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Geithain Am Bad Lausicker Bahnhof werden Rollifahrer ausgebremst – Fahrstuhl kaputt
Region Geithain Am Bad Lausicker Bahnhof werden Rollifahrer ausgebremst – Fahrstuhl kaputt
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16:49 04.05.2017
Hier geht nichts mehr: Rollstuhlfahrer, die auf dem Inselbahnsteig in Bad Lausick ankommen, haben ein Problem. Seit mehreren Wochen ist der Fahrstuhl außer Betrieb. Über einen Aushang informiert die Bahn, dass der Aufzug gewartet werden muss.
Hier geht nichts mehr: Rollstuhlfahrer, die auf dem Inselbahnsteig in Bad Lausick ankommen, haben ein Problem. Seit mehreren Wochen ist der Fahrstuhl außer Betrieb. Über einen Aushang informiert die Bahn, dass der Aufzug gewartet werden muss.
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Bad Lausick/Geithain

Pech gehabt: Die gläserne Tür des Aufzugs, der Reisende am Bad Lausicker Bahnhof hinab in den Tunnel befördert, öffnet sich nicht. Der Fahrstuhl ist ebenso außer Betrieb wie der zweite, der den barrierefreien Zugang zum Inselbahnsteig gewährleisten soll. KW 18 verheißt ein großer Aufkleber an der Tür, will signalisieren: Reparatur in der 18. Kalenderwoche, der ersten Maiwoche also. Es könnte auch eine Woche länger dauern.

Nicht nutzbar sind die Aufzüge bereits seit Mitte April. Ein unhaltbarer Zustand, sind sich Bürgermeister und Kur-Chef einig. Patienten der Reha-Kliniken, aber auch älteren Reisenden sind auf einen barrierefreien Bahnhof angewiesen. Mütter mit Kinderwagen, für die die Treppenstufen ein schwer zu nehmendes Hindernis darstellen, werden ausgebremst.

„Die aktuelle Störung besteht seit der 16. Kalenderwoche und wird spätestens in der 19. Kalenderwoche behoben sein. Ein Bauteil, eine Leiterplatte, muss ausgetauscht werden. Es ist bereits bestellt“, heißt es aus der Pressestelle der Deutschen Bahn in Leipzig auf LVZ-Nachfrage. Angesichts dieser Zeiträume nimmt sich die Forderung von Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos), eine Reparatur sollte zumindest in drei, vier Tagen möglich sein, eher als ein frommer Wunsch aus.

„Dass die Aufzüge zuverlässig funktionieren, ist immens wichtig“, sagt Hultsch. Die Störanfälligkeit und längeren Außerbetriebnahmen nennt er insgesamt unbefriedigend. „Es sind unsere Kurgäste betroffen, aber auch viele Ältere, die nicht so gut zu Fuß sind.“ Nicht nur Reisende, sondern auch jene, die auf dem Weg in die Innenstadt den Tunnel als sichere und kurze Alternative nutzen, um die Strecke zu queren, stünden vor verschlossenen türen.“ Hultsch vermisst zudem eine Notrufnummer.

Von der zweiten Barriere, mit der die Reisenden zu kämpfen hätten, will er gar nicht mehr ausführlich reden: von den Waggons, die die Mitteldeutsche Regionalbahn zwischen Leipzig und Chemnitz einsetzt und die das Ein- und Aussteigen für viele zu einem Kraftakt werden lässt. „Zur Kur kommen meist Menschen, die eine körperliche Beeinträchtigung haben, und nicht alle reisen mit dem Auto an“, sagt Henry Heibutzki, Geschäftsführer der Kur GmbH. Dass die Aufzüge funktionieren, sei für die Kurstadt „einfach ein Muss“.

Im wenige Kilometer entfernten Bahnhof Geithain, wo sich die Regionalexpresszüge kreuzen, die Regionalbahn nach Leipzig und die S-Bahn nach Halle starten und enden, gibt es offenbar weniger Störungen an den Fahrstühlen. „In den letzten Jahren ist es ruhiger geworden“, sagt Bürgermeister Frank Rudolph (UWG). Er erinnert aber an mehrere Einsätze der Geithainer Feuerwehr in den ersten Jahren nach der Installation der Technik. Zum Teil seien Reisende in den Gehäusen stecken geblieben und hätten von den Rettungskräften herausgeholt werden müssen.

Von Ekkehard Schulreich