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Geithain Bagger gehen Eschefelder Teich auf den Grund
Region Geithain Bagger gehen Eschefelder Teich auf den Grund
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05:06 16.08.2018
Angesichts der Trockenheit ist die Schlammabfuhr aus dem Großteich eine staubige Angelegenheit. Doch sie erleichtert das Prozedere erheblich. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg

Rund 100 000 Tonnen Schlamm lässt der Landkreis Leipzig bis Ende Oktober aus dem Großteich des Eschefelder Teichgebietes holen. Möglich, dass es auch etliche Tonnen weniger sind, denn angesichts des heißen und trockenen Sommers enthält der Aushub viel weniger Wasser als erwartet. Traktoren mit Anhängern, die bis zu 20 Tonnen fassen, bringen den Jahrzehnte alten Teichgrund direkt auf umliegenden Feldern aus.

Knapp drei Millionen Euro kostet das Vorhaben, zu dem neben der Schlammentnahme Aufwertungen im Natur- und Vogelschutzgebiet gehören. Das Geld kommt vom Land Sachsen, das die Eschefelder Teiche, ein durch jahrelangen Wassermangel lädiertes Schutzgebiet, 2016 in das Eigentum des Landkreises übergab.

Bessere Brutbedingungen für Vögel

„Der Großteich ist das Herzstück des Schutzgebietes“, sagt Dr. Lutz Bergmann, Leiter des Umweltamtes im Landkreis. Ziel sei es, die Brutbedingungen für viele geschützte Arten deutlich zu verbessern. Im Besonderen betreffe das Schwarzkopfmöwen und Schwarzhalstaucher, die auf Inseln im Großteich brüteten, zuletzt aber dort kaum noch Ruhe fanden.

Mangels Wasser waren viele Teiche des Gebietes verlandet, begannen zuzuwachsen. Die durch das Wasser abgeschirmten Brutinseln wurden für Räuber wie Waschbär und Marderhund erreichbar. „In den letzten Jahren waren immer weniger Bruten zu verzeichnen“, räumt Bergmann ein. Dem wolle man mit der Entschlämmung des Teiches und der Neuanlage von zwei Brutinseln jetzt wirkungsvoll begegnen.

Zuvor hatte der Landkreis bereits jene Leitung neu bauen lassen, mit der in Vorzeiten bereits bei Bedarf Wasser aus der Wyhra hergeleitet werden konnte, ein Pumpenhaus inklusive: „Erst dadurch macht die Sanierung des Großteiches ja Sinn.“

Seit 6. August rollen die Gespanne von 6.30 bis 19 Uhr, freitags bis zum Mittag, um den bereits abgetrockneten Schlamm abzufahren. Auf dem Boden des seit dem Frühjahr abgelassenen Teiches schiebt ihn eine Raupe zusammen; zwei Bagger kümmern sich um das Verladen.

Baustraße und Reifenwaschanlage

Übernommen hat den Transport das Unternehmen GWB aus Moritzburg bei Dresden. Aktuell wird nahe der Teichhaus-Siedlung abgefahren; ein zweiter Entnahmepunkt ist auf der Eschefelder Seite geplant. „Wir haben gesagt, wir fangen an und nutzen das gute Wetter, auch wenn noch nicht alle Vorbereitungen abgeschlossen sind“, sagt der Umweltamtsleiter. So sei die Baustraße am Teichhaus noch im Bau, würden eine Reifenwaschanlage und eine Waage erst in diesen Tagen montiert.

Wo der von Ausflüglern und Einheimischen gern genutzte Leichenweg zwischen Frohburg und Eschefeld gequert wird, sorgen Schutzgitter dafür, dass sich Passanten und Fahrzeuge nicht ins Gehege kommen. Die Ausbringung des Schlamms auf Felder mehrerer sächsischer Landwirtschaftsbetriebe diene der Bodenverbesserung; im Vorfeld habe man die Teiche beprobt, um Schadstoffe auszuschließen.

Test mit Schwimmponton

Parallel zur Entschlämmung – ab Oktober/November sind der Vorwärmer und der Streckteich II ebenfalls an der Reihe – soll das Gebiet aufgewertet werden. Zwischen die festen Brutinseln - eine mit Elektrozaun eingefriedet - wird testweise ein Schwimmponton platziert. „Wir werden in Kooperation mit der Vogelschutzwarte Neschwitz beobachten, wie der Bruterfolg ist“, so Bergmann. Ein Ponton sei besser zu unterhalten; es entfalle die auf den Inseln unverzichtbare Grünpflege. Zudem wolle man einen Aussichtspunkt für die Besucher errichten und die Bepflanzung entlang des Leichenweges so beschneiden, so dass wieder ein Blick über und in das Naturschutzgebiet mit seinen weiten Wasserflächen möglich sei.

„Unser Kreishaushalt wird durch dieses Vorhaben nicht belastet“, stellt Lutz Bergmann klar. Man finanziere es dank Mitteln, die man vom Freistaat bekommen habe. Das sei damals bei Übernahme der Teiche vor zweieinhalb Jahren so vereinbart worden. Er sei zuversichtlich, dass die seither ergriffenen Maßnahmen dazu beitrügen, das Natur- und Vogelschutzgebiet wieder zu dem zu machen, was es einmal war: ein Dorado von zahlreichen geschützten Wasservogel-Arten, das auf einer Stufe steht mit anderen europäischen Schutzgebieten. Dieser Anspruch ging in den zurückliegenden Jahren immer weniger mit der Realität konform, vor allem weil es an Wasser fehlte.

Von Ekkehard Schulreich

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