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Geithain Frohburger Häuser erzählen Geschichte: Heimatverein montiert informative Tafeln
Region Geithain Frohburger Häuser erzählen Geschichte: Heimatverein montiert informative Tafeln
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00:20 25.08.2017
Die dritte Tafel an der alten Druckerei ist angebracht (2016): Der Heimatverein und seine Unterstützer freuen sich.
Die dritte Tafel an der alten Druckerei ist angebracht (2016): Der Heimatverein und seine Unterstützer freuen sich. Quelle: verein
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Frohburg

Ausflügler, die das Frohburger Schloss mit seinem Museum und dem Park besuchen, kommen beinahe unweigerlich am alten Brauhaus und an der einstigen Schlossmühle vorbei, wenn sie in Richtung Marktplatz streben. Damit sie an diesen beiden historischen Gebäuden nicht achtlos vorüber gehen, sondern statt dessen Aufschlussreiches zu ihrer Geschichte erfahren, will der Frohburger Heimatverein an ihnen noch in diesem Jahr Tafeln anbringen. Die dezenten Platten bestehen aus Sicherheitsglas, sind hinterklebt mit einer Folie, auf die neben einer historischen Ansicht des Gebäudes Fakten zur Vergangenheit und Bedeutung der Immobilie verzeichnet sind. Auf diese Weise markiert werden soll 2017 außerdem das alte Amtsgericht in der Dr.-Zamenhof-Straße.

Das Projekt Häusertafeln beschäftigt das anderthalb Dutzend Mitglieder des Vereins bereits seit mehreren Jahren. Mit der Stadt arbeite man gut zusammen, sagt der Vereinsvorsitzende Thomas Peitzsch. Dass das Rathaus seinerseits jetzt beginnen will, geschichtsträchtige Gebäude in der Kernstadt für Smartphone-affine Besucher mit QR-Codes zu kennzeichnen und ein Faltblatt für einen Stadtrundgang herausgegeben habe, treffe durchaus die Intentionen des Vereins. Vier Tafeln platzierte der Verein bereits im Stadtbild: am allerersten Rathaus der Stadt unmittelbar neben dem Roten Hirsch, am renommierten Roten Hirsch selbst, am Platz des einstigen Diakonats und an der einstigen Druckerei, die unter anderem das Frohburger Wochenblatt verlegte. „Bis jetzt erleben wir nur positive Rückmeldungen, und die Liste der Gebäude, die wir noch markieren könnten, ist lang“, sagt Peitzsch. 2011 habe man im Verein, angeregt durch Tafeln in anderen Städten, dafür eine Arbeitsgruppe gebildet. „Das Zusammentragen der Informationen ist ein schwieriger Prozess. Vor allem historische Abbildungen sind oft nur schwer zu beschaffen.“ Die Denkmalpflegebehörde und die Eigentümer der Immobilien erwiesen sich als aufgeschlossen und gewährten die nötige Genehmigung gern. Finanziert würden die Tafeln aus eigener Kraft, etwa durch den Verkauf von Kalendern auf dem Weihnachtsmarkt.

Der Frohburger Heimatverein gehöre zu jenen, die eher im Verborgenen agieren, sagt Peitzsch, der 2007 vom verstorbenen Günther Boritz den Vereinsvorsitz übernahm. Das Gros der Mitglieder ist in der Kernstadt, wenige in Greifenhain und Benndorf. Peitzsch und seine Frau Dana, über Danas Großvater, den Benndorfer Ortschronisten Herbert Thomas, hinzugestoßen, wohnen inzwischen in Neukirchen. Das Hauptaugenmerk des Vereins liegt auf der jährlichen Herausgabe der „Chronik von Frohburg und Umgebung“. Unter der Federführung von Regina Köhler wird darin seit 1993 akribisch zusammen getragen, was im Jahreslauf in der Stadt und in den Ortsteilen an Bemerkenswertem geschah. Durch die Eingliederung Eulatals wuchs das Arbeitspensum der Rechercheure beträchtlich: „Wie das im nächsten Jahr wird, wenn Kohren-Sahlis hinzukommt, ist noch nicht raus.“ Die Auflage von 200 Heften gibt es im Bürgerzentrum, in einigen Geschäften, über die Vereine.

Wird in Frohburg groß gefeiert, dann erkennt man die Mitglieder an ihrer historischen bürgerlichen Kleidung; die Frauen tragen dabei unverwechselbar blaue Handdruck-Assecoires. Zu sehen waren sie etwa bei der 800-Jahr-Feier in Benndorf, Stammgäste sind sie beim Umzug der Frohburger Schützen. Auch beim historischen Picknick im Schlosspark, das im Juli zum zweiten Mal stattfand, fehlten die Vereinsmitglieder nicht. Neben der Aufarbeitung der Geschichte in den Archiven geht es ihnen immer wieder auch um Bleibendes: Die Tafel, die im Hof des Frohburger Schlosses an die Gefallenen der Weltkriege erinnerte, geht auf ihre Initiative zurück – aber auch die für Verschnaufpausen gern genutzte Bank am nach Greifenhain führenden Wiesenweg.

Von Ekkehard Schulreich