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Eilenburg Unterwegs mit Nordsachsens Gewässerkontrolleurin
Region Eilenburg Unterwegs mit Nordsachsens Gewässerkontrolleurin
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06:39 15.06.2019
Kathrin Rietzschel nimmt in der Kiesgrube in Eilenburg Gewässerproben. Mit im Boot ist Bademeister Bodo Zacke.
Eilenburg

Es ist Mittwochmorgen, das Thermometer zeigt 20 Grad Celsius an, die Luft ist drückend. Kathrin Rietzschel steht mit ihrem Auto vor dem Eingang des Freizeit- und Erholungszentrums in Eilenburg, öffnet den Kofferraum und nimmt eine blaue Kühlbox heraus. Wer die 56-Jährige nicht kennt, würde denken, die Frau mit der luftigen Bluse will sich auf den Weg zum Badestrand machen, um einen entspannten Tag zu verbringen. Doch weit gefehlt. Kathrin Rietzschel ist Hygiene-Inspektorin beim Landratsamt und kontrolliert in der Saison von Mai bis September einmal im Monat den Zustand der Badegewässer – eine hoheitliche Aufgabe. Dazu gehören die Naturbäder und die Beckenbäder, darunter die Schwimmhallen, sowie das neu eröffnete Natursportbad in Bad Düben – ein Öko-Bad. Insgesamt kontrolliert das Landratsamt neun Badegewässer in und um Delitzsch, Eilenburg, Oschatz und Torgau.

Kathrin Rietzschel ist Gewässerkontrolleurin beim Landratsamt. Wie so eine Vor-Ort-Kontrolle abläuft – hier ein paar Bildimpressionen.

An diesem Tag steht nun der Kiessee auf dem Plan und Kathrin Rietzschel läuft vorbei am Campingplatz Richtung Bootssteg. Bademeister Bodo Zacke (40) hat die Hygiene-Inspektorin schon von Weitem entdeckt und kommt ihr entgegen. Beide kennen sich. „Ich habe das Boot vorbereitet, wir müssen da runter“, zeigt er ihr den Weg.

Kathrin Rietzschel steigt mit ihrer Kühlbox in der rechten und einem Klemmbrett in der linken Hand in den kleinen Elektro-Kahn, Bodo Zacke schiebt kurz an und springt mit rein – und los geht die Fahrt ein paar Hundert Meter weg vom See-Ufer. Kathrin Rietzschel öffnet die Kühlbox und greift nach einer kleinen Glasflasche. Dann beugt sie sich über den Kahn. „Das Wasser muss mindestens ein Meter tief sein, wenn ich eine Probe nehme“, erzählt die Süptitzerin, die seit 2003 beim Landratsamt arbeitet und deren Hauptgebiet die Krankenhaushygiene und die Pflegeeinrichtungen sind. An der Stelle ist der See um die neun Meter tief. Dann schwenkt sie die Flasche in zirka 30 Zentimeter Tiefe durchs Wasser, bis sie fast randvoll ist. Mindestens 250 Milliliter müssen zusammenkommen. Ein bisschen Luft soll noch bleiben, hat sie genaue Vorgaben. Sie verschließt die Flasche und betrachtet sie noch einmal. Glasklares Wasser, doch um den optischen Endruck geht es nicht primär.

Mit dem Kurier nach Dresden

Die Wasserprobe wird noch am selben Tag mit einem Kurier von Torgau zur Landesuntersuchungsanstalt nach Dresden gefahren und im dortigen Labor mikrobiologisch binnen 48 Stunden ausgewertet. Im Kern geht es bei den Kontrollen um die Keimbelastung der Gewässer durch Kolibakterien und Intestinale Enterokokken, wie konzentriert die vorkommen und ob sie gesundheitliche Risiken für Badegäste darstellen. Die Ergebnisse gehen dann zurück ans nordsächsische Landratsamt, das wiederum verpflichtet ist, die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Sollte die Gesundheit von Menschen gefährdet sein, kann das bis zum Badeverbot führen. Doch das Landratsamt kann Entwarnung geben. Alle zuletzt beprobten Badegewässer in Nordsachsen entsprechen den jeweiligen Anforderungen. Das Baden ist also unbedenklich möglich.

Färbung, Algenentwicklung und Sichttiefe

Die Wasserprobe zu nehmen, ist die eine Sache bei so einer Kontrolle. Kathrin Rietzschel überprüft an diesem Tag auch die Vor-Ort-Parameter wie Sichttiefe, Temperatur, Färbung und Algenentwicklung der Kiesgrube. Zur Messung der Sichttiefe lässt sie eine weiße Scheibe, die an einem Faden befestigt ist, ins Wasser, bis sie nicht mehr zu sehen ist. Dann zieht sie diese wieder an die Oberfläche und misst am Faden den Abstand zwischen Scheibe und Wasseroberfläche. Gut drei Meter sind es. Glasklares Wasser eben. „Der schönste Moment ist abends, wenn das Licht der Abendsonne auf den See fällt. Da gibt es die schönsten Blautöne zu sehen“, schwärmt Bademeister Heiko Zacke, während Hygiene-Inspektorin Rietzschel sich Notizen auf dem Probenbegleitschein macht, zum Beispiel zur Färbung des 22 Grad warmen Wassers und ob Mineralöle an der Oberfläche schwimmen. Am Kiessee ist alles im grünen Bereich.

Bootsführer Zacke steuert wieder das Ufer an und Kathrin Rietzschel muss zurück ins Büro, weil der Kurier 11 Uhr nach Dresden fährt. „Ich liebe die Badegewässersaison“, erzählt sie, weil sie ohnehin ein naturverbundener Mensch und gern draußen sei. Spätestens in einem Monat wird sie wieder am Kiessee sein, um das Badegewässer zu kontrollieren. Die Saison hat schließlich erst begonnen.

Von Nico Fliegner

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