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Eilenburg So blutspendefreudig sind die Nordsachsen
Region Eilenburg So blutspendefreudig sind die Nordsachsen
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00:34 18.03.2018
Blutspenden ist für viele Menschen selbstverständlich. Auch in Nordsachsen wird eifrig gespendet. Quelle: Sven Bartsch
Nordsachsen

Es kann jederzeit passieren: Ein Zusammenstoß auf der Straße, Verletzte, Notarzt, mit Blaulicht geht’s ins nächste Krankenhaus. Wer dann schnellstmöglich versorgt werden muss, ist oftmals auf Spenderblut angewiesen. Das ist kostbar – und auch die Nordsachsen nehmen eifrig Termine zum lebensrettenden Aderlass wahr, wie die Bilanz der drei im Landkreis aktiven Dienste für 2017 zeigt.

Eilenburg und Delitzsch sind konstant

Das Institut für Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums Leipzig (Blutbank) ist mit dem Engagement der Blutspender aus dem Raum Nordsachsen „nach wie vor sehr zufrieden und dankbar für diese stete Unterstützung“. Das sagt Oberärztin Elvira Edel, kommissarische Leiterin an der Einrichtung. An sechs Abnahmestellen konnten im vergangenen Jahr exakt 1913 Blutkonserven gewonnen werden. Das sind 163 weniger als 2016. Große Spendestandorte waren die DRK-Kreisgeschäftsstelle Delitzsch, das DRK-Pflegeheim Eilenburg, der Tischtennisverein Mockrehna und die Awo-Sozialstation Bad Düben, wo sich zwischen 40 und 70 Spender pro Termin einfanden.

Dass die Gesamtzahl dennoch rückläufig ist, liegt besonders an der geringeren Spendebeteiligung in Bad Düben und Mockrehna. Die könnte laut Edel dem in Deutschland generell zu beobachtenden Blutspenderrückgang geschuldet sein. Unter Umständen sei auch eine Veränderung im Einladungssystem für die Spender der Leipziger Blutbank als Ursache in Betracht zu ziehen. „Das basiert nicht mehr auf dem Kalenderjahr, sondern immer auf einem Zeitraum von zwölf Monaten vom aktuellen Spendetag zurückgerechnet, dem sogenannten Gleitjahr“, erläutert die Transfusionsmedizinerin. Dadurch erhielten Spender nicht mehr automatisch zu jeder anstehenden Blutspendeaktion eine Einladung, sondern müssten gegebenenfalls auf den nächsten Termin in ihrem Spendeort warten.

Auswirkungen des demografischen Wandels

Der Haema Blutspendedienst hat im vergangenen Jahr in Bad Düben, Delitzsch, Eilenburg, Mügeln, Oschatz und Torgau insgesamt 166 Termine angeboten, bei denen knapp 5500 Blutspenden entnommen wurden. Im Vergleich zu 2016 bedeutet das einen Rückgang um rund 900 Spenden. „Nordsachsen ist keine Ausnahme“, betont Marion Junghans, stellvertretende Zentralbereichsleiterin Unternehmenskommunikation. Vor allem aufgrund des demografischen Wandels – viele Stammspender scheiden altersbedingt aus, zugleich sind weniger junge Menschen da, die mit der Blutspende beginnen könnten – sinke deutschlandweit und bei allen Blutspendediensten die Zahl der Spender und Spenden, während der Bedarf an wertvollem Lebenssaft künftig weiter ansteige.

Auch der DRK-Blutspendedienst ist regelmäßig in Nordsachsen unterwegs. Im vergangenen Jahr wurden auf über 50 Terminen rund 4000 Spenden entgegengenommen – unter anderem in Delitzsch, Rackwitz, Glesien, Torgau, Taucha und Schkeuditz. Die Spendebereitschaft sei damit konstant geblieben, teilt Kerstin Schweiger mit, die Sprecherin des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost.

Grippewelle verschärft Situation

Die Grippewelle sorgt indes bundesweit für einen Rückgang an Blutspenden. An den Standorten des privaten Spendendienstes Haema seien in den vergangenen Wochen im Schnitt 17 Prozent weniger Spender erschienen, sagte Sprecherin Marion Junghans am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. So habe sich ein größeres Defizit summiert. „Die Vorräte in den Depots werden knapp. Die Lage ist sehr angespannt“, so Junghans. Auch die Blutspendedienste des Deutsches Roten Kreuzes versuchen derzeit verstärkt, ihre Spender zu mobilisieren. „Versorgungssicherheit besteht in allen Bundesländern, allerdings ist die Lage leicht angespannt“, sagte die Sprecherin der DRK-Blutspendedienste, Kerstin Schweiger.

Von Matthias Klöppel und Anja Sokolow

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