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Eilenburg Shisha-Bar in Eilenburg sorgt für Unmut
Region Eilenburg Shisha-Bar in Eilenburg sorgt für Unmut
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10:06 06.09.2019
Monika Neumann-Wächtler (76) betreibt in Eilenburg das Lokal „Monis Kleine Oase“, daneben eröffnete eine Shisha-Bar. Der Wasserpfeifen-Dampf, der aus einem Rohr an die Umwelt entweicht, stört sie. Quelle: Nico Fliegner
Eilenburg

Die Shisha-Bar in der Torgauer Straße in Eilenburg erhitzt weiter die Gemüter. Anwohnerin Monika-Neumann Wächtler fühlt sich nach wie vor von den Dämpfen der Bar belästigt. „Ich wünschte, das Gewerbeamt würde da wohnen, wo ich wohne“, äußerte sie ihren Unmut in der Einwohnerfragestunde des jüngsten Stadtrates. „Ich halte das nicht mehr aus und werde mein Haus wohl verkaufen müssen.“ Dem Eilenburger Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos) warf sie vor, sich nicht mehr darum zu kümmern.

Seit langem Ärger um Bar

Seit langem schon macht Neumann-Wächtler auf das Problem mit der Shisha-Bar aufmerksam, wonach der Qualm über einen Schlot an der Hinterseite des Gebäudes in ihre Wohnung zieht – und wohl auch in die benachbarter Bewohner. „Ich rieche das nebenan. Das riecht so süßlich“, sagte sie bereitzs im Juni und forderte ein Eingreifen der Stadtverwaltung.

Für die Shisha-Lounge direkt neben ihrer Gaststätte „Monis kleine Oase“ hatte die Stadtverwaltung später dann die Baugenehmigung erteilt. Allerdings mit Auflagen. So gab es Hinweise vom zuständigen Schornsteinfeger bezüglich der Entrauchung, und entsprechende Vorkehrungen wurden nach Angaben der Stadtverwaltung getroffen. Daher hatte die Shisha-Lounge in der Torgauer Straße die Genehmigung erhalten. 

In der Shisha wird meist Tabak mit Fruchtaroma oder ähnlichen Geschmacksrichtungen geraucht. Quelle: Pixabay

Stadt will Situation prüfen

OBM Scheler sagte, dass er mit Monika Neumann-Wächtler nach einem Gespräch im Vorfeld der Stadtratssitzung so verblieben sei, dass die Stadtverwaltung dem Problem noch einmal nachgehen werde. „Wenn sie sich belästigt fühlen, werden wir das noch einmal rechtlich prüfen“, so das Stadtoberhaupt. Der Betreiber der Shisha-Lounge war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die Shisha-Lounge in der Torgauer Straße ist nicht die einzige in der Kleinstadt Eilenburg. Solche Bars sind vor allem bei jungen Leuten beliebt. In der Shisha wird meist Tabak mit Fruchtaroma oder ähnlichen Geschmacksrichtungen geraucht, das inzwischen nachweislich gesundheitliche Risiken mit sich bringt.

Shisha-Rauchen ist genau so gefährlich wie Zigaretten-Rauchen

Wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, ist der Absatz von Pfeifentabak in Deutschland seit 2010 kontinuierlich gestiegen. Vor allem bei jungen Erwachsenen ist das „Hookah-Smoking“, wie es im Englischen heißt, angesagt: sei es allein, im privaten Rahmen mit Freunden oder öffentlich in Shisha-Bars. „Wir haben repräsentative Befragungen dazu durchgeführt und festgestellt: Bei Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 ist der Konsum zurückgegangen, dafür aber bei den 18- bis 25-Jährigen signifikant angestiegen“, erklärt Michaela Goecke, Referatsleiterin Suchtprävention bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). „Der Hype ist also längst nicht vorbei!“

Allerdings würden die Gefahren oft unterschätzt. „Shisha-Rauchen ist genauso gefährlich wie Zigaretten-Rauchen“, betont Goecke. Denn ob Wasserpfeife oder Zigarette: Tabakrauch enthält grundsätzlich einen Cocktail gesundheitsschädlicher Stoffe, darunter etwa Nikotin und Teer. „Bei der Shisha kommt hinzu, dass der Tabak nicht verbrennt, sondern verschwelt. Dadurch werden einige gefährliche Substanzen in höheren Dosen freigesetzt, zum Beispiel Benzol und Acetaldehyd“, erklärt sie. Benzol ist erwiesenermaßen krebserregend, ebenso wie das unter anderem für Aromastoffe verwendete Molekül Acetaldehyd. Durch die Feuchthaltemittel und Aromen, die Wasserpfeifentabak meist enthält, können weitere Giftstoffe entstehen. Angela Stoll

Von Nico Fliegner

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