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Geithain Frauendorfer Schützen verzichten wegen Störchen auf Salut
Region Geithain Frauendorfer Schützen verzichten wegen Störchen auf Salut
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10:57 06.06.2019
Die Frauendorfer Schützen beim Salutschießen.
Die Frauendorfer Schützen beim Salutschießen. Quelle: privat
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Frohburg/Frauendorf

Die Jahreszahl im Namen des Frauendorfer Schützenvereins 1994 weist darauf hin: Der Verein unter seinem Vorsitzenden Thomas Deckert befindet sich in einem Jubiläumsjahr. Vor einem Vierteljahrhundert gegründet, zählt er aktuell zwei Dutzend Aktive, darunter drei Frauen. Sie widmen sich nicht nur dem Schießsport, zu dem sie sich monatlich in Thierbach und Pöppschen treffen.

Beim jüngsten Frauendorfer Maibaum-Setzen mussten die Schützen auf ihr Salut verzichten, um die Störche auf dem Nest gegenüber der Schmiede nicht zu beunruhigen. Eine Auflage der Naturschutzbehörde, die auch Kanonen-Böller bei der Schützenkönig-Ehrung untersagt. Einschränkungen, die die Schützen akzeptieren.

Frauendorfer Kanoniere und Böllerschützen haben drei selbst gebaute Böller-Kanonen

Zum Verein zählt auch die Gruppe der Frauendorfer Kanoniere und Böllerschützen, die über drei selbst gebaute Böller-Kanonen und seit 2010 über eine eigene Traditionsfahne verfügen. Vor allem bringen sich die Mitglieder in das gesellschaftliche Leben des Dorfes ein – gemeinsam mit dem agilen Verein Pro Frauendorf. Auf eine große Feier zum 25-jährigen Bestehen verzichten sie: Der Höhepunkt der Ehrung des Schützenkönigs findet am 23. Juni im Rahmen des Frauendorfer Dorf- und Vereinsfestes statt.

Die Schützen aus Frauendorf feiern in diesem Jahr ihr 25-jähriges Vereinsjubiläum. Quelle: Nicole Rathge-Scholz

Ausgangspunkt war das Luftgewehr-Schießen auf dem Grundstück von Hartmut Bittner, erinnert sich Gründungsmitglied Dankfried Rohland. Bittner betrieb einen Getränkehandel; dort traf man sich, „und die Idee entstand, einen Verein zu gründen“.

Der fand starken Zulauf, zählte in seinen besten Zeiten fast ein halbes Hundert Mitstreiter. Von den 15 Gründungsmitgliedern sind heute noch vier aktiv. 1995 bildete sich eine Gruppe, die sich historischen Vorderladern widmete. Mehrere Vereinsmitglieder bauten Böller-Kanonen, mit denen der Verein bis heute in mehreren Bundesländern bei Veranstaltungen auftritt.

Verein hat Domizil in der Frauendorfer Schule

1997 bezog der Verein, inzwischen Mitglied des Deutschen Schützenbundes, in der ehemaligen Frauendorfer Schule ein neues Domizil, richtete ein Klassenzimmer und die Toiletten her. Als die Kirchgemeinde die Immobilie selbst benötigte, unterstützte sie die Schützen beim Ausbau der ehemaligen Wäscherolle neben dem Feuerwehr-Depot finanziell. 2004 wurde der neue Vereinsraum, an den eine Luftgewehr-Schießbahn anbaut ist, fertig. Rund 1200 Arbeitsstunden investierten die Schützen hier.

Neben dem Schießen und der Traditionspflege gehe es um ein lebendiges Vereinsleben, sagt Vorstandsmitglied und Chronist Heinz Kowalczyk, nennt die Vereinsmeisterschaften, Skat- und Kegelabende. Gern besuche man befreundete Schützenvereine zu deren Festen.

Dass das lange gepflegte Wurfscheiben-Schießen zurzeit nicht möglich sei, ändere man, sagt Kowalczyk: „Wir bemühen uns dafür um einen neuen Standort.“ Wie viele andere Vereine auch, würden die Frohburger Schützen ihre Reihen personell gern verstärken. Wer den Verein kennen lernen möchte, kann das beim Dorf- und Vereinsfest tun – oder telefonisch Kontakt aufnehmen (0152/59063199).

Von Ekkehard Schulreich