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Geithain Frohburger Bürgermeister kritisiert marode Kreisstraßen
Region Geithain Frohburger Bürgermeister kritisiert marode Kreisstraßen
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14:00 13.09.2019
Östlich der Wyhra unterhalb der Gnandsteiner Burg fand der Straßenbau schon statt. Westlich aber steht er seit Jahren aus. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg

Fehlende Fördermittel, Widerstände von Anliegern, baurechtliche Probleme: Das sind aus Sicht des Frohburger Bürgermeisters Wolfgang Hiensch (BuW) die entscheidenden Gründe dafür, warum seit Jahren vorbereitete Straßenbau-Vorhaben des Landkreises Leipzig einfach nicht voran kommen.

Er meint damit die Gnandsteiner Ortsdurchfahrt und die Schulstraße in Kohren-Sahlis, aber auch Projekte in Hopfgarten und Elbisbach, in Tautenhain, in Frankenhain. „Die Zustände mancher Kreisstraßen sind nicht nur für die Verkehrsteilnehmer eine Zumutung, sondern schaden den Ortsbildern, der Ortsentwicklung und dem Ansehen der Kommunen und Regionen“, formuliert er in einem Brief an Gerald Lehne, den 1. Beigeordneten des Landkreises.

Er möchte Auskunft zu den aktuellen Planungsständen, mehr noch aber die Gewissheit, dass die Behörde sich tatsächlich mit aller Kraft für eine Umsetzung wichtiger Bauvorhaben einsetzt.

Die Rosa-Luxemburg-Straße in Tautenhain ist längst eingebaut (hier ein Baufoto), doch anderenorts kommt der Straßenbau nicht voran. Quelle: Andreas Döring

Gnandstein: Grundhafter Ausbau nicht vom Tisch

Beispiel Gnandstein: Der Abwasserzweckverband Wyhratal ließ nach dem Kanalbau die Fahrbahn provisorisch verschließen, denn der Landkreis konnte den Straßenbau 2015 nicht nahtlos ansetzen: Der grundhafte Ausbau, der mit erheblichen Eingriffen in die historische Substanz verbunden wäre, ging den Gnandsteinern gegen den Strich. Sie wollen eine Wiederherstellung des Status quo. Für den Frohburger Bürgermeister, der den Streit von der 2018 eingemeindeten Stadt Kohren-Sahlis übernahm, bedeutet „nur der grundhafte Ausbau eine sinnvolle und nachhaltige Lösung“.

Da man sich nicht mit allen Eigentümern habe einigen können, müsse der Kreis endlich ein Planfeststellungsverfahren starten, um zu Baurecht zu kommen. Hiensch geht es dabei nicht nur um die Kreisstraße. Zwangsläufig aufgeschoben seien der Ausbau der Bauerngasse samt Haltestellen-Verlegung, nicht zu vergessen die Neugestaltung des Parkplatzes unterhalb der Burg. All das müsse man im Zusammenhang betrachten.

FrankenhainTautenhain: Eine der schlechtesten Straßen

Um ein Planfestellungsverfahren werde man wohl nicht herum kommen, wolle man den zweiten Abschnitt der Hopfgartener Ortsdurchfahrt endlich ausbauen. Dass sich zwei Eigentümer querstellen würden, sei doch schon vor einem halben Jahrzehnt klar gewesen. Den erfolgreichen Ausbau der Rosa-Luxemburg-Straße nennt Hiensch einen Beleg dafür, „welche positiven Impulse“ für das Ortsbild und Maßnahmen von Anliegern ausgehen könnten.

Viele Straßen im Landkreis Leipzig sind in einem schlechten Zustand. Für einen Ausbau fehlen oft die Fördermittel. Quelle: Jens Paul Taubert

Handlungsbedarf habe der Kreis im Dorf dennoch: Die Ebersbacher Straße sei ebenfalls hinüber und müsse „baldigst begonnen“ werden. Völlig verschlissen ist auch die Kreisstraße zwischen Frankenhain und Tautenhain. Der Kreis habe einen Ausbau erst 2022 signalisiert, so Hiensch – „obwohl der Zustand der schlechteste im gesamten Territorium der Stadt Frohburg“ sei.

Ärgerlich sei zudem, dass Gemeinschafts-Vorhaben von Kreis und Stadt mangels Förderung zurückgestellt worden seien, so in Kohren-Sahlis (Schulstraße) und Elbisbach (zweiter Bauabschnitt). In der Schulstraße habe man vor Monaten schon Bäume und Sträucher gerodet. Falls nicht spätestens 2020 gebaut werde, müsse der Verlust an Grün kompensiert werden.

Beigeordneter nennt Lage „unbefriedigend“

„Völlig unbefriedigend“ nennt Gerald Lehne in seiner ausführlichen Antwort die Situation. „Aufgrund der Nichtbearbeitung der im Jahr 2018 fristgerecht eingereichten Fördermittelanträge kommt es zwangsläufig zu einem erheblichen Rückstau.“ An Gemeinschaftsvorhaben müsse man dennoch festhalten; wenn jeder allein loslege, sei das „vollkommen uneffektiv und nicht wirtschaftlich“. Der 1. Beigeordnete nimmt auf die von Hiensch angesprochenen Vorhaben konkret Bezug.

Elbisbach, 2. Bauabschnitt: Entwurfsplanung liegt vor. Letzte Gespräche werden geführt. Verlaufen die positiv, wird bis Ende Oktober ein Förderantrag gestellt.

Schulstraße: Baurecht liegt vor, Ausschreibungsunterlagen und Umleitungskonzept sind fertig. Es fehlt – der Fördermittelbescheid.

Gnandstein: Planfeststellungsverfahren „ist unumgänglich“. Die Unterlagen werden erstellt.

FrankenhainTautenhain: „Mittelfristige Realisierung“, eingeordnet 2022.

Frankenhain, Kreuzung Geithainer Straße bis Ortsausgang Richtung Tautenhain: Realisierung „nur langfristig“.

Zur Ebersbacher Straße in Tautenhain trifft Lehnes Schreiben keine Aussage.

Von Ekkehard Schulreich

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