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Geithain Bad Lausicks Stadtzentrum brodelt: Hunderte genießen zweite Händlernacht
Region Geithain Bad Lausicks Stadtzentrum brodelt: Hunderte genießen zweite Händlernacht
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00:19 20.09.2017
Erfreulich eng geht es zu in den Straßen der Bad Lausicker Innenstadt. Frauen- und Männerchor sind mittenmang, lassen singend mehrfach an diesem Abend innehalten und aufhorchen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

Bis weit in die Nacht hinein bestimmte quirliges Leben die sonst eher stille Szenerie des Bad Lausicker Stadtzentrums: Die Geschäftsleute hatten am Freitagabend erneut eingeladen zur Händlernacht. Diese Zweitauflage vermochte deutlicher noch zu mobilisieren als die Premiere vor einem Jahr – Akteure und Flaneure gleichermaßen. Bald nach der Eröffnung durch Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos) und den Stadtförderverein, der den Erlebnisabend organisierte, ging es vor vielen Geschäften und auf den Straßen zwischen Rochlitzer Straße und Untermarkt turbulent zu. Das Akkordeonorchester der Musikschule Fröhlich bestritt neben Tänzern des Tautenhainer Karnevalsvereins den Auftakt. Über viele aufgeschlossene Zuhörer freute sich Musikschulchefin Katrin Rühlemann: „Jetzt sammelt sich alles in der Stadt – klasse!“

Die zweite Bad Lausicker Händlernacht ist ein voller Erfolg. Hunderte Besucher sind Freitagabend in die Innenstadt gekommen, die eine ganze Menge zu bieten hatte. Bis weit in die Nacht hinein bestimmte quirliges Leben die sonst eher stille Szenerie des Stadtzentrums.

„Wenn man in Bad Lausick wohnt, muss man einfach dabei sein“, sagte Ellen Hofmann, die mit Freunden unterwegs war. Auf dem Markt gönnten sich die Ebersbacher Manja und Daniel Boesche samt Kindern Eis: „Es ist mehr los als voriges Jahr. Schön, dass es nun ein Karussell gibt.“ Zentnerschwere Möbel aus Naturstein hatte das Unternehmen Winzer vor das Rathaus gewuchtet, auf denen man Kesselgulasch genießen konnte. In Hörweite trafen Hammerschläge auf Metall: Der Buchheimer Fahrzeugbauer Marko Pfaff hatte seine historische Feldschmiede aufgebaut – nicht nur, um Handwerk zu zeigen, sondern auch, um für Berufsnachwuchs zu werben.

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Heiß war es auch für Uwe Wittig, der vor dem Schuhgeschäft seiner Frau Bratwürste wendete auf dem Grill und sich über den Zuspruch freute. Buchhändlerin Carmen Heine hatte dieses Mal den geräumigen Tordurchgang neben ihrem Geschäft geöffnet. „Wenn es dunkel ist, zünden wir hinten die Feuerschale an“, sagte sie. Wenige Meter entfernt erklangen herbstliche Lieder. Mitglieder des Frauen- und des Männerchores sangen unter Leitung von Viktor Vetter für die Händlernacht-Besucher. Unter den Zuhörern waren Ute und Michael Keil: „Die Veranstaltung hat sich entwickelt. Sie tut unserer Stadt gut.“ Die August-Bebel-Straße avancierte kurzzeitig zum Laufsteg, auf dem die Geschäfte von Martin Remke und Ronny Loth modische Trends präsentierten. Hier hatte Elfriede Tetzner mit ihren Bekannten Rosi Schönberg und Renate Keller ein Plätzchen gefunden. „Uns gefällt das alles wunderbar. Jedes Geschäft bietet etwas anderes.“

Beschaulicher ging es nahe der Kilianskirche zu. Nicht nur, dass es drinnen eine Andacht gab; ein Bücherbasar zugunsten der Kinderarbeit fand viele Freunde, so Ursula Kirsch: „Der Bücherflohmarkt gefällt mir wie die stimmungsvolle Atmosphäre, wenn es nachher dunkel wird.“ Die wollten auch Christa und Werner Tischer aus Ballendorf erleben. Adelheid Atzler und Marion Rödel aus Flößberg freuten sich über die Vielfalt in der sonst oft zu ruhigen Innenstadt. Viele künstlerische Handschriften bot die kleine Bilderschau, die der von Olav van Angrick geleitete Kunstkurs im Rathaus zeigte – sie ist noch bis Anfang Oktober zu sehen.

Höhepunkt und Abschluss war zu später Stunde die Tombola-Verlosung auf dem Markt. Den Hauptpreis, einen der neu kreierten Stadtgutscheine im Wert von 200 Euro, sicherte sich ein Kurgast. Stadtfördervereins-Chef Dirk Hobler zog ein zufriedenes Fazit: „Unsere zweite Händlernacht war noch erfolgreicher als die Premiere 2016.“

Von Ekkehard Schulreich