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Geithain 25 Jahre: Awo-Kreisverband feiert Jubiläum
Region Geithain 25 Jahre: Awo-Kreisverband feiert Jubiläum
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06:05 05.10.2018
Terrierhündin Ronja mit ihrem Frauchen, Awo-Mitarbeiterin Kerstin Schwarz, steht einmal wöchentlich im Mittelpunkt der Awo-Tagespflege in Brandis. Zwölf bis 15 Teilnehmer werden wochentags mit verschiedenen Angeboten unterhalten. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Der Start war schwierig – in einer Zeit, als viele Betriebe schlossen, die Arbeitslosigkeit wuchs, weniger Kinder das Licht der Welt erblickten und unter den Menschen auch wegen neuer Gesetze die Unsicherheit wuchs. Um in der Altenpflege eine helfende Hand zu werden, gründeten einige engagierte Leute am 24. April 1993 im Brandiser Schloss den Kreisverband Mulde-Collm der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Der frischgebackene Arbeitgeber zählte anfangs 31 Mitarbeiter in vier Sozialstationen. Heute beschäftigt der in den Altkreisen Grimma, Wurzen, Döbeln und Oschatz agierende Verband mehr als 400 Beschäftigte. Es ist Zeit zum Anstoßen: Auf das 25-jährige Bestehen und auf das Erreichte erheben die Mitglieder und Mitarbeiter am Freitag zur Festveranstaltung in der Höfgener Schiffsmühle ihr Glas. Neben Landrat Henry Graichen wird Awo-Landeschefin Margit Weihnert als prominenter Gast erwartet.

Awo Quelle: André Kempner

Der Start war auch schwierig, weil die Awo zu Nazi- und zur DDR-Zeit verboten war. Nach dem Mauerfall mussten zunächst neue Strukturen aufgebaut und etabliert werden. Im 1990 gegründeten Awo-Bezirksverband Sachsen-West und den ersten Ortsvereinen lag dann auch die Keimzelle für den Mulde-Collm-Verband. Als eingetragener Verein zählt er heute rund 500 Mitglieder in neun Ortsvereinen und ist alleiniger Gesellschafter seiner gemeinnützigen GmbH.

Ausbildung in eigener Akademie

Von Anfang an wollte der in Grimma sitzende Kreisverband auf professioneller Basis soziale Aufgaben übernehmen. Er wuchs stetig, entwickelte sich zu einem stabilen Arbeitgeber und verlässlichen Partner für Kommunen und Landratsamt. Und er beschritt neue Wege, etwa mit dem Awo-Bildungswerk, in dem junge Leute zu Altenpflegern und Erziehern ausgebildet wurden und das später in die Awo-Akademie für Mitteldeutschland aufging. Nach und nach bildeten sich drei Kernbereiche heraus, die der Kreisverband zwischen Döbeln und Wurzen bedient und nach der Jahrtausendwende mit der Bildung von Tochtergesellschaften in eine neue Struktur goss.

Sozialstationen in den Kreisen Leipzig, Nord- und Mittelsachsen

Die Pflege- und Betreuungs gGmbH beschäftigt derzeit 165 Mitarbeiter in der ambulanten und teilstationären Pflege und betreut Tag für Tag etwa 750 Patienten. In Bad Lausick, Colditz, Brandis, Dahlen und Döbeln unterhält sie ambulante Sozialstationen, an drei Standorten gekoppelt mit einer Tagespflege. „In Colditz und Döbeln betreiben wir auch Betreutes Wohnen“, erläutert Daniel Schippan (44), der seit 20 Jahren im Verband tätig ist und seit 2013 die Geschäfte führt.

Im Projekt „Futura“ werden Jugendliche gecoacht

Unter den Schwingen der 175 Mitarbeiter zählenden Familienzentrum gGmbH befinden sich derzeit 15 Kindertagesstätten, neun davon im Muldental. Mehr als 1000 Kinder besuchen die Einrichtungen des Awo-Trägers.

Der AWO Kreisverband Mulde-Collm e.V. hat 1993 mit nur 31 Mitarbeitenden seine Arbeit begonnen. Heute zählt er mit mehr...

Gepostet von AWO Mulde-Collm am Montag, 1. Oktober 2018

Schließlich die Familienzentrum gGmbH, die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe unterbreitet. Neben fünf Kinder- und Jugendhäusern sind Awo-Mitarbeiter in der Schulsozialarbeit, sozialpädagogischen Familienhilfe und Jugendgerichtshilfe tätig. Auch das Grimmaer Projekt „Futura“, in dem schwer vermittelbare Jugendliche an den Arbeitsmarkt herangeführt werden, gehört zu dem Arbeitszweig mit derzeit 75 Beschäftigten.

Fachkräftemangel wird immer mehr zum Problem

„Unsere Einrichtungen leisten hochwertige Arbeit, und wir sind ein attraktiver Arbeitgeber“, schätzt Geschäftsführer Schippan das Hier und Heute ein. Neben den Festangestellten kümmern sich rund 100 Ehrenamtliche um Junge und Alte – etwa als Vorlese-Omis, in Seniorenstätten oder bei Jugend-Projekten. „Ich sehe den Verband in den drei Kernbereichen sehr gut aufgestellt“, konstatiert Schippan. Allerdings machen die Probleme keinen Bogen um das Sozialunternehmen. „Wir müssen neue Wege finden, Fachkräfte zu gewinnen“, verdeutlicht Schippan. Zumal der Bedarf an Erziehern und Pflegern wachse. Noch könne man die Personallücken stopfen, „zum Teil müssen wir dazu aber bei Dienstleistern Kräfte einkaufen“. Die Gesellschaft altert – gerade im Pflegebereich seien die Anfragen enorm, so Schippan weiter. „Hier arbeiten wir mitunter schon mit Wartelisten.“

Keine Wachstums-Investitionen geplant

Auch Vereinschef Olav Chemnitz sieht den sozialen Dienstleister auf gesunden Füßen stehen. „Finanziell sind wir ebenfalls in einer vernünftigen Situation.“ Expandieren sei angesichts der Lage auf dem Arbeitsmarkt „außerordentlich schwierig“ – trotz steigender Bedarfe in allen Bereichen. Ein neuer Pflegestandort liegt deshalb nicht im Kalkül des Verbandes. Vielmehr will er seine fünf Stationen etablieren und wachsen lassen.

Von Frank Prenzel

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