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Geithain Bad Lausicker Ärztin wegen fahrlässiger Tötung verurteilt
Region Geithain Bad Lausicker Ärztin wegen fahrlässiger Tötung verurteilt
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17:13 24.04.2019
Justitia hat im Fall einer Medizinerin der Sachsenklinik in Bad Lausick ihr Urteil gesprochen. Quelle: dpa
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Bad Lausick/Leipzig

Eine Medizinerin an der Sachsenklinik Bad Lausick ist wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Vor dem Amtsgericht Leipzig musste sie sich wegen einer Überdosis verantworten, die sie einer Krebspatientin verabreicht hatte. Die Patientin war an den Folgen gestorben.

Ärztin verabreicht fünffache Dosierung eines Antitumormittels

Der Fall reicht ins Jahr 2014 zurück. Elena M. war zu diesem Zeitpunkt Stationsärztin in der Neurologischen Klinik der Sachsenklinik. Die 30-jährige Medizinerin behandelte eine Patientin, die an einem Hirntumor erkrankt war. Während der Nachbehandlung im November 2014 sei eine Chemotherapie verordnet worden, so Gerichtssprecher Stefan Blaschke. Dabei habe die Ärztin das Antitumormittel Cecenu verabreicht – allerdings in der fünffachen Dosierung. Anstelle einer einmaligen Gabe habe die Stationsärztin eine fünftägige Behandlung angeordnet. Sie soll bei der Behandlung ihre Sorgfaltspflicht vernachlässigt haben.

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Patientin der Bad Lausicker Klinik stirbt an den Folgen

Aufgrund dieser Überdosis, so die Anklage, seien Knochenmarkschädigungen und weitere Schädigungen aufgetreten. In ihrem kritischen Zustand sei die Patientin im Januar 2015 in die Uniklinik Leipzig verlegt worden, so das Gericht weiter. Aufgrund ihres schlechten Allgemeinzustandes sei sie am 9. Januar 2015 gestorben.

Das Leipziger Amtsgericht verurteilte die 30-jährige Ärztin zu einer Geldstrafe. Sie muss 90 Tagessätze zu je 80 Euro zahlen.

Von Birgit Schöppenthau