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Eilenburg Weniger Fälle für Eilenburgs Friedensrichter
Region Eilenburg Weniger Fälle für Eilenburgs Friedensrichter
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14:06 27.08.2019
Wilfried Weigel und Michael Nölle (rechts) sind Friedensrichter in Eilenburg Quelle: Wolfgang Sens
Eilenburg

Schauen Wilfried Weigel und Michael Nölle in die Statistik der letzten Monate, könnten sie fast den Eindruck bekommen, dass die Eilenburger sich nicht mehr streiten. Die Zahl der Streitfälle, für die sie als Friedensrichter zuständig sind, ist zurückgegangen. „Anfangs hatten wir durchschnittlich zwei Fälle in einem Monat und auch zu den Sprechstunden kamen wesentlich mehr Leute. Jetzt hat sich das ein bisschen gegeben“, sagt Wilfried Weigel. Es sei gut, wenn nicht so viel gestritten werde und sich die Menschen auf wesentlichere Dinge im Leben konzentrieren, können die beiden der gesunkenen Nachfrage Positives abgewinnen. Oder wird das Amt des Friedensrichters doch überflüssig? Von Wilfried Weigel kommt ein klares Nein. „Es ist sinnvoll, dass es solch eine Stelle gibt. Es muss ja nicht immer eine Entscheidung geben oder zu einer Verhandlung kommen. Manchmal hilft auch ein klärendes Gespräch oder eine Beratung.“ Und so bieten sie weiter jeden zweiten Montag im Monat ihre Sprechstunde an, immer von 15 bis 16 Uhr. Das nächste Mal am 9. September.

Leben geht auch ohne Streit

Bäume oder Hecke zu hoch oder zu nah am Nachbargrundstück, ein Ast, der über den Zaun ragt, eine Körperverletzung in geringem Maße – wegen solcher oder ähnlicher Fälle sind die Eilenburger schon zu ihnen gekommen. „Wir versuchen immer klarzumachen, dass man ohne Streitigkeiten besser durchs Leben kommt.“ Denn nicht selten betrifft es die, die doch eben noch regelmäßig beim Bier zusammensaßen oder gemeinsam gegrillt haben – bis sich ein vermeintlich harmloser Anlass zum großen Streit auswächst, der bisherige Partner zu Gegnern werden lässt. Wenigstens miteinander zu reden sei wichtig, findet Wilfried Weigel. Schließlich könne es auch passieren, dass man auf die Hilfe des anderen angewiesen ist.

Friedensrichter machen sich vor Ort ein Bild

Die beiden Friedensrichter wollen nicht nur vom Tisch aus entscheiden, sondern setzen auf Vor-Ort-Termine: „Wir wollen uns selbst ein Bild machen“, sagt Wilfried Weigel. Manchmal reicht das schon, entstehen den Beteiligten so keine Kosten. Werden Schlichtungstermine anberaumt, muss der Antragsteller vorher schriftlich einen Antrag beim Friedensrichter einreichen. Gleichzeitig müssen 35 Euro Bearbeitungsgebühren im Bürgerbüro hinterlegt werden, welche nach Abschluss der Schlichtung mit den Auslagen der Friedensrichter verrechnet werden. Zeitnah, vier Wochen vor der Schlichtung, werden dem Antragsgegner die Ladung zur Schlichtung und eine Kopie vom Antrag des Antragstellers zugestellt. Falls sich aus seiner Antwort neue Gesichtspunkte ergeben, wird auch der Antragssteller darüber informiert. „Die Schlichtungsverhandlung findet auf alle Fälle statt“, beschreibt Weigel das weitere Vorgehen.

Mancher braucht auch nur einen Ratschlag

Mancher kommt in die Sprechstunde, um sich einen Rat zu holen, der möglicherweise hilft, den Streit beizulegen. Die beiden können bei Konflikten nur moderieren und nicht Recht sprechen. Aber immerhin signalisiere jemand, der sich an die Friedensrichter wendet, dass er sich mit seinem Nachbarn gütlich einigen will. „Wir können nur sagen, was die Parteien erwartet, wenn sie sich nicht einigen, wenn die Differenzen zum Beispiel vor Gericht ausgetragen werden müssen.“ Dass ein Streitfall gar vor dem Gericht landet, kommt kaum vor. Weigel kann sich an bisher nur einen Fall erinnern.

Friedensrichter sind sieben Jahre im Amt

2016 wurden die beiden vom Stadtrat erneut in ihrem Amt für weitere sieben Jahre bestätigt. Der 70-jährige Wilfried Weigel ist Rentner, war früher beim Abwasserzweckverband in der Verwaltung tätig. Als er in Vorrente ging, dachte er sich: Irgendwas musst Du doch jetzt machen. Michael Nölle ist Frührentner, 62 Jahre alt. Er arbeitete früher als Lehrausbilder im Heizungs-Klima-Sanitär-Bereich. Das Amt auszuüben heißt auch, sich regelmäßig fortzubilden. Regelmäßig sind sie deshalb am Amtsgericht oder einmal im Jahr bei einem Weiterbildungskurs.

Von Kathrin Kabelitz

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