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Eilenburg Vorgestellt: Eilenburgs heißester und kältester Arbeitsplatz
Region Eilenburg Vorgestellt: Eilenburgs heißester und kältester Arbeitsplatz
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07:23 27.07.2019
Bodo Zacke ist Bademeister am Kiessee in Eilenburg. Der 40-Jährige macht die zweite Saison im Freizeit- und Erholungszentrum mit. Das Wasser ist dort klar und 23 Grad warm. Draußen brennt allerdings heftig die Sonne, am Freitag bei etwa 30 Grad. Quelle: Nico Fliegner
Eilenburg

Mit Sonnenbrille, Fernglas, luftigem Polo-Shirt und einer ordentlichen Körperbräune ist Bodo Zacke am Kiessee in Eilenburg unterwegs. Der 40-Jährige hat in diesen Tagen den wohl heißesten Job in der Stadt. Er ist Bademeister im Freizeit- und Erholungszentrum, überwacht jeden Tag zwölf Stunden lang den Strand.

„Die Wärme war extrem“

Für den Rettungsschwimmer, der schon in Italien, an der Ostsee und an der Talsperre Kriebstein tätig war und mit seiner Lebenspartnerin und zwei Kindern seit gut zwei Jahren in Eilenburg lebt, ist der Job einer der schönsten, aber bei der Gluthitze auch anstrengendsten. „Am Donnerstag bin ich schon ziemlich auf dem Zahnfleisch gekrochen“, räumt Bodo Zacke freimütig ein. „Die Wärme war extrem.“ Der Rettungsschwimmer sitzt zwar unter einer Markise, doch die Sonne drückt heftig. Viel trinken ist deshalb für ihn ein Muss. „Zwei Kannen Kaffee, viel Tee, Limo und Wasser – bestimmt mehrere Liter am Tag“, sagt er und lacht. Doch alles in allem kommt er gut mit dem heißen Wetter zurecht.

Tipps für Badegäste

Sein Arbeitstag beginnt bereits früh morgens mit einer Müllrunde. Dann sammelt er alles auf, was Badegäste am Vortag vergessen haben. Ärgerlich findet er die Zigarettenkippen oder Kronkorken, die herumliegen. Auch die Müllbehälter auf dem Platz entleert er. Später kommen dann die ersten Badegäste. Und dann zieht er die Fahne hoch und jeder am Strand weiß, dass der Bademeister jetzt im Dienst ist und Obacht gibt, dass nichts passiert. „Wenn mir etwas Ungewöhnliches auffällt, spreche ich die Leute direkt an“, erzählt Bodo Zacke, „zum Beispiel wenn sich einer mit einem Kleinkind auf der Luftmatratze zu weit vom Ufer entfernt.“ Das hält er für nicht verantwortungsbewusst.

Ebenso wenn Leute, die gerade erst am Imbiss üppig Mittagessen waren, ins Wasser gehen. Auch die spricht er an. Älteren Badegäste hilft er, damit sie die kleine Anhöhe zur Liegewiese gut runter und wieder rauf kommen und gibt schon mal den Tipp, an heißen Tagen am Strand viel Wasser zu trinken. „Prävention ist wichtig und auch, dass man hier öfter mal die Perspektive wechselt“, sagt Bodo Zacke, der selber vier- bis fünfmal am Tag ins Wasser geht, aber nur ganz kurz zur Abkühlung.

Entspannung am Abend

Sind die zwölf Stunden geschafft, zieht er sich meistens mit seiner Familie in den Wohnwagen auf dem benachbarten Campingplatz zurück. „Abendbrot essen, vielleicht noch mit Campern was trinken – das war es dann aber schon“, erzählt er. Am nächsten Tag muss er schließlich wieder Punkt 8 Uhr seinen Dienst antreten.

Die Eilenburgerin Sabine Herda zeigt ihren Freundinnen Gabriele Andorfer und Christine Laure aus Kärnten die Nikolaikirche. Hier sind sie im Gespräch mit Margit Höfs (von links). Quelle: Nico Fliegner

Auch Margit Höfs tritt stets pünktlich ihren Dienst an – in der Nikolaikirche in Eilenburg. Immer donnerstags ist von 10 bis 16 Uhr offene Kirche – so auch in dieser Woche. Und während draußen um die Mittagszeit über 35 Grad Celsius herrschten, waren es in der Kirche gut zehn Grad weniger. Die 63-Jährige hat damit den wohl kühlsten Arbeitsplatz in der Stadt.

Angenehm kühle Kirche

Seit vier Jahren sichert Margit Höfs ehrenamtlich die Öffnungszeiten der Nikolaikirche ab. Dass am Donnerstag überhaupt Leute das Gotteshaus aufsuchten, hätte sie der Hitze wegen nicht gedacht. Doch gerade weil es in dem Gotteshaus angenehm kühl ist, kamen Besucher, darunter Sabine Herda aus Eilenburg, die zwei Freundinnen aus Kärnten ihre Heimatstadt zeigte. Die waren ganz begeistert – vor allem von den vielen kleinen Präsenten, die Margit Höfs für den Kirchen-Förderverein bastelt und verkauft, darunter Weihnachtssterne und Karten. Die Kärntner Frauen deckten sich damit ein.

Raimund Sparrer (links) und Joachim Krautwald haben auf ihrer Radtour durch Sachsen die Stadt Eilenburg besucht – und machten um die Mittagszeit einen Abstecher in die kühle Kirche. Quelle: Nico Fliegner

Auch zwei Radfahrer aus dem Erzgebirge legten einen Zwischenstopp ein und besuchten das angenehm kühle Gotteshaus. „Nach Wechselburg und Wurzen ist Eilenburg heute unsere dritte Station“, erzählt Raimund Sparrer (69). Mit dem Zug soll es am Nachmittag wieder nach Hause gehen. „Für eine weitere Tour ist es uns zu heiß.“

Jeden Donnerstag bis zu zehn Besucher

Margit Höfs, die selbst nicht Kirchenmitglied ist, sich aber im Förderverein engagiert, freut sich über das Interesse an der offenen Kirche. Jeden Donnerstag kämen im Schnitt um die zehn Besucher. „Man trifft nette Leute, hat eine Aufgabe und sitzt nicht zu Hause rum“, erzählt sie.

Von Nico Fliegner

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