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Eilenburg Schüsse auf Syrer in Torgau – Prozessauftakt am Landgericht
Region Eilenburg Schüsse auf Syrer in Torgau – Prozessauftakt am Landgericht
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10:21 30.03.2018
Am Landgericht in Leipzig wird der Torgauer Fall jetzt verhandelt (Symbolfoto). Quelle: dpa
Torgau/Leipzig

Obwohl der Saal 115 am Leipziger Landgericht Platz für eine Menge Interessenten bietet, sitzen außer Medienvertretern keine anderen Interessenten in den Zuhörerreihen. Dabei handelt es sich um ein Kapitalverbrechen, was vor dem Schöffengericht verhandelt wird. Die Anklage lautet auf versuchten Mord. Den Vorsitz hat Richter Johann Jagenlauf.

Zum Beginn der Hauptverhandlung am Donnerstag steht nur die Anklageverlesung an. Dafür wird der 44-jährige Angeklagte, der auf dem Bau beschäftigt war, in Handschellen aus der Untersuchdungshaft hereingeführt. Aus seinem Auftreten können keine Schlüsse gezogen werden. Er zeigt weder Reue, noch motzt er herum. An seiner Seite Verteidiger Daniel Luderer.

Was war passiert?

Für die Verlesung der Anklage braucht die Vertreterin der Staatsanwaltschaft Fink 15 Minuten. Demnach ist folgendes passiert: Am 7. Juli 2017 kam es gegen 2.30 Uhr auf dem Torgauer Markt zwischen vier deutschen Bürgern und drei ausländischen zu einer verbalen Auseinandersetzung mit Tätlichkeiten, denn es wurde „herumgeschubst“, wie es in der Anklage heißt.

An diesem Teil des Streites sei der Angeklagte nicht dabei gewesen. Er soll das lautstarke Geschehen von seinem Fenster aus beobachtet haben, weil er durch den Lärm aufmerksam wurde. Darauf hin habe er sich dazu entschlossen, sich eine geladene Schusswaffe zu schnappen. Damit ging er zu der Gruppe und schoss zweimal auf einen Syrer, der dadurch lebensbedrohlich verletzt wurde. Und anstatt Hilfe zu holen, machte sich der 44-Jährige aus dem Staub.

So geht es jetzt weiter

Es ist zu vermuten, dass er im Weglaufen geübt ist, denn er ist wegen diverser Gewaltdelikte bereits vorbestraft. Selbst bei der 15-minütigen Verlesung der Anklage ist keine Gemütsregung bei dem Beschuldigten zu sehen. Insofern war es ein ruhiger Prozessbeginn ohne unvorhergesehene Zwischenfälle, zeigt sich Richter Jagenlauf zufrieden. Die Sicherheitsvorkehrungen, die am Landgericht Leipzig sowieso streng sind, mussten wegen dieses Angeklagten nicht verstärkt werden.

Für die Beweisaufnahme sind acht weitere Termine anberaumt. Das Urteil soll Anfang Juni verkündet werden.

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Von Gabi Liebegall

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