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Geithain Auch für letzte Wünsche: Warum das Kinderhospiz in Corona-Zeiten Spenden braucht
Region Geithain

Auch für letzte Wünsche: Warum das Kinderhospiz in Corona-Zeiten Spenden braucht

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19:54 24.11.2020
Der kleine Bär mit dem Herz ist das Symbol des Kinderhospiz’ in Markkleeberg. Dieses Haus ist auf Spenden angewiesen, vor allem jetzt in Corona-Zeiten.
Der kleine Bär mit dem Herz ist das Symbol des Kinderhospiz’ in Markkleeberg. Dieses Haus ist auf Spenden angewiesen, vor allem jetzt in Corona-Zeiten. Quelle: Andre Kempner
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Markkleeberg

Die Corona-Pandemie trifft auch das Kinderhospiz Bärenherz in Markkleeberg hart. Dabei sind Mund-Nasen-Schutz und regelmäßiges Händedesinfizieren kleine und unkomplizierte Hürden. Den Bärenherz-Verein plagt eine ganz andere Sorge: „Uns sind sehr viele Spenden weggebrochen, die wir dringend brauchen“, sagt Vereinsgeschäftsführerin Ulrike Herkner.

Diese Gelder spielen in dem Haus eine wesentliche Rolle. Denn: „Wir erhalten keine staatlichen Zuschüsse. Wir finanzieren uns von Krankenkassengeldern und von Spenden, jeweils etwa die Hälfte“, erklärt die 38-Jährige.

Kleinstbeträge sind wesentlich

Pro Jahr müssen rund 1,2 Millionen Euro eingeworben werden, damit das Haus 400 Familienaufenthalte mit ganz verschiedenen Betreuungsangeboten sowie eine medizinische Pflegestation finanzieren kann. Mehr als sechzig Beschäftigte arbeiten im Hospiz, rund die Hälfte von ihnen im Dreischichtsystem 365 Tage im Jahr.

Neben großen Spenden von Firmen gibt es „viele, viele Kleinstbeträge, sie machen die Masse aus, rund 80 Prozent“. Zum Beispiel eine Oma, die jeden Monat fünf Euro für das Hospiz überweist. Doch in Corona-Zeiten sei vieles schwierig. „Man kann nur etwas spenden, wenn man es übrig hat“, weiß Herkner. Wer in Kurzarbeit ist oder ängstlich in die nahe Zukunft schaut, denke nicht in erster Linie ans Spenden.

Ulrike Herkner ist Geschäftsführerin des Vereins Kinderhospiz Bärenherz. Quelle: Andre Kempner

Erschwerend hinzu kommt: All die Events, wo Bärenherz für sich werben kann, fallen dieses Jahr aus, zum Beispiel die großen Benefizveranstaltungen oder der Tag der offenen Tür im Kinderhospiz mit vielen Gästen oder all die Stadtfeste und Fußballspiele, wo Ehrenamtliche sonst mit Bärenherz-Ständen vertreten sind.

Symbolische Hochzeit im Park

Es gehe in diesem Kinderhospiz, seit 2008 das einzige seiner Art in Sachsen, eben nicht nur um eine medizinische Grundversorgung, sondern um das Leben drum herum. Die Philosophie des Hauses sei, auf die individuellen Bedürfnisse der Familien mit unheilbar kranken Kindern einzugehen: „Neben den schweren Stunden sollen die schönen Momente noch ganz intensiv gelebt werden.“ Diese guten Augenblicke sollen die Erinnerung bestimmen.

Dabei spielen auch die letzten Wünsche eine große Rolle. Zum Beispiel: Ein 16-Jähriger bekam die Diagnose Hirntumor. Kurz bevor er mit 18 starb, wollten er und seine langjährige Freundin noch symbolisch heiraten. Im schönen Kees’schen Park, in dem das Kinderhospiz liegt, organisierte die Familie des Kranken ein großes Fest, es gab auch eine Hochzeitstorte.

Pinguine im Zoo füttern

Oder: Ein kleiner Junge wünschte sich vor seinem Tod, einmal die Pinguine im Zoo zu füttern. Der Bärenherz-Verein organisierte dies gemeinsam mit dem Leipziger Zoo. Der Kleine war glücklich. Auch als er erfuhr, dass einer der neu geborenen Pinguine seinen Namen erhalten hatte.

„Die letzten Wünsche sind wichtig und oft haben sie wenig mit materiellen Dingen zu tun“, sagt Ulrike Herkner. Sie erinnert sich noch gut an ein kleines Mädchen, das unbedingt mal eine Runde im Müllauto drehen wollte. Dafür kam extra die Papiermüllabfuhr in den Park. Einmal Bagger oder Porsche fahren sei ebenfalls ein beliebter Kinderwunsch.

Der letzte Wunsch sollte erfüllt werden. Doch selbst das ist in Corona-Zeiten manchmal nicht so einfach.

So kommt Ihre Spende an

So spenden Sie: 

Füllen Sie einen Überweisungsschein aus. Zahlungsempfänger: LVZ-Spendenaktion. Verwendungszweck: „Bärenherz“. Sie tragen bitte Ihren Betrag ein, den Sie spenden möchten, und überweisen diesen an: IBAN: DE89 8605 5592 1090 2297 19, BIC: WELADE8LXXX

Spendenbescheinigung: 

Bis 200 Euro gilt die vollständig ausgefüllte Quittung im Original zusammen mit dem Bareinzahlungsbeleg oder Kontoauszug Ihrer Bank als Spendenbescheinigung für das Finanzamt. Bei Überweisungen mit Ihrer kompletten Adresse gehen wir davon aus, dass Sie eine Spendenbescheinigung vom Partnerverein möchten. Zur Erstellung der Spendenquittung übermitteln wir Ihre Adressdaten und Spendenhöhe an den Partnerverein.

Spendernamen: 

Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Sollten Sie das nicht wünschen, dann tragen Sie bitte auf dem Überweisungsschein „ANONYM“ ein. Im Nachhinein können Sie 24 Stunden nach der Überweisung der Namensveröffentlichung unter der E-Mail: lesermarkt@lvz.de widersprechen.

Spendenübergabe: 

Die LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ geht vom 14. November bis 13. Dezember 2020 Anschließend wird der Gesamtbetrag unserem Partnerverein für das Hilfsprojekt übergeben. Wir berichten regelmäßig über die konkrete Hilfsaktion. Sollten mehr Spenden zusammenkommen, als für das konkrete Hilfsprojekt benötigt wird, so geht das übrige Geld ebenfalls an unseren Projekt-Partnerverein. Das Projekt „Ein Licht im Advent“ wird unterstützt von der Sparkasse Leipzig.

Sehen und lesen Sie dazu auch zur LVZ-Spendenaktion:

Von Claudia Carell