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Eilenburg Verwirrung um Taschenrechner an Nordsachsens Schulen
Region Eilenburg Verwirrung um Taschenrechner an Nordsachsens Schulen
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20:46 09.04.2018
Links der jahrelang genutzte Schultaschenrechner mit Grafikprogramm. In der Mitte ein neues Modell ohne CAS, das vom Landkreis kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Rechts ein Taschenrechner mit CAS-Software, so wie er an einigen Schulen genutzt wird, weil Fördervereine oder Eltern privat die Kosten übernommen haben. Quelle: Jana Brechlin
Nordsachsen

Mathematikunterricht ist eine kniffelige Angelegenheit. Dabei sind es nicht immer die Rechenaufgaben, die Verwirrung stiften. Derzeit sorgt die Ausstattung mit Taschenrechnern an den Gymnasien ab Klasse 8 und Beruflichen Schulzentren für Diskussionen. Seit per Gerichtsurteil entschieden ist, dass auch für Taschenrechner Lernmittelfreiheit gilt und diese vom Schulträger zu stellen sind, sparen Eltern zwar viel Geld, befürchten aber, dass ihre Kinder womöglich schlechtere Karten in den Prüfungen haben, weil der Landkreis sich für günstigere Rechnermodelle entschieden hat. Die CAS-fähigen Geräte können mehr und sind schneller, so die Argumentation, wer ohne in die Prüfungen geht, dem könnte am Ende wertvolle Zeit für das Mathe-Abi fehlen.

Rechner nicht gleich Rechner

Wer annimmt, Taschenrechner sei Taschenrechner, der irrt. Es gibt Geräte mit Grafikdisplay und solche mit spezieller Software wie Computer-Algebra-System (CAS). Grafikrechner waren bisher schon üblich, der Lehrplan sieht allerdings auch den Einsatz von CAS-Systemen vor. Zur Verfügung gestellt hat der Landkreis den Schulen in seiner Trägerschaft entsprechende CAS-Taschenrechner aber nicht. Und ist damit auch auf der sicheren Seite, denn das Sächsische Kultusministerium räumt zwar ein, dass der Lehrplan mathematische Software in Form von Computer-Algebra-Systemen vorsieht, dafür sei jedoch nicht notwendigerweise ein Taschenrechner erforderlich, sondern speziell diese Aufgaben könnten auch im Computerkabinett der Schulen gelöst werden. Darauf beruft sich die Kreisbehörde und verweist darauf, dass das Ministerium einen einfachen grafikfähigen Rechner in allen studienqualifizierenden Bildungsgängen als ausreichend erachtet.

Trotzdem wird an einigen Schulen mit CAS-Rechnern gearbeitet – weil Eltern diese dann doch privat für ihre Kinder gekauft haben oder die Schulfördervereine bei Müttern und Vätern Spenden gesammelt haben. Mit diesen Zuschüssen wurde die Differenz bezahlt, damit teurere CAS-fähige Taschenrechner angeschafft werden konnten. Je nach Anbieter kosten diese Geräte etwa 130 Euro.

Vor- und Nachteile für Schüler

„Das geht kreuz und quer wie im Gemüsegarten“, sagt Thomas Pfeil dazu. Der Vorsitzende des Kreiselternrates bestätigt, dass sich die Elternvertreter mit dem Thema schon länger beschäftigen. Zu Vor- oder Nachteilen aufgrund der Rechnerwahl will Pfeil noch nichts sagen. „Wir sind erst am Anfang und müssen jetzt schauen, wie sich die Noten entwickeln.“ Allerdings, so Thomas Pfeil, sei es einfach zeitgemäß, mit CAS zu arbeiten: „Am Berufsschulzentrum in Delitzsch zum Beispiel lernen die künftigen Mechatroniker von Porsche, die ihre Maschinen auch mit CAS programmieren. Und viele Gymnasiasten werden später im Studium weiter mit der Software zu tun haben.“ Vor diesem Hintergrund seien selbst Oberschüler durch einen Förderverein mit entsprechenden Taschenrechnern versorgt worden. Der Vorsitzende des Elternrates verweist jedoch auch darauf, dass die beste Technik nichts nützt, wenn im Unterricht nicht damit gearbeitet wird: „Die Schüler müssen gelehrt bekommen, wie es funktioniert – dafür müssen die Fachschaften sorgen.“

Schüler sehen es gelassen

In der Schülervertretung des Landkreises wird die Situation unaufgeregt behandelt. Machen sich am Ende Eltern mehr Sorgen als nötig? Der Eindruck entsteht, wenn man bei denen nachfragt, die tatsächlich im Matheunterricht sitzen: „Unter den Schülern ist das im Moment kein Thema“, meint Lukas Sela vom Eilenburger Martin-Rinckart-Gymnasium. Der Vorsitzende des Kreisschülerrates besucht die 12. Klasse und nutzt selbst einen Taschenrechner mit CAS-Software. „Auch wenn man einen solchen Taschenrechner hat, muss man trotzdem die Grundlagen beherrschen und den Rechenweg herleiten können“, sagt er und schätzt, dass ihm sein Rechner keinen nennenswerten zeitlichen Vorteil verschafft. „Der Lehrplan sieht Unterricht mit CAS vor. Ob das nun mit Taschenrechnern umgesetzt wird oder im PC-Kabinett der Schule, ist letztlich egal“, findet der Sprecher. Grundsätzlich sollte überall die gleiche Technik genutzt werden und seien Klausuren so zu gestalten, dass die Aufgaben mit den bereitgestellten Geräten in der vorgegebenen Zeit auch zu schaffen sind, so die Forderung des Kreisschülerrates.

Von Jana Brechlin

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