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Geithain Arztpraxis in Oberhain schließt endgültig am 31. Juli
Region Geithain Arztpraxis in Oberhain schließt endgültig am 31. Juli
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09:41 30.07.2019
Das kleine Haus auf dem Schulgelände beherbergte einst die Station der Gemeindeschwestern. Es soll nun umgebaut werden. Auf den Arzt gewartet wird dann – drinnen. Quelle: Stadt Penig
Penig/Langenleuba-Oberhain

Der 31. Juli ist der Tag, an dem die Landarztpraxis in Langenleuba-Oberhain zum letzten Mal öffnet: Die Kreiskrankenhaus Mittweida gGmbH schließt die Außenstelle des Medizinischen Versorgungszentrums Rochlitz (MVZ). Denise Krenz, Fachärztin für Innere Medizin, hielt hier seit Anfang 2018 Sprechstunden ab. Die letzte planmäßige fand am Montagnachmittag statt. Am Dienstag und Mittwoch ist die Praxis wie üblich mit einer Schwester besetzt.

Künftig soll Krenz in Rochlitz tätig sein, sollen die Patienten den Weg zum dortigen MVZ auf sich nehmen. Für viele ist das wenig praktikabel. Der Stadt Penig gelang es, zumindest perspektivisch die Neuansiedlung einer Arztpraxis im Dorf zu klären: Ab 1. April 2020 soll es in der ehemaligen Gemeindeschwestern-Station erneut Sprechzeiten für die Landbevölkerung geben.

Mit Unterschriften gegen Schließung protestiert

Angekündigt wurde die Schließung, mit baulichen Unzulänglichkeiten begründet, durch den gemeinnützigen Krankenhausbetreiber bereits vor Wochen – und er löste nicht nur in Langenleuba-Oberhain, sondern auch in den benachbarten Ortschaften Bestürzung und Kritik aus. „Katastrophal" nannte die Entscheidung nach dem Bekanntwerden zum Beispiel Sigrid Schumann; für die 80-Jährige ist Rochlitz allein kaum erreichbar.

Doch nicht nur die Älteren haben mit dem Verlust der Niederlassung ein Problem; ebenso Unmut gibt es bei jungen Familien. Mehr als 700 Unterschriften wurden im späten Frühjahr in einer generationenübergreifenden Aktion zusammengetragen. Penigs Bürgermeister Thomas Eulenberger (CDU) nahm die Liste Ende Mai entgegen in leitete sie an Matthias Damm, den Landrat von Mittelsachsen, weiter. Schon damals hatte Eulenberger keinen Hehl daraus gemacht, dass er Arzt-Sprechstunden in Langenleuba-Oberhain für unverzichtbar hält. Folglich brachte sich die Kommune intensiv in die Suche nach einer gangbaren Variante ein.

Gegen die Praxisschließung in Oberhain hatten Oliver Flemming (links) und Florian Hainich Unterschriften gesammelt und sie im Mai an Penigs Bürgermeister Thomas Eulenberger (Mitte) übergeben. Quelle: Jens Paul Taubert

Penig: Alte Schwesternstation wird umgebaut

„Nach wochenlangem Ringen ist es uns gemeinsam mit dem Internisten und Hausarzt Dr. Ludger Mende gelungen, eine Lösung zu finden“, sagt Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt. Ab 1. April 2020 soll im Ort wieder mit zehn bis zwölf Wochenstunden eine Praxis unterhalten werden.

Dr. Mende betreibe bereits in Wechselburg eine Hausarztpraxis und werde in Langenleuba-Oberhain in Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen eine Zweigstelle einrichten. Die Stadt baue in den nächsten Monaten die ehemalige Gemeindeschwestern-Station an der Grundschule „zu einer attraktiven Arztpraxis“ um, so Tschök-Engelhardt: „Das Gebäude war eigentlich zum Abriss vorgesehen und bleibt durch eine sinnvolle Nutzung erhalten.“

Einwohner: Zufrieden, dass ein Arzt stundenweise bleibt

Oliver Flemming, der gemeinsam mit Florian Hainich die Unterschriften gegen die Schließung gesammelt hatte, hält den Kompromiss für praktikabel. „Es ist nicht mehr die alte Praxis, aber besser als gar kein Arzt im Dorf“, sagt er. Allerdings müsse die Stadt jetzt eine erhebliche Summe investieren, und zumindest für Monate gebe es nun die von vielen befürchtete Versorgungslücke.

Die künftige Arztpraxis wird vom Areal der Oberhainer Grundschule abgetrennt. Quelle: Stadt Penig

„Wir wollen das Vorhaben jetzt sofort angehen“, bestätigt Manuela Tschök-Engelhardt. Die Planungen stimme man mit Dr. Mende ab, reiche bald einen Bauantrag ein. Möglich, dass das vorhandene Haus sogar geringfügig erweitert werde, um den neuen Erfordernissen Rechnung zu tragen. Zudem plane man eine Trennung vom Schulgelände. Der Zugang rücke hinter das Gebäude. Dort werde nach der vorgesehenen Sanierung der Turnhalle auch der Zugang für die Vereine sein.

Von Ekkehard Schulreich

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