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Geithain Bad Lausick will Heilbad bleiben
Region Geithain Bad Lausick will Heilbad bleiben
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08:11 05.01.2019
Der erste Teil der Bad Lausicker Grundschule kam bereits unter ein neues Dach. 2019 gehen die Sanierungsarbeiten am Haus weiter.
Der erste Teil der Bad Lausicker Grundschule kam bereits unter ein neues Dach. 2019 gehen die Sanierungsarbeiten am Haus weiter. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

In Englischrot leuchtet ein Teil der Bad Lausicker Grundschule: Zeichen dafür, dass die seit Jahren erwogene Sanierung – nach der Oberschule – endlich begann. Mit der Inbetriebnahme des „Riff-Resorts“, ermöglicht vor allem durch privates Kapital, erhalten die Bereiche Kur und Wellness neue Impulse. Wo steht Bad Lausick, wo will die Kurstadt hin? Das wollte die LVZ von Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos) wissen.

Was gelang 2018?

Michael Hultsch, Bürgermeister Bad Lausick (parteilos). Quelle: privat

Die Fertigstellung des „Riff-Resorts“, durch die Stadt nur mittelbar initiiert, bringt uns deutlich weiter. Es macht Bad Lausick bekannter, sorgt für mehr Gäste und dass ein paar Euro mehr im Ort bleiben. Unser Konzept Kur-City ist bestätigt, so dass wir hier in den nächsten fünf, sechs Jahren mit Fördermitteln eine Menge tun können. Wir haben sämtliche Lampen in der Innenstadt auf sparsame und helle LED umgestellt. Ein neues Tanklöschfahrzeug für die Feuerwehr ist in Auftrag gegeben und kommt Ende 2019. Was wir uns vorgenommen haben, ist uns nahezu gelungen. 

Nahezu heißt...

...dass wir manches auf 2019 schieben mussten. Das betrifft etwa zwei Straßenbaumaßnahmen in Beucha und Etzoldshain; hier floss die Förderung nicht. 

2020 muss das Heilbad-Prädikat verteidigt werden, 2021 kann Bad Lausick 200 Jahre Kur feiern. Wie bereiten Sie die Stadt darauf vor?

Mit der Wiederholungs-Prädikatisierung beschäftigen wir uns intensiv. Die Modernisierung unseres Heilwasser-Brunnens, der das Herzstück ist, ist angeschoben.

Als Bad Lausick im Dezember 2010 das Heilbad-Prädikat bekam, hieß der Bürgermeister Josef Eisenmann (links), der sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok. Zwischen beiden Monika Löffelmann im Habit einer Badefrau. Quelle: Jens Paul Taubert

Was kann das Konzept Kur-City mit seinen Fördermöglichkeiten beitragen?

Allerhand, Investitionen von bis zu acht Millionen Euro sind denkbar. Aber wir brauchen einen Planungsvorlauf. Die Neugestaltung einer Sport- und Freizeitfläche hinter der Grundschule beispielsweise können wir 2019 nur vorbereiten, die Aufwertung der Grünflächen am Bahnhof und in der Fabianstraße planen. Förderung aus diesem Programm können auch Private nutzen. Vielleicht gelingt auch ein Neuordnungskonzept für die alten Mühlenwerke, damit man überhaupt mal weiß, wo es hingehen soll. Wir werden einen barrierefreien Zugang im Rathaus schaffen. Es gibt vieles, das in den vergangenen Jahren liegen blieb, das jetzt aber angegangen werden könnte.

Kann Bad Lausick die nötigen Eigenmittel aufbringen?

Den Schuldenabbau müssen wir weiter konsequent betreiben. Wir müssen flexibel sein, unsere Ausgaben immer neu der Einnahmesituation anpassen. Wir können nur ausgeben, was wir einnehmen, klar. 

Die Brücke über die Eula in Beucha soll 2019 neu gebaut werden. Zum Zehnjährigen der Brückensperrung hatten die Beuchaer 2016 ein Fest gefeiert – um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Quelle: Andreas Döring

Die Sanierung der Grundschule und danach noch der Turnhalle gehen ja schon mächtig ins Geld...

Die Schule steht vornan. Bis Ende 2019 soll das Gebäude von außen komplett saniert sein. Die Turnhalle haben wir im Kur-City-Konzept drin, aber mit der können wir uns erst Anfang des nächsten Jahrzehnts befassen. 

Apropos Zukunft: Wohin steuert Bad Lausick? Wie ist das Einvernehmen mit den Nachbarn, Otterwisch im Speziellen?

Mit Blick auf Otterwisch ist es so entspannt wie lange nicht. Die Zusammenarbeit in der Verwaltungsgemeinschaft läuft. Ob sich daraus später doch noch mehr entwickeln kann, weiß ich nicht. Meine Hand jedenfalls ist ausgestreckt. Insgesamt funktioniert die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen sehr gut. Mit Colditz wollen wir ein gemeinsames Konzept für Rad- und Wanderwege auflegen und den Colditzer Forst zusammen mit Sachsenforst neu ausschildern. 

In den Ortsteilen geplant

Ballendorf: Sanierung der Trauerhalle; der Koordinierungskreis befürwortet Fördermittel aus dem Leader-Programm

Buchheim: Stadt drängt Telekom, im gesamten Dorf für schnelles Internet zu sorgen

Ebersbach: Fortsetzung der Sanierungsarbeiten am Dorfgemeinschaftshaus Vollständige Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED

Etzoldshain: Einbau eines Abschnitts der Hinteren Dorfstraße Abschluss des Erwerbs des Dorfgemeinschaftshauses als Grundlage für Erhaltungsmaßnahmen

Lauterbach: Sanierung der Postgasse 2019/20 Abschluss der Außensanierung über Leader am Dorfgemeinschaftshaus

Steinbach: Bauleistungen am Herrenhaus: Toiletten erneuern, Fenster überarbeiten oder ersetzen, Fassade und Dach sanieren, Außentreppe herrichten

Beucha: Bau der Brücke über die Eula, um die Straße nach Flößberg wieder öffnen zu können; Förderantrag ist gestellt, Bau eines Feuerlöschbehälters

Glasten: Planung des Radweg-Stücks zwischen der Stadtgrenze Grimma und dem vorhandenen Weg in Glasten 2019 und Bau 2020; Sanierung der Bestattungshalle vorantreiben

Thierbaum: über Leader Kapazität des Dorfgemeinschaftshauses erweitern, Anbau für die Feuerwehr schaffen

Von Ekkehard Schulreich