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Eilenburg Sattes Eicheljahr in Nordsachsens Wäldern
Region Eilenburg Sattes Eicheljahr in Nordsachsens Wäldern
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10:52 07.02.2019
Alexander Hentzschel (45), Revierförster von Schöneiche in der Eilenburger Region, zeigt Eicheln, die zum Teil schon keimen. Quelle: Nico Fliegner
Doberschütz

Als Förster Alexander Hentzschel an der Waldbiegung rechts abfährt, sind es nur noch wenige Hundert Meter und vor ihm bäumt sich auf rund zwei Hektar Fläche ein 100 Jahre alter Eichenbestand auf. Hentzschel steigt aus seinem Geländewagen und schreitet geradewegs auf den Bestand zu. „So wie sie hier noch liegen, lagen sie vorigen Herbst massenweise herum“, sagt der Förster und zeigt auf Eicheln am Boden.

Eicheljahr ist Segen für die Förster

2018 war ein sattes Eicheljahr – nicht nur in Nordsachsens Wälder, sondern überall in Deutschland. „Für uns Förster ist das ein Segen, weil wir dann das Saatgut sammeln können, was dann an die Baumschulen geht, die wiederum Pflanzen daraus ziehen.“ Eine sogenannte Vollmast, also wenn die Eichen besonders viele Früchte produzieren wie 2018, gebe es alle vier bis acht Jahre und sei normal. Dann gebe es noch die Halbmast oder gar keine Mast. Werden die Abstände zwischen einer Vollmast aber kürzer, sehen das die Förster nicht gern. „Wir beobachten durchaus, dass die Zeiträume enger werden, auch bei den Buchen“, so Hentzschel. Anzeichen des Klimawandels? Von der Hand weisen möchte das der Förster nicht. „Wenn ein Baum übermäßig viele Früchte bildet, bedeutet das, dass es mit ihm zu Ende geht. Man spricht dann auch von einer Notfruktuation. Der Baum hat den Drang, sich zu verjüngen und pumpt noch mal alle Kraft in die Früchteproduktion.“ Doch das Eicheljahr 2018 sei ein natürliches Phänomen, obwohl es extrem heiß gewesen war.

Saatgut wird gesammelt

Das Jahr 2018 war ein sattes Eicheljahr. Vielen Tieren in unseren Wäldern kommt das zugute. Hier eine Auswahl.

Auch in den Revieren im Forstbezirk Taura, das die Dübener und Dahlener Heide sowie den Wermsdorfer Wald umfasst, ist das Eicheljahr genutzt und Saatgut gesammelt worden. Das geht aber nicht in jedem Bestand, sondern nur in speziellen, die vorher begutachtet und zugelassen wurden. In Nordsachsen gibt es Bestände von Rot-, Stiel- und Traubeneichen sowie von Lärchen und vieler anderer Baumarten. Die Bestände sind entsprechend gekennzeichnet. Das Sammeln wird dann vor Ort streng dokumentiert, bevor die Eicheln oder andere Samen und Früchte kühl eingelagert werden, zum Beispiel in Mieten oder einer Darre. Auch private Waldbesitzer können Saatgutbestände anmelden. „Damit kann ein Waldbesitzer auch gutes Geld verdienen“, weiß der Förster. Bei Colditz gebe es beispielsweise einen solchen privaten Bestand. „Saatgut ist wertvoll und wird nach Kilopreis verkauft. Ist viel Saatgut da, bekommt man weniger. Ist weniger Saatgut da, ist der Preis höher.“ Der Herkunftsnachweis spiele dabei eine große Rolle und dass „kein Schindluder getrieben wird“, so Hentzschel weiter, der sich das satte Eicheljahr ebenfalls zu Nutze machen will.

Eichenbestand verjüngen

Der 45-Jährige ist Leiter des Forstreviers Schöneiche, das sich größtenteils zwischen Eilenburg und Torgau erstreckt. Die zwei Hektar Fläche mit den Eichen will er verjüngen – auf natürliche Weise. Dabei soll ihm die „extreme Vollmast“im Herbst helfen. Denn der überschaubare Bestand im Presseler Heidewald- und Moorgebiet nahe der Ortschaft Wöllnau litt unter zwei großen Stürmen in den vergangenen Jahren. Etliche der Bäume knickten um, viele samt Wurzel. Der Großteil ist beräumt. Jetzt geht es um die Aufforstung.

Fettlebe für die Wildschweine

Hentzschel, der auf 25 Dienstjahre als Förster blicken kann, öffnet das Gatter, läuft ein paar Schritte und wühlt mit seinen Händen am Boden. „Einige Eicheln keimen schon, das ist gut“, sagt er mit prüfendem Blick. Den Eichenbestand haben die Waldarbeiter im vorigen Jahr eingezäunt, damit Wildschweine seinen „Versuch“ nicht gefährden. Denn die fressen im Winter am liebsten Eicheln. „Für die Wildschweine ist so ein Eicheljahr Fettlebe“, erzählt er. Ein Winter mit nicht so vielen Wetterschwankungen und reichlich Futter würden dann zu einer erhöhten Reproduktionsrate führen. Gern gesehen sind dagegen Eichhörnchen und Eichelhäher, die die Früchte weitertragen und auch mal verstecken, dann aber nicht mehr finden. Sie helfen sozusagen bei der Aufforstung.

Mit Blick auf den Eichenbestand in Hentzschels Wald könnten schon in diesem Jahr Hunderte neue Bäume fünf Zentimeter aus dem Boden ragen. „Dazu brauchen wir ein feuchtes Frühjahr“, weiß der Experte und gibt zu bedenken, dass das Keimen wie Lottospielen sei – nicht jede Frucht ist dazu in der Lage. Käfer wie der Eichelbohrer oder Mäuse mögen außerdem die Eicheln. Und gegen die hilft auch kein Zaun.

Von Nico Fliegner

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