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Eilenburg Wegen Gewässer-Sanierung: Angler bergen Fische aus Zschettgauer Teich
Region Eilenburg Wegen Gewässer-Sanierung: Angler bergen Fische aus Zschettgauer Teich
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06:00 20.09.2017
Michael Binder, Michael Dorn und Reiner Bernhardt bergen Fische aus dem Zschettgauer Teich. Quelle: Heike Liesaus
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Eilenburg

Die Fische, die bisher im Zschettgauer Teich lebten, landeten dieser Tage im Kescher. Allerdings führte sie der weitere Weg nicht in die Pfanne. Sie zogen um in ihr neues Quartier im Alsenwasser am Eilenburger Bürgergarten. Denn ihr bisheriges Zuhause wird saniert. Es soll wieder als Löschteich tauglich werden, derzeit hat sich zu viel Sediment abgelagert. Ganz freiwillig wollten die Flossentiere natürlich nicht mit. Doch das dreiköpfige Umzugstrupp bediente sich einer extra schonenden Methode. Dem Elektrofischen. Deshalb tuckerte ein Stromaggregat im Boot. Das lieferte die Energie für den Stromstoß ins Wasser, der betäubte die Fische. Die Angler hoben sie mit dem Kescher in einen Wasserbehälter an Bord. Von dort kamen sie in einen größeren mit extra Sauerstoffzufuhr auf dem Lkw. „Wir sind oft so unterwegs. Gerade vor kurzem am Elstermühlgraben in Leipzig“, erzählte Michael Dorn, der gemeinsam mit Michael Binder vom Anglerverband entsandt war. Sie hatten Reiner Bernhardt mit ins Boot genommen, ebenfalls Angler und Zschettgauer.

Reicher Fang

Alle drei staunten nicht schlecht, was sie da aus dem von Tonmineral getrübten Wasser fördern konnten: Barsche, Karpfen, Bleie, Plötzen, Giebel, die auch Silberkarausche genannt werden, und viele Hechte, kleine und einen 80 Zentimeter langen. „Die Schuppen sind unbeschädigt, die Flossen gut durchblutet, so soll es sein“, zeigte Michael Dorn einen Schuppenkarpfen. Werden Teiche mit Netzen leer gefischt, ist mit Verletzungen zu rechnen. Allerdings wurden auch nicht so willkommene Wasserbewohner entdeckt. Die kleinen bunten Sonnenbarsche. Sie sind hier nicht einheimisch, stammen aus Amerika, wurden einst als Aquarienfische eingeführt, gelangten irgendwann in die feien Gewässer. Hier haben keine natürlichen Feinde. „Sie sind Bruträuber. Das greift die Bestände der heimischen Fische an“, erklärten René Wagner, der mit dem Angelverein Petri Heil das Alsenwasser betreut, und Bernd Cirotzki, Vorsitzender des Angelvereins Eilenburg-Nord, zu dem der Zschettgauer Teich seit einigen Jahren gehört.

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Muscheln kommen noch dran

In den nächsten Tagen sollen nun noch die Muscheln aus dem Teich geborgen und umgesiedelt werden. Anfang Oktober beginnen die Sanierungsarbeiten.

Von Heike Liesaus