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Geithain Neujahrsempfang: Landrat Graichen macht Inklusion zum Schwerpunkt
Region Geithain Neujahrsempfang: Landrat Graichen macht Inklusion zum Schwerpunkt
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11:11 23.01.2017
Die Band der Lebenshilfe Borna unterhielt die Gäste des Neujahrsempfangs in Geithain mit Titeln wie „Born to be wild“ oder „Alles nur geklaut“.   Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain

 Den Landkreis weiter voranzubringen und ihn fit für den Wettbewerb mit vergleichbaren Regionen Europas zu machen – dafür warb Landrat Henry Graichen (CDU) auf dem Neujahrsempfang des Kreises am Freitagabend im Geithainer Bürgerhaus. Die rund 200 Gäste erhoben sich zu Beginn von ihren Plätzen. Mit einer Schweigeminute wurde dem am 30. Dezember 2016 unerwartet verstorbenen Beigeordneten Dr. Thomas Voigt gedacht. Voigt habe seit 1990 die Geschicke des Kreises geleitet, Strukturen im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung mit aufgebaut und sich um den heutigen Landkreis große Verdienste erworben, würdigte Graichen dessen Wirken.

In den Mittelpunkt seiner Rede stellte der Landrat das Thema Inklusion. Ausführlich ging er auf die Herausforderungen, aber auch Chancen ein, die sich aus dem seit 1. Januar 2017 geltenden Bundesteilhabegesetz ergeben. „Mit diesem Gesetz soll die Behindertenhilfe als Teil der Sozialhilfe in ein modernes Recht zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben überführt werden. Eine Aufgabe, welche in Sachsen derzeit und voraussichtlich auch künftig auf der kommunalen Ebenen erledigt wird.“ Im Landkreis leben aktuell 25 117 Menschen mit einer ausgewiesen Schwerbehinderung – 10 Prozent der Landkreis-Bevölkerung. Und dieser Anteil werde weiter steigen. Mit dem Teilhabegesetz werde künftig individuelle Selbstbestimmung und der Zugang zum Arbeitsleben wesentlich erleichtert. Graichen appellierte, die Möglichkeiten der neuen Regelung bewusst zu nutzen. Viele Unternehmen würden bereits jetzt einen großen Beitrag zur Teilhabe am Arbeitsleben leisten; ein Viertel der Firmen beschäftige derzeit aber überhaupt keinen behinderten Menschen. Von daher war es Graichen wichtig, auf die neuen Chancen aufmerksam zu machen. Nicht passender konnte die Umrahmung für den Neujahrsempfang gewählt werden, den unter anderem die Band der Bornaer Lebenshilfe „Ich und die anderen“ gestaltete. Für Menschen mit Handicap müsse die Zukunft nicht ausschließlich die Behindertenwerkstatt bedeuten, formulierte Graichen. Firmen würden ab 2018 einen Lohnkostenzuschuss erhalten. Dieser betrage 1065 Euro im Monat. „Dies“, so der Landrat, „ist meines Erachtens kein unbeachtlicher Anreiz für Arbeitgeber.“ In der verbleibenden Zeit sollten sich alle Beteiligten darauf konzentrieren, Beschäftigungsmöglichkeiten und Arbeitsfähigkeiten vorbehaltlos zu prüfen. Das Gesetz könne die Tür aufstoßen zu einem völlig neuen Umgang zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen, so Graichens Hoffnung.

Rund 200 Gäste begrüßte Landrat Henry Graichen zum Neujahrsempfang des Landkreises im Bürgerhaus Geithain.

Weitere Chancen gelte es bewusst zu nutzen, um den Landstrich auch 2017 weiter voranzubringen. „Die Region Leipzig wie der Landkreis Leipzig entwickeln sich stark und dynamisch. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent liegen wir unter dem sächsischen Durchschnitt.“ Die Gäste des Neujahrsempfang spornte Graichen an, weiter für bestmögliche Standortvoraussetzungen für Industrie und Gewerbe sowie attraktive Wohnbedingungen zu sorgen. „Und dabei schneller und besser zu sein als andere Regionen Deutschlands und vergleichbare Regionen Europas.“

Eine gute IT-Landschaft sei dafür wesentliche Voraussetzung. Für die Bevölkerung werde sie immer wichtiger, „für die Unternehmen des Kreises ist sie bereits existenziell“. Deshalb habe der Kreis gemeinsam mit acht Kommunen eine Analyse auf den Weg gebracht. Diese wird Ende Februar vorliegen und soll die Städte und Gemeinden in die Lage versetzen, Investitionen anzugehen. Aufs Tempo drückt der Kreis auch beim Thema Elektromobilität. „Neben einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur werden wir uns mit den Fahrzeugflotten des Kreises und seiner Gesellschaften beschäftigen.“ Mehr Energie vertrage die Region auch beim Thema Klimaschutz. „Etliche Kommunen haben das Anliegen bereits erfolgreich im Blick. Ich glaube, dass wir uns als Landkreis Chancen entgehen lassen, wenn wir uns hier nicht deutlicher engagieren.“ Die Nationale Klimaschutzinitiative biete dafür viele Optionen - sowohl auf kommunaler Ebene als auch für die Privatwirtschaft.

Chancen ergreifen – das war auch Graichens Botschaft beim Thema Tourismus. Das Reformationsjubiläum 2017 könne ein nachhaltiges Interesse für die Region wecken. „Ein solch internationales Publikum werden wir in dieser Zahl nicht so schnell wieder in Mitteldeutschland begrüßen können.“ Der Tourismus stelle inzwischen einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum dar. Über 2,7 Millionen Übernachtungen im Vorjahr im Burgen-, Seen- und Heideland würden hoffnungsvoll stimmen. „Die Entscheidung, eine Vermarktung der Region gemeinsam mit der Stadt Leipzig und den ländlichen Destinationen zu organisieren, ist richtig. Ich hoffe, dass diese Entwicklung auch diejenigen überzeugt, die skeptisch waren.“

Geplante Investitionen von über 31 Millionen Euro stellte Graichen aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“ in Aussicht. Damit würden über 170 Projekte finanziert. Allein in Kindertageseinrichtungen werden über 8,1 Millionen Euro und weitere 5,5 Millionen in den Schulhausbau gesteckt. Positiv bewertet Graichen auch das erst im Dezember gestartete Projekt „Muldental in Fahrt“ - ein Modellvorhaben im öffentlichen Nahverkehr. Ziel sei, damit den ländlichen Raum deutlich besser ans mitteldeutsche S-Bahn-Netz anzubinden und die Kommunen auch als Wohnstandorte zu entwickeln. Auch dies sie ein weiterer Baustein, die Region attraktiver zu machen.

Der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält, ist zwischen Thallwitz und Narsdorf vielfach das Ehrenamt. Traditionell zeichnete der Landrat sechs Ehrenamtspreisträger aus - stellvertretend für viele tausende, die sich für das soziale Leben im Landkreis engagieren.

Von Simone Prenzel

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