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Geithain Frohburger Heimatgruppe geht auf Schlesien-Fahrt
Region Geithain Frohburger Heimatgruppe geht auf Schlesien-Fahrt
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14:00 30.07.2019
Eine 50-köpfige Reisegruppe war in Schlesien unterwegs, hier ein Foto mit Trachenbergs Bürgermeister Robert Lewandoswki (Mitte, rechts) und Reiseleiter Helmut Lietsch (Mitte, links). Quelle: privat
Frohburg

Überreich an Eindrücken kehrte eine 50 Köpfe zählende Gruppe von Älteren, aber auch Jüngeren aus der Süd-Leipziger Region, aus Chemnitz und darüber hinaus zurück von ihrer schon traditionellen Sommerfahrt ins Schlesische, in eine Region, die für viele von ihnen und ihre Vorfahren einmal Heimat war und der sie sich immer noch eng verbunden fühlen.

Organisiert hatte die Tour der sehr regen Militsch-Trachenberger Heimatgruppe erneut Helmut Lietsch aus Frohburg. Stationen der fünftägigen Busreise, auf der es zu vielen persönlichen Begegnungen kam, waren außerdem Breslau und das Riesen- und das Isergebirge. „Die Stimmung war großartig“, freut sich Lietsch. „Schon jetzt gibt es 30 Anmeldungen für die Fahrt im nächsten Jahr.“

An einem Gedenkstein auf dem ehemaligen evangelischen Friedhof in Trachenberg wurden Blumen niedergelegt. Quelle: privat

Frohburgerin: Rätsel der Kindheit lösen sich

So aufschlussreich wie emotional wurde die Reise etwa für Sonja Schmidt aus Frohburg, die gemeinsam mit ihrem Mann unterwegs war. „Alles begann damit, dass mir nach Jahren Dokumente in die Hände fielen. Ich hielt das amtlich beglaubigte Leben meiner Eltern und Großeltern, bis hin zu meinen Urgroßeltern in der Hand. Gewissermaßen als Bestätigung dessen, was mir in früher Kindheit überliefert worden war.

ch erinnerte mich wieder der Namen unbekannter Orte, an beschriebene Landschaften, Familien-Anekdoten oder Liedzeilen, an Redewendungen, die scheinbar in keiner anderen Familie gebraucht wurden. Ich erinnerte mich wieder an die unverhofft auftretenden Verstimmungen meiner Mutter, deren Ursache ich mir nicht erklären konnte und an eine tiefe Trauer, die sich mitunter über sie legte“, sagt Sonja Schmidt.

Erst sehr viel später habe sie die Zusammenhänge erahnt, mussten doch die Eltern als Kriegsfolge ihre Heimat in Niederschlesien, Breslau, verlassen. Die Reise sei eine Möglichkeit gewesen, der Familiengeschichte näherzukommen. „Die Geschichte Polens und Schlesiens ist wechselhaft und über viele Jahre sehr leidvoll. Geschuldet nicht zuletzt der geopolitischen Lage. Ich frage mich unwillkürlich: Ist unser Nachbarland nun das westlichste Land Osteuropas oder das östlichste Land Westeuropas?!

Ich glaube, dass beides irgendwie zutrifft. Auf jeden Fall lernte ich sehr zuvorkommende und gastfreundliche Menschen kennen, denen ihre Unabhängigkeit und ihre traditionelle Identität viel bedeuten. Menschen, die die Wechselfälle von Geschichte und Schicksal nur dann verinnerlichen, wenn sie diese über Generationen erlebt haben.“

Eine 50-köpfige Reisegruppe war in Schlesien unterwegs. Quelle: privat

Gespräch mit Trachenberger Bürgermeister

Dazu trugen unter anderem Begegnungen in Trachenberg bei, wo Bürgermeister Robert Lewandowski sich Zeit nahm für ein Gespräch, das ohne die kulturgeschichtlichen und Sprachkenntnisse des Germanisten Paweł Becela unmöglich gewesen wäre. „Die Gäste aus Deutschland hörten interessiert zu, lobten die Entwicklungen und die positiven Änderungen in der Stadt Żmigród", meinte Becela. Nach dem Gruppenfoto mit dem Bürgermeister und mit Schlossruinen im Hintergrund trug man sich ein in das Gästebuch der Stadt. Im weiteren Reiseverlauf blieb Raum für Individuelles. Die Teilnehmer fuhren in die Dörfer, in denen einst ihre Vorfahren zu Hause waren. Bereichernd, sagte Becela, sei die Reise für alle Seiten gewesen, deshalb sein Wunsch: „Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!“

Frohburg: Auf Heimattreffen werden Bilder gezeigt

Gerd Janietz aus Neukieritzsch und Rainer Groß aus Kitzscher haben die Fahrt fotografisch dokumentiert. Am 25. August beim Heimattreffen im Schützenhaus Frohburg wird die Dokumentation auf einer Großleinwand vorgeführt.

Von Ekkehard Schulreich

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