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Eilenburg Warum ist Mulde zwischen Eilenburg und Bad Düben grün gefärbt?
Region Eilenburg Warum ist Mulde zwischen Eilenburg und Bad Düben grün gefärbt?
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14:21 31.07.2019
Blick auf die Mulde bei Bad Düben. Das Wasser schimmert grün, was vermutlich auf einen Algenbefall zurückzuführen ist. Quelle: Nico Fliegner
Eilenburg/Bad Düben

Die Mulde zwischen Eilenburg und Bad Düben weist derzeit an mehreren Stellen eine ungewöhnliche Grünfärbung auf. Besonders gut sichtbar wird das im Bereich der Fähre in Gruna und an der Muldebrücke in Bad Düben. Die Untere Wasserbehörde und das Gesundheitsamt des Landkreises sind bereits alarmiert und haben am Mittwoch Wasserproben genommen, wie Landkreis-Sprecher Alexander Bley auf Anfrage mitteilte. Die Proben werden in der Landesuntersuchungsanstalt in Dresden auf Algen untersucht. Ergebnisse würden Ende dieser Woche feststehen, so Bley weiter.

Grünfärbung durch Algen

Die Experten gehen davon aus, dass die Grünfärbung durch Algen hervorgerufen wird. „Im Sommer kann es bei einem hohen Nährstoffangebot durch Phosphate und Stickstoff und lang anhaltenden hohen Temperaturen im Gewässer zu einer starken Vermehrung von Grünalgen oder Blaualgen kommen“, erklärt Simone Hentschel, Hygieneingenieurin beim Gesundheitsamt. Dabei werde die Grünfärbung meist durch Grünalgen hervorgerufen.

Sinkende Temperaturen und mehr Wasser

„Natürlich ist es möglich, dass auf Grund der anhaltenden Schönwetterperiode verbunden mit angestiegenen Wassertemperaturen ein verstärktes Algenwachstum in unseren Gewässern auftreten kann“, weiß Anett Kaukusch von der Unteren Wasserbehörde. „Diese Algenmassenentwicklung kann Blaualgen beinhalten, die stark grünlich, teilweise rahmig-schlierig an der Wasseroberfläche sichtbar sind. Kommt Wind auf, sammeln sich diese Algen an ufernahen Zonen zu teppichartigen Belägen. Die Sichttiefe des Gewässers wird verringert.“ Letztlich würden gegen Algenblüten nur die Verringerung von Nährstoffeinträgen, sinkende Temperaturen und „höhere Wasserführungen“ helfen.

Algen im Muldestausee

Dabei schimmert die Mulde derzeit nicht nur im Abschnitt EilenburgBad Düben sonderbar grün. Verfärbungen, die auf Algen zurückzuführen sind, gibt es diese Tage auch bei Grimma. Im Muldestausee in Pouch haben die Behörden inzwischen sogar Blaualgen nachgewiesen. Die können auch dem Menschen gefährlich werden. „Blaualgen können giftig sein“, warnt Anett Kaukusch. Sie bildeten „Toxine, die nach langem Hautkontakt oder Verschlucken des Wassers Allergien beziehungsweise Erkrankungen der inneren Organe hervorrufen können. Deshalb sollten Kleinkinder und Allergiker solche Gewässer meiden“, so die Expertin weiter.

So sieht es bei Badegewässern aus

Das Landratsamt kann indes für die Badegewässer in Nordsachsen Entwarnung geben. Die Badeseen verkraften die Hitze bisher gut. Dort gebe es „noch keinen Blaualgenalarm“.

Darauf sollten Badegäste an Gewässern achten:

Wenn Sie bis zu den Knien im Wasser stehen und ihre Füße nicht mehr sehen können – verzichten Sie auf das Baden in diesem Gewässer.

Vermeiden Sie beim Schwimmen das Schlucken von Wasser.

Kinder sollten in flachen Uferzonen mit schlierendem Wasser nicht baden und spielen.

Nach dem Schwimmen in Gewässern mit massivem Algenbewuchs sollte die Badekleidung gewechselt werden und der Körper ist abzuduschen.

Beim Auftreten von Beschwerden (zum Beispiel Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Atemnot, Hautreizungen oder Quaddeln) suchen Sie einen Arzt auf und machen sie beim Arzt Angaben zu ihrem Badeaufenthalt. Bitte informieren Sie auch das Gesundheitsamt.

Quelle: Landratsamt Nordsachsen

Von Nico Fliegner

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