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Eilenburg Windhunde rennen in Eilenburg über die Sandbahn
Region Eilenburg Windhunde rennen in Eilenburg über die Sandbahn
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15:23 07.07.2019
Mit bis zu 80 Stundenkilometern jagen die Windhunde der Rasse Greyhounds auf der Eilenburger Windhundrennbahn hinter einer Beuteattrappe her.
Mit bis zu 80 Stundenkilometern jagen die Windhunde der Rasse Greyhounds auf der Eilenburger Windhundrennbahn hinter einer Beuteattrappe her. Quelle: Steffen Brost
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Eilenburg

Bellend beobachtet Greyhound-Rüde Harringay’s Painting Blue seine Artgenossen, die gerade in voller Geschwindigkeit über die Windhundrennbahn rasen. Gleich ist auch er dran. Besitzerin Susann Peter ist seit einigen Jahren Mitglied im Eilenburger Windhund-Club. „Zu Hause habe ich noch zwei Windhunde der Rasse Galgo Espanol. Allerdings sind die schon in Rente. Für die Rennen geht mein Harringay’s Painting Blue an den Start. Der ist ein aktueller Champion in der Deutschen Windhundzucht“, so Susann Peter.

Dann geht es los. Susann Peters bringt ihren Vierbeiner auf den Sattelplatz. Hier werden die Hunde gesammelt und die Startkästen verlost. Die Beuteattrappe wird angezogen. Gleich jagen die Hunde ihr hinterher. „Das wird gemacht, damit der natürliche Jagdinstinkt der Tiere geweckt wird und sie möglichst schnell rennen“, erklärt Peters. Die Klappen des Startkastens gehen hoch. Die Greyhounds jagen heraus und nehmen Tempo auf. Sand spritzt im hohen Bogen durch die Luft. Kein Wunder. Denn die Hunde sind die schnellsten ihrer Rasse. Sie schaffen bis zu 80 Stundenkilometer. Das halten sie bis zu einer Strecke von 1,5 Kilometern durch. Nach 280 Metern bleibt die „Beute“ liegen. Die Hunde stürzen sich drauf. Nur schwer sind sie von ihren Besitzern von dem Beutestück los zu bekommen.

80 Windhunde der verschiedensten Rassen sind beim Champions-League-Rennen auf der Eilenburger Windhundrennbahn an den Start gegangen.

Susan Peter ist zufrieden mit der Leistung ihres Hundes. „Wir hatten die Außenbahn, da musste er ein paar Meter weiter laufen als die anderen. Aber das ist so. Es wurde ja ausgelost“, ist Peters trotzdem zufrieden. Damit alles rechtens ist, haben mehrere Bahnbeobachter jeden einzelnen Hund im Blick. „Wir gucken beim Rennen, ob die Tiere rechts oder links schauen und abgelenkt sind. Außerdem, ob sie sich mit anderen raufen oder angreifen. Sie sollen ihrem Instinkt folgen und der Beuteattrappe nachjagen. Im schlimmsten Fall hat ein Fehlverhalten einzelner Tiere eine Disqualifikation zur Folge“, erklärte Bahnbeobachter Bernd Rahms.

Lauf für die Champions-League

Über 80 Hunde aus ganz Deutschland sind an diesem Tag am Start. Das Rennen in Eilenburg ist einer von insgesamt sieben Läufen in der Champions-League. „Es gibt international sieben Vereine, die sich an der Sandbahn-Champions-League beteiligen. Eilenburg ist einer davon. Weitere Wertungsläufe gibt es unter anderen auch in den Niederlanden“, erklärt Windhundexperte und Wertungsrichter Dietmar Lemm.

Vor dem Start erstmal zum Arztcheck

Doch bevor die Vierbeiner laufen können, muss jeder zum Arztcheck. Tierärztin Heike Theinert aus Eilenburg kontrolliert jeden einzelnen Starter. „Ich schaue, ob die Papiere in Ordnung sind und das Tier gesund ist. Erst dann gibt es die Freigabe zum Rennen“, so Theinert. Bereits am Vortag gab es eine Windhund-Spezialschau. Hier wurden durch Richter die schönsten Windhunde gekürt. Die Eilenburger landeten zwar nicht auf dem Treppchen, dafür im vorderen Bereich.

Von Steffen Brost