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Geithain Darts fliegen in Benndorf
Region Geithain Darts fliegen in Benndorf
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22:07 24.01.2017
Torsten Hoffmann vom Benndorfer Dartclub beim Werfen.
Torsten Hoffmann vom Benndorfer Dartclub beim Werfen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg/Benndorf

Eine Heimstatt des Darts ist Benndorf, seit der Dartclub im Vereinsgebäude des Highland-Sportclubs HSC vor vier Jahren ein neues Domizil fand. Seitdem erfährt Dart – das Anfang/Mitte der Neunzigerjahre im Osten einen ersten Hype erlebte – hier eine neuerliche Renaissance. Die drückt sich in Benndorf in gewachsener Spielstärke aus; 22 Mitglieder machten die Bildung einer zweiten Mannschaft unverzichtbar. Ablesbar ist sie auch an den Pokalen und an dem kontinuierlich gesteigerten Erfolg der Benndorfer in der Sachsen-Thüringen-Dart-Liga: Trophäen verweisen auf Platz drei 2011/12, Platz zwei 2014/15 und in der Saison darauf auf den Meistertitel.

„Ich hab’ mit 14 angefangen, überall gespielt, wo was los war: Zeitz, Grimma, Meerane“ – Rocco Günther (37) erinnert sich gern an die wilden Jahre der ersten Dart-Begeisterung: „Das war in den Neunzigern ’ne richtige große Welle. Da konntest du an einem einzigen Wochenende drei, vier Turniere spielen.“ Eine Zeit, die Udo Thurm und Torsten Hoffmann, ein gutes Jahrzehnt älter als er, ebenso lebendig in Erinnerung haben. Die Wurzeln des 1. Dartclubs Benndorf liegen im benachbarten Frohburg, in der Gartengaststätte „Waldfrieden“, die längst Geschichte ist, in der kurz nach der Wende ein Aufsteller den ersten Dart platzierte.

1993 gilt als Gründungsdatum der Gruppe, und aus der ursprünglichen Kneipen-Unterhaltung wurde bald ein profunder Sport. „Der Aufsteller fragte uns: Wollt ihr nicht mal Turniere spielen?“, erzählt Torsten Hoffmann. Was für eine Frage: Sie wollten! Der Funke sprang über. „Damals gab es die ersten Einzelturniere. Da haben wir eine eigene Mannschaft gebildet“, ergänzt Udo Thurm. Als der „Waldfrieden“ schloss, hing man in der Luft, bekam im inzwischen auch nicht mehr existenten Dartcafé „Las Vegas“ an der Bundesstraße 95 in Frohburg neuen Grund unter die Füße. Das heutige Quartier am Benndorfer Sportplatz – der Club wurde zu einer Sektion des HSC, legte bei der Sanierung des Hauses kräftig mit Hand an – ist keinesfalls zufällig gewählt: Viele der Mitglieder wohnen hier oder wuchsen hier auf, fühlen sich weiter verbunden.

Mit einem Weihnachtsturnier versuchten die Benndorfer jüngst an ihre einst hervorragend besuchten „Vegas“-Turniere anzuknüpfen, zu denen in der Regel 50, 60 Leute kamen. Diese Größenordnung habe man beim Revival mit zwei Dutzend Gästen noch nicht erreicht, sagt Rocco Günther: „Das ist ausbaufähig. Auf jeden Fall machen wir im April ein Osterturnier.“

Um beim Dart bestehen zu können, braucht es Training. Im Benndorfer Vereinshaus steht das an jedem Freitag ab 17.30 Uhr auf dem Plan, sonnabends stehen meist Turniere an. „Wir freuen uns, wenn wir gewinnen, aber wir nehmen es nicht bitterernst“, sagt Udo Thurm. Günther steckt seine Ansprüche ein wenig weiter: „Training zu Hause jeden Abend eine Stunde.“

Längst ist bei den Benndorfern die nächste Generation der Dart-Begeisterten nachgerückt. Und es sind nicht nur Männer, die dem treffsicheren Umgang mit den Wurfpfeilen frönen; zwei Frauen stehen ihnen in nichts nach. Der Club sei froh, von regionalen Unternehmen mitunter eine Zuwendung zu erfahren, so Günther: „Unterstützung braucht man immer, sei es, um Ersatzteile für die Automaten zu beschaffen oder einen neuen Satz Club-T-Shirts.“ Automaten übrigens, die so bewährt sind wie die ältesten Mitglieder; sie stammen vom Beginn der Neunzigerjahre und sind in der Szene noch immer begehrt.

Kontakt zum 1. Dartclub Benndorf über Rocco Günther (Telefon 0152/26739226)

Von Ekkehard Schulreich