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Geithain Frohburger Maler Ebersbach feiert 80. Geburtstag
Region Geithain Frohburger Maler Ebersbach feiert 80. Geburtstag
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11:42 29.07.2019
Der Heimat- und Landschaftsmaler Heinz Ebersbach in seinem Arbeitszimmer in Frohburg. An seinem Schreibtisch und der Staffelei verbringt der 80-Jährige viele Stunden. Quelle: Kathrin Haase
Frohburg

Mal ganz ehrlich, die 80 Jahre sieht man ihm nicht an. Heinz Ebersbach kann erzählen wie ein Buch und steckt dabei voller Lebensfreude, sein freundliches Gesicht mit dem weißen Bart strahlt Optimismus und Tatendrang aus. Vielleicht sind es die vielen Hobbys, die vielen Stunden in der Natur, vielleicht auch seine Familie und der große Freundes- und Bekanntenkreis, die ihn jung gehalten haben.

„Ich war immer aktiv, mein ganzes Leben lang“, sagt der gebürtige Frohburger, der als Heimat- und Landschaftsmaler eine kleine Berühmtheit ist. „Ich wollte schon in der Schule immer besser als meine Mitschüler sein. Der Ehrgeiz hat mich angetrieben.“ Vor wenigen Tagen feierte er im Jägerhaus Streitwald seinen runden Geburtstag.

Heinz Ebersbach ist in Frohburg aufgewachsen

Als Jüngster von drei Geschwistern ist Heinz Ebersbach in Frohburg aufgewachsen, sein Vater arbeitete als Schlosser, die Mutter war, wie damals üblich, Hausfrau. „Ich hänge sehr an meiner Heimatstadt und wollte nie von hier wegziehen“, sagt er. „Frohburg ist rundum von Wald umgeben und in der Nähe fließt die Wyhra. Als Maler findet man hier die schönsten Motive.“

Die Utensilien eines Malers. Quelle: Kathrin Haase

Die Liebe zur Malerei lag ihm offenbar schon in der Wiege. „Sobald ich einen Stift halten konnte, ging es los“, lacht der Rentner, „ich wollte immer alles für die Ewigkeit festhalten.“ Seine Großväter waren beide Handwerker, der eine arbeitete als Werksschmied in der Brikettfabrik Neukirchen und erledigte nebenbei Kunstschmiedearbeiten. Vielleicht liegt hier sein eigener Schlüssel zu den schönen Künsten. In der Schule liebte der Junge vor allem den Zeichen- und Biologieunterricht und stand mit Mathematik eher auf Kriegsfuß.

Zeichenlehrer Delling in Kohren-Sahlis wies ihm den beruflichen Weg

Sein Zeichenlehrer Delling in Kohren-Sahlis war es schließlich, der ihm den beruflichen Weg wies. Heinz Ebersbach lernte in Neukieritzsch Dekorationsmaler und ist noch heute dankbar für „die sehr gute Ausbildung“. Daneben besuchte er Abendkurse der Volkshochschule in Leipzig, erlernte die technischen Feinheiten der Malerei und das handwerkliche Rüstzeug.

Landschaften und Motive aus Frohburg sind es, die der Heimatmaler vorzugsweise mit Aquarell auf Papier oder Öl auf Leinwand bringt: das Schloss und die Alte Farbe in Frohburg, das Teichhaus Eschefeld und die Eschefelder Teiche, Feldwege und Ruinen, Waldlichtungen, Morgen- und Abendstimmungen in freier Natur. „Wir haben eine wundervolle Gegend hier“, schwärmt der 80-Jährige über seine Heimat. Der Wechsel der Jahreszeiten übe einen ganz besonderen Reiz auf ihn aus.

Blick auf die "Alte Farbe" in Frohburg. Hier wurde früher der berühmte Blaudruck hergestellt. Maler Heinz Ebersbach liebt die Motive aus seiner Heimatstadt Frohburg. Quelle: Kathrin Haase

Heinz Ebersbach ist leidenschaftlicher Jäger und liebt die Natur

Als passionierter Jäger ist Heinz Ebersbach zu jeder Tages- und Nachtzeit unter freiem Himmel unterwegs, kennt sich mit der Flora und Fauna und dem Wechsel der Jahreszeiten aus. „Mir ging es nie darum, bloß das Wild abzuschießen, mich hat schon immer die Natur in ihrem Wandel fasziniert“, bekennt der Jubilar. Sein größter Wunsch ist es, noch lange fit zu bleiben, „denn ich habe noch viel vor. Eine ruhige Hand zum Malen habe ich ja.“

Auftragswerke für seine Jagdfreunde, für die Familie, Nachbarn und Freunde erledigt der Frohburger mit großer Leidenschaft. „Von mir dürften bestimmt Hunderte Bilder in Frohburg und Umgebung hängen“, sagt der Maler, „einige sogar im Ausland, in England und der Schweiz.“

Bis heute bereitet es ihm Freude, andere Menschen mit seiner Kunst zu erfreuen. Ihm sei es wichtig, die Natur unverfälscht und in ihrer ganzen Schönheit darzustellen. „Ich bin einer vom alten Schlag“, lacht er, „ich liebe die analoge Malschule. Motive wie altes Mauerwerk oder Feldwege reizen mich besonders, da kann ich mich richtig auslassen.“

Motive von der Jagd. Heinz Ebersbach ist nicht nur Landschaftsmaler, sondern auch begeisterter Jäger. In der Natur, mit der heimischen Flora und Fauna kennt er sich aus wie kein Zweiter. Quelle: Kathrin Haase

„Wenn ich es recht überlege, habe ich vier verschiedene Leben: als Familienvater, als Jäger, als Kleingärtner und als Maler. Also langweilig ist es bei mir nie.“ Als Vater von zwei Kindern ist Ebersbach mittlerweile dreifacher Großvater und hat eine anderthalbjährige Urenkelin. Die Malerei und die Jagd ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Leben. „Und mein Garten um die Ecke“, erzählt er voller Stolz. „Das ist ein kleines Biotop mit Goldfischteich. Ich bin keiner, der die Beete mit dem Zollstock anlegt, bei mir hat selbst Unkraut eine Chance, wenn es schön blüht. Das kommt erst weg, wenn es stört.“

Motive von der Jagd. Heinz Ebersbach ist nicht nur Landschaftsmaler, sondern auch begeisterter Jäger. Quelle: Kathrin Haase

Seinen 80. Geburtstag feierte der Frohburger mit 45 Gästen im Jägerhaus Streitwald, die Bläsergruppe Frohburg spielte und seine Jagdfreunde waren auch da. Bis heute trudeln noch Geburtstagskarten bei ihm zu Hause ein. „Bei so vielen Glückwünschen muss ich wohl 100 Jahre alt werden.“

Von Kathrin Haase

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