulstunden waren Hausaufgaben zu machen, musste gelernt werden. Bevor wir die Prüfung ablegen konnten, war das Erstellen eines umfangreichen Herbariums Pflicht“, erzählt Birgit Rabe. Dazu mussten 30 Wildpflanzen mit einer vorab festgelegten Anzahl Buchstaben zum Leben erweckt werden. „Es hat sich gelohnt.“

Wanderungen und Spaziergänge geplant

Auch für Kräuterfrau Martina Barth, die seit vielen Jahren in Ogkeln bei Bad Schmiedeberg einen Kräutergarten betreibt, war die Ausbildung aufschlussreich: „Mein botanisches Verständnis ist in dieser Zeit enorm gewachsen. Ich schätze unsere einheimischen Wildkräuter jetzt noch mehr. Meine Arbeit ist ein lebenslanges Lernen. Zurücklehnen und glauben, ich weiß alles, ist nicht.“

Martina Barth und Birgit Rabe wollen jetzt Wanderungen und Spaziergänge für Gäste vom Kindergartenkind bis ins hohe Alter durch Park, Wald, Feld und Flur anbieten. Bei diesen „Un-Kraut-Wanderungen“ geht es vor allem darum, die Unkräuter rechts und links vom Wegesrand kennenzulernen und zu erfahren, ob sie essbar sind. Außerdem vermitteln die Kräuterpädagoginnen das Wissen, wie man Unkräuter zubereitet. Denn die „enthalten eine Menge Gesundheit, schmecken und bereichern ohne Geldaufwand den heimischen Speiseplan“, weiß Birgit Rabe und ergänzt: „Durch sie bekommt der Spruch: ’Liebe geht durch den Magen’ eine ganz neue Bedeutung.“

Birgit Rabes erste Kräutertour wird übrigens am 18. November sein. Dann will sie mit Besuchern während einer Wanderung einen Kräuterlikör herstellen.

Von Nico Fliegner