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Geithain Bad Lausick: Gaststätte Kulmbacher soll wieder öffnen
Region Geithain Bad Lausick: Gaststätte Kulmbacher soll wieder öffnen
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12:00 10.10.2019
Die traditionsreiche Gaststätte „Kulmbacher“ ist noch geschlossen. Das soll nach dem Willen des Eigentümers aber nicht so bleiben. Quelle: Ekkehard Schulreich
Bad Lausick

Das Blau-Weiß der historischen Bleiglas-Fenster verweist auf die bayrische, besser fränkische Biertradition am Bad Lausicker Untermarkt. Der Name Kulmbacher an der Fassade wird noch deutlicher: Gerstensaft aus dieser Brauerei wurde hier über Jahre und Jahrzehnte ausgeschenkt. Das ist Geschichte, die Tür zum Lokal zugesperrt. Dabei wollte Boris Stefanov, der die Immobilie 2017 ersteigerte, längst wieder öffnen. Doch der Investitionsaufwand ist viel größer als gedacht.

„Die Leute wollen, dass es endlich weitergeht – und ich will das auch“, sagt Stefanov, der als Bauunternehmer in Leipzig tätig ist. Bis dahin werde es aber noch ein paar Monate dauern, denn vor allem im Bereich der Küche müsse vieles erneuert werden.

Gasträume des „Kulmbacher“ sollen historisches Flair behalten

Das sei kein Wunder in einem Haus, dessen Wurzeln 350 Jahre zurück reichen und dessen bauliche Substanz entsprechend angegriffen sei. „Ich hoffe, dass wir im nächsten Frühjahr so weit sind.“ Die Gasträume selbst behielten ihr historisches, urgemütliches Flair. Drauf legten nicht nur die Gäste wert; auch er wisse das zu schätzen.

Bernd Päßler war der letzte Betreiber der Gaststätte. Die Gaststube atmet fränkische Gemütlichkeit. Quelle: Peter Krischunas

Die urige Ausstattung, bei der viel Holz verbaut wurde, stammt aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Sie steht unter Denkmalschutz. 1935 schenkte Richard Päßler, Großvater des letzten Betreibers Bernd Päßler, hier zum ersten Mal das Bier der Brauerei Kulmbacher aus. Der Vertrag mit der Ersten Kulmbacher Actien-Exportbierbrauerei hing im Lokal an der Wand.

Helle und dunkle Exportbiere in Bad Lausick ausgeschenkt

Darin war zu lesen, dass Päßler auf die Dauer von sechs Jahren das Privileg des Alleinverkaufs in einem Umkreis von fünf Kilometern erhielt. Als Gegenleistung verpflichtete er sich, nur die hellen und dunklen Exportbiere der „Ersten Kulmbacher“ zum Ausschank zu bringen. Das kam bei Einheimischen wir Kurgästen bestens an.

Für den Faschings- und Karnevalsverein Bad Lausick (FKK) war der Kulmbacher über Jahre eine angesagte Adresse. Quelle: Jens Paul Taubert

Beliebt blieb die Gaststätte auch in den DDR-Jahrzehnten, als freilich nicht mehr West-Bier, sondern Sachsenbräu aus dem Hahn floss. Bernd Päßler, dessen Vater vor ihm hier Wirt war, knüpfte den hopfigen Kontakt nach Kulmbach nach der Wende neu. Für eine Ausmalung der Gaststube sorgten in den achtziger Jahren Gerhard Schriekel und Engelbert Weinert – mit Szenen und Sprüchen, aber auch Darstellungen von Personen, die um 1935 und danach in diesem Haus verkehrten.

Von Ekkehard Schulreich

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