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Eilenburg Rechtsruck in Eilenburg: AfD holt aus dem Stand 21,5 Prozent
Region Eilenburg Rechtsruck in Eilenburg: AfD holt aus dem Stand 21,5 Prozent
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13:25 27.05.2019
Die AfD zieht erstmals in den Eilenburger Stadtrat ein (Symbolfoto). Quelle: dpa
Eilenburg

Große Überraschung und ein Rechtsruck bei der Kommunalwahl in Eilenburg: Die AfD holte nach dem vorläufigen Endergebnis aus dem Stand 21,5 Prozent der Stimmen und verwies damit CDU (20,3 Prozent), Linke (13,0 Prozent) und SPD (13,9 Prozent) deutlich in die Schranken. Am meisten musste die CDU Federn lassen. Die Christdemokraten büßten 15 Prozentpunkte im Vergleich zur Wahl 2014 ein. Dennoch werden nur drei AfD-Kandidaten erstmals in den Stadtrat einziehen. Das hängt damit zusammen, dass die AfD nur drei Kandidaten ins Rennen schickte. Zwei AfD-Sitze bleiben unbesetzt, so dass der Stadtrat statt 22 nur noch 20 Vertreter hat. Die CDU bekommt fünf Sitze.

Gewinner und Verlierer

Auch die Linke gehört zu den Verlierern. Sie war bisher zweitstärkste Kraft im Stadtrat, verlor 7,8 Prozentpunkte, rangiert jetzt nur noch hinter der SPD, die vier Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwahl verloren hat. Verlierer ist zudem die NPD mit 2,1 Prozent (2014: 6,1 Prozent). Die Partei ist nicht mehr im Stadtrat vertreten. Deutlich zulegen konnte indes die Freie Unabhängige Wählervereinigung (FUW), die 15,3 Prozent der Stimmen holte (2014: 9,4 Prozent). Gewinner sind auch die Freigeister. Sie erhielten 8,9 Prozent, 2014 waren es 4,6 Prozent. Bündnis 90/Die Grünen (5,1 Prozent) legten leicht zu.

Das sagt die CDU

Für die CDU ist das Wahlergebnis nur schwer zu verdauen: „Wir sind natürlich traurig und enttäuscht“, sagte Uwe Hofmann, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. Erklären könne er sich das Ergebnis nur mit dem allgemeinen Trend in Sachsen, wonach viele Wähler von der CDU zur AfD gewandert sind. „Thematische Gründe sehe ich wenige“, so Hofmann. Die AfD habe auf das Thema Migration, aber ansonsten „wenig andere politische Akzente in Eilenburg“ gesetzt. Der Wahlausgang sei aber nicht gänzlich überraschend gekommen. Im Wahlkampf hätten viele Wähler geäußert, das Kreuz bei der AfD zu machen. Einziger Trost sei, dass die CDU fünf Sitze im Stadtrat haben wird. Der Stadtverband wolle das Ergebnis noch intern auswerten. „Wir sind derzeit alle recht betreten.“

Das sagt die AfD

Bei der AfD ist indes die Freude groß. „Wir freuen uns natürlich noch mehr, wenn uns auch die Arbeit im Stadtrat gut gelingt“, erklärte Maiko Lemm, einer der drei neuen AfD-Stadträte. Gleichzeitig bedauert er, dass die AfD nur drei Kandidaten im Vorfeld aufstellen konnte. „Das liegt am allgemeinen AfD-Bashing. Die Leute sind uns durchaus gewogen, aber sie haben Scheu, sich auch öffentlich zu uns zu bekennen“, so Lemm. Wäre das anders, hätte die Partei auch mehr Kandidaten gefunden.

OBM Scheler: Der Wähler hat entschieden

Eilenburgs Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) sagte zum Wahlausgang, dass „die Kommentierung und Wertung der Ergebnisse“ die jeweiligen Parteien nunmehr betreiben müssten. „Der Wähler hat entschieden, mit dieser Parlamentszusammensetzung werden nun die künftigen Entwicklungen bestimmt“, so das Stadtoberhaupt.

Die Wahlbeteiligung lag in Eilenburg bei 52,9 Prozent. 6784 von 12 818 Wahlberechtigten machten ihre Kreuze.

Das sind die neuen Stadträte:

AfD: Maiko Lemm, Ferdinand Wiedeburg, Matthias Erler;

CDU: Steffi Schober, Hans Poltersdorf, Paul-Thilo Geißler, Frank Badura-Faber, Uwe Hofmann;

SPD: Dennis Heuer, Mathias Teuber, Torsten Pötzsch;

Die Linke: Jürgen Prochnow, Christiane Prochnow, Jürgen Clauß;

FUW: Ellen Häußler, Birgit Rabe; Roswitha Feustel;

Freigeister: Max-Erik Seehaus, Kathrin Rentsch;

Bündnis 90/Die Grünen: Enrico Kunze

Von Nico Fliegner

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