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Eilenburg Stadt Eilenburg will kein Kaufland in Ost
Region Eilenburg Stadt Eilenburg will kein Kaufland in Ost
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09:51 30.07.2019
Seit fünf Jahren fand sich für den ehemaligen Marktkauf in Ost kein neuer Mieter. Die Stadt Eilenburg hat deshalb in der Ziegelstraße einen neuen Standort entwickelt, wofür Edeka den Zuschlag bekommen hat. Jetzt, wo Edeka kurz vor der Baugenehmigung steht, signalisiert Kaufland, den ehemaligen Marktkauf revitalisieren zu wollen. Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Kaufland macht Druck – die Stadt wiegelt ab. So lässt sich die Situation in Sachen SB-Warenhaus an der Schondorfer Mark zusammenfassen. Denn problematisch ist diese Kaufland-Willensbekundung. Vor allem deshalb, weil die Landesdirektion keinen Hehl daraus macht, dass zwei neue Verbrauchermärkte – in der Ziegelstraße und an der Schondorfer Mark – eine Funktionsstörung der Nahversorgung für die Stadt Eilenburg zur Folge hätte.

Kaufland präzisiert Ankündigung

Wie berichtet, hatte Kaufland für die seit 2014 leer stehende Immobilie überraschend am 10. Juli angekündigt, diese ab dem ersten Halbjahr 2020 mit Leben erfüllen zu wollen. Wenige Tage später wurde dieser Termin mit einer weiteren Pressemitteilung nun sogar auf Frühjahr 2020 präzisiert.

Der Standort, für den zuletzt Rewe für den 13. März 2020 eine verbindlichen Eröffnung über eine Stadträtin verkünden und inzwischen wohl fallen ließ, sorgt damit weiter für Wirbel. Denn ganz so einfach ist es eben nicht.

Einige Fragen bleiben offen

Andrea Kübler von der Unternehmenskommunikation der Kaufland Stiftung & Co. KG hat einige, wenn auch nicht alle konkreten Nachfragen der LVZ auf die jüngste Pressemitteilung beantwortet. So sagt sie, „ dass der langfristige Mietvertrag für diesen Standort rechtskräftig von beiden Parteien unterzeichnet“ ist, machte aber keine konkrete Daten über Beginn und Ende und auch nicht zu den geplanten Investitionen. Weiter heißt es, dass Kaufland die Rahmenbedingungen für diesen Standort in bauplanungs- und baurechtlicher Hinsicht, aber auch bezüglich des Kaufkraftpotenzials sowie der Wettbewerbssituation sorgfältig geprüft habe. „Basierend auf diesen Ergebnissen haben wir unsere Entscheidung getroffen.“

Kaufland-Manager kennt Gegebenheiten bestens

Die Fragen, warum sich Kaufland gerade jetzt für die Ansiedlung entschieden hat und die nach einer eventuellen Ausstiegsklausel bei einer Edeka-Eröffnung in der Ziegelstraße blieben unbeantwortet. Ein Gespräch mit der Stadt werde nun „zeitnah angestrebt“. Kommt es dazu, könnten sich bei diesem im Rathaus Altbekannte gegenüber sitzen. Denn der Manager, der damals die Ansiedlung von Edeka in der Ziegelstraße mit der Stadt klar machte, soll inzwischen für diese Aufgaben zu Kaufland gewechselt haben.

Stadtrat steht hinter Standort Ziegelstraße

Schon bei den damaligen Edeka-Verhandlungen dürfte auch der Standort Schondorfer Mark eine Rolle gespielt haben. Bekannt sein dürfte damit bei Kaufland, dass die Stadt, auch im Ergebnis des jahrelangen Leerstandes, den großflächigen Handel vom Stadtrand weg haben will. Oberbürgermeister Ralf Scheler (parteilos): „Der Stadtrat hat mit mehren Beschlüssen unmissverständlich seinen Willen bekundet, keine Wiederbelebung des Standortes zu unterstützen.“ Deshalb sei der Flächennutzungsplan bereits rechtskräftig geändert und seien entsprechende Aufstellungsbeschlüsse zur Aufhebung des damaligen sogenannten Vorhabens- und Erschließungsplanes sowie zur Umwidmung als Gewerbegebiet gefasst worden. Er schlussfolgert, dass damit die Genehmigungsfähigkeit eventueller Umbauwünsche nicht über das „Stadium des Wunsches“ hinausgehen können.

Edeka zahlt komplette Steuern vor Ort

Die Stadt hat aber nicht nur an der Schondorfer Mark gewirkt, sondern in den vergangenen vier Jahren parallel dazu den Standort Ziegelstraße entwickelt, der zum Schutz des innerstädtischen Handels ausdrücklich nur minimale sogenannte innenstadtrelevante Angebote vorhalten wird.

Für den Markt in der Ziegelstraße spricht aus Sicht der Stadt aber auch, dass hier zugleich eine Brache beseitigt, ein Scharnier zwischen zwei Stadtteilen entsteht und nicht zuletzt 2,3 Millionen Euro in die Stadtkasse fließen. Ein Grund, warum die Entscheidung 2015 für Edeka und damit auch gegen Mitbewerber Kaufland fiel, liegt übrigens auch darin, dass Edeka als sogenannter Einzelkaufmann seine Steuern, im Gegensatz zu Kaufland, komplett vor Ort bezahlt.

Bau des Marktes steht bevor

Mit der Stadtratssitzung im Mai, so Ralf Scheler, ist der Weg für die Ansiedlung des Edeka-Marktes in der Ziegelstraße letztlich in aller Konsequenz weiter beschritten und nochmals bestätigt worden. Ein Baubeginn für den Edeka-Markt stehe damit bevor.

Von Ilka Fischer

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