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Geithain Familie baut sich Bahnstation Tautenhain um
Region Geithain Familie baut sich Bahnstation Tautenhain um
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15:12 15.03.2019
Marcel Peters auf der alten Laderampe seines künftigen Wohnhauses. Gerade fährt der Regionalexpress nach Leipzig durch. Quelle: Ekkehard Schulreich
Frohburg/Tautenhain

Noch bugsiert er seinen S-Bahn-Zug durch die Leipziger Unterwelt. Bald schon aber könnte er mehrmals täglich unmittelbar an seinem Wohnzimmer vorbeirollen: Marcel Peters ist Lokführer bei der Deutschen Bahn, und er ist Bahnhofsbesitzer. Gemeinsam mit seiner Frau Juliane erwarb er das alte Stationsgebäude von Tautenhain, um es als Wohnsitz für die vierköpfige Familie auszubauen.

Teil der Bahnstation schon erneuert

Inzwischen hat es ein neues Dach, sind neue Fenster drin, ist der Fußboden in Arbeit. Irgendwann im Laufe des Jahres ist der Umzug geplant. Und irgendwann in den nächsten Monaten möchte der 31-Jährige nach einem Lehrgang gern vom S-Bahn-Cockpit in den Führerstand des „Geithainers“ wechseln. Jenes Zuges, der zwischen Leipzig und Geithain pendelt und der stündlich, nur eine Bahnsteigbreite entfernt, neben dem Wohnhaus hält.

Frau des Lokführers verliebt sich in Immobilie

Am Anfang standen eine Kleinanzeige bei Ebay und Peters’ Frau vor der Herausforderung, während des Studiums einen Business-Plan zu erstellen. „Sie recherchierte im Internet und sagte zu mir: Guck Dir das mal an, wie gefällt Dir das?“, erinnert sich Marcel Peters an den spontanen Entschluss, nach Tautenhain zu fahren. Trotz seiner Bahn-Affinität sei es Juliane gewesen, die somit den Bahnhof entdeckte und sich in die am Hang über dem Dorf liegende, seit Jahren ungenutzte Immobilie verliebte: „Sie fand den Bahnhof toll, zentral gelegen sozusagen.“ Das Paar griff zu, wechselte von Berlin in das verträumte Dorf, wohnt übergangsweise zur Miete – und begann nach dem großen Aufräumen mit dem Ausbau.

Familie ist Neuzugang in Tautenhain

„Die Leute im Dorf sind sehr offen. Die freuen sich, dass der Bahnhof gerettet wird. Wir fühlen uns angekommen“, sagt Marcel Peters. Er stammt aus Magdeburg, lernte bei DB Cargo, fuhr erst in Berlin S-Bahn und ist nun – von Borna aus – im mitteldeutschen Netz Lokführer. Seine Frau Juliane arbeitet als Service-Assistentin in einer Bad Lausicker Rehaklinik.

Alte Notiz auf der Tapete

Als sie begannen, das kleine Bahnhofsgebäude umzukrempeln, fanden sie mancherlei aus Jahrzehnten Bahngeschichte: Reichsbahn-Annoncen, Verspätungsformulare und unter der alten Uhr im einstigen Amtszimmer eine launische Kopierstift-Notiz von 1984 auf der Tapete: „Es schneit. Rudi u. Veronika haben Dienst.“

Wo im Dienstzimmer der Tautenhainer Bahnstation die Uhr hing, erhielt sich nicht nur der ursprüngliche Wandanstrich, sondern auch diese launische Notiz von 1984. Quelle: privat

Hilfe von Freunden und Handwerkern

„Man muss Enthusiasmus haben, definitiv“, sagt Peters. Die beiden haben ihn, und sie haben Freunde, die bei vielem zupacken: „Zu unseren großen Unterstützern gehören Mario, Mirko, Gregor, Rafael und Jens. Darüber sind wir sehr froh.“ Die Facharbeiten erledigen regionale Handwerksbetriebe. Dass der Regionalexpress samt nostalgischen Wagen im Stundentakt an dem kleinen Haus – mit erstaunlicher mehr als 200 Quadratmeter Fläche drinnen – vorbei donnert, störe nicht: „Jetzt, da die neuen Fenster drin sind, hört man die Züge kaum noch.“

Einzug in diesem Jahr geplant

Möglich, dass Juliane später einmal im Bereich des alten Warteraums mit der noch vorhandenen Schalter-Durchreiche ein kleines Café eröffnet. Das aber ist fernere Zukunftsmusik. Aktuell überwiegen die Bahn- und die Baugeräusche: „Ich kriege von Kollegen, die in Tautenhain stoppen, öfter mal ein Foto geschickt nach dem Motto: Bei Dir auf der Baustelle machen sie grad Pause.“ Dieser Anschein, sagt Marcel Peters, trügt. Man sei dran, der Einzug 2019 sei fest geplant.

Von Ekkehard Schulreich

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