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Geithain Frohburg will Kontakte ins niedersächsische Uetze auffrischen
Region Geithain Frohburg will Kontakte ins niedersächsische Uetze auffrischen
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10:57 02.09.2019
Die Frohburger zu Besuch in Uetze 2014. Quelle: Repro LVZ
Frohburg

Was verbindet Uetze am Südrand der Lüneburger Heide und Frohburg im Herzen des Kohrener Landes?Eine Partnerschaft. In Vertragsform gefasst wurde die vor knapp drei Jahrzehnten. Freundschaftliche Kontakte über die Kirchgemeinden reichen indes bis in die fünfziger Jahre zurück. Allerdings ist es so kurz vor dem Jubiläum ruhig geworden.

Dass die Partnerschaft zwischen beiden Kommunen und vor allem zwischen den Menschen dort und hier auch mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Ende der deutschen Zweistaatlichkeit einen Wert besitzt, daran lassen weder Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) noch Andreas Fitz, Sprecher von Uetze, Zweifel. Das 57. Frohburger Dreieckrennen im September ist ein guter Grund für die Niedersachsen, an die Wyhra zu kommen. Dann will man nicht nur über Motorsport, sondern auch über das Jubiläum 2020 reden.

Der Partnerschaftsvertrag wurde 1990 unterschrieben. Die LVZ berichtete davon. Quelle: Repro LVZ

Erika Lory: Partnerschaft mit Uetze ist Herzenssache

„25 Jahre haben wir die Partnerschaft sehr intensiv gelebt. Für mich war das eine Herzenssache“, sagt Erika Lory, die als damalige Mitarbeiterin der Frohburger Stadtverwaltung die Kontakte beider Kommunen seit 1989/90 unmittelbar begleitete. Auf beiden Seiten habe es eine große Offenheit und Neugier gegeben. Beim ersten offiziellen Besuch der Frohburger drüben „läuteten die Kirchenglocken für uns. Wir haben alle geflennt.“

Am 7. September 1990 unterschieben Hiensch und sein Pendant Ernst Meier den Partnerschaftsvertrag. Die Kommunen vollzogen nach, was zwischen einigen ihrer Bürger längst Realität war: Schon vor dem Mauerbau 1961 gab es einen Austausch zwischen den Kirchgemeinden, machten junge Sachsen Sommerurlaub in Uetze. Selbst Lorys Tochter hatte ihrer Mutter etwas voraus: Sie feierte mit der Jungen Gemeinde in Uetze ins Jahr 1990 hinein.

Mit dem Trabant zum Neujahrsempfang ins Uetzener Rathaus, mit dem neu erwachenden Frohburger Unternehmertum zur regionalen Wirtschaftsschau „informa“, uneigennützige Hilfen und Austausch auf der Ebene der Verwaltungen, wachsende Verbindungen zwischen den Vereinen. Chöre beider Orte gaben gemeinsame Konzerte, Schulen nahmen Tuchfühlung auf; aus Uetze kam der Impuls, der zur Gründung des Frohburger Gewerbevereins führte.

Deutsch-deutsche Normalitäten, diverse Strukturreformen und schlicht das Älterwerden sorgten dafür, dass Frohburg und Uetze zuletzt wieder ein Stück auseinander rückten, sagt Lory und bedauert das. Der Generationswechsel habe nicht wie erhofft funktioniert: „Alle sagen, das soll neu belebt werden. Das kann aber nur mit der Jugend gelingen.“

Familie Wüste: Kinder führen Kontakte fort

„Dass die Kontakte nicht einschlafen, ist uns sehr wichtig“, bestätigen Christine und Ulrich Wüste aus Frohburg. Sie hielten zu zwei Familien im Niedersächsischen eine herzliche Verbindung. Längst seien die schon erwachsenen Kinder involviert, trügen in ihrem Herzen fort, was die Elterngeneration angestoßen habe. Für Wüstes steht fest: Der Blick auf das Jubiläum ist ein guter Grund, die Kontakte aufzufrischen.

Andreas Fitz: Partnerschaft leben

Dem steht man in Uetze offen gegenüber. „Der Fall der Mauer, der diese Partnerschaft erst möglich machte, ist gerade vielen jüngeren Menschen gar nicht mehr bewusst“, sagt Andreas Fitz, Sprecher der Gemeinde Uetze. Die Partnerschaft besteht heute aus langjährigen Freundschaften zwischen Frohburger und Uetzenern in Kirchengemeinde, Chören, Feuerwehren. Die kommunale Unterstützung aus den Anfängen der Wiedervereinigung sei in den Hintergrund getreten. „Es ist wichtig, eine Partnerschaft zu leben: in erster Linie durch gegenseitige Besuche der Vereine.

Die Einbeziehung weiterer Menschen aus beiden Kommunen ist aus heutiger Sicht eher schwierig.“ Der Ortsrat Uetze plane nächstes Jahr keine Jubiläumsfeier, sondern bereite die 1000-Jahr-Feier von Uetze 2021 vor. „Dazu laden wir natürlich eine Delegation aus Frohburg ein“, sagt Fitz. Und wenn 2020 das neue Feuerwehrhaus in Uetze eingeweiht werde, erwarte man Frohburger Feuerwehrleute.

Wolfgang Hiensch: Austausch fördert Verständnis

„Auch wenn ich zum diesjährigen Besuch im Jahresurlaub bin, hoffe ich sehr, dass meine Vertreter, Stadtrat und andere Frohburger in Vorbereitung des 30-jährigen Jubiläums 2020 ein klares Zeichen zur Fortführung der Partnerschaft und Engagement aus Frohburg setzen“, sagt Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch. Der Austausch fördere das Verständnis zwischen Ost und West. „Das ist nach meiner Überzeugung heute wichtiger denn je für das Zusammenwachsen in Deutschland. Gerade im Rahmen der vielen Begegnungen zur Pflege der Partnerschaft konnten beiderseits viele Vorurteile abgebaut werden.“

Von Ekkehard Schulreich

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