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Geithain Gaststätte Eschefeld als Turnhalle eröffnet
Region Geithain Gaststätte Eschefeld als Turnhalle eröffnet
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14:24 28.04.2019
Etliche Eschefelder feierten einst in Stiehls Gaststätte Partys, ab sofort können sie hier Sport treiben. Quelle: Julia Tonne
Frohburg/Eschefeld

Früher wurde hier Bier getrunken und Schnitzel gegessen, heute rollt der Ball und wird Gymnastik betrieben. Aus dem großen Saal, einst Teil der Eschefelder Gaststätte Stiehl, ist eine Turnhalle geworden. Am Sonnabend hatten die Einwohner Gelegenheit, sich das Resultat des abgeschlossenen Umbaus anzusehen. Vor allem etliche Sportler der Vereine begutachteten ihr neues Domizil. Und auch Lore Stiehl, letzte Pächterin der Gaststätte, war vor Ort, um zu sehen, was aus Küche, Saal und Bierkeller geworden ist.

Wo früher gefeiert, getanzt und gegessen wurde, wird ab sofort Sport gemacht. Aus der einstigen Gaststätte Stiehls ist in Eschefeld eine neue Sporthalle geworden. Etliche Sportler kamen zur Eröffnung.

Fast zehn Jahre lang hatte die Gaststätte leer gestanden, nachdem die Pächterin aufgegeben hatte. Dier Gedanke, das Lokal in eine Turnhalle zu verwandeln, kam vom BSV Einheit Frohburg. „Die Idee war verlockend, aber in meinen kühnsten Träumen hätte ich mit dem jetzigen Ergebnis nicht gerechnet“, sagte Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) am Sonnabend bei der Eröffnung. „Erst einmal sollte der Umbau ja so gut wie nichts kosten, und dann sollte möglichst viel Altsubstanz erhalten bleiben“, erzählte er von den ersten Überlegungen in Rathaus und Stadtrat.

Umbau schlägt mit rund 700.000 Euro zu Buche

Allerdings machten ihm das Objekt und Architektin Marina Rudolph einen Strich durch die Rechnung. „Viele Deckenbalken waren so marode, dass wir die rausnehmen und damit auch Wände abreißen mussten“, erinnerte sie an die Anfänger der Bauarbeiten vor einem Jahr. Der offensichtliche Nachteil entpuppte sich allerdings als Glücksgriff. „Das Ergebnis ist viel besser geworden, als ursprünglich gedacht.“

Und die Kosten blieben laut Rathauschef letztlich im Rahmen, rund 700.000 Euro flossen in die Baumaßnahme, die über das Förderprogramm „Brücken in die Zukunft“ zum Teil gedeckt wurden. „Wir sind noch nicht pleite“, machte Hiensch deutlich. Weshalb Stadt und Vereine nun planen, den angrenzenden Sportplatz in einen Kunstrasenplatz zu verwandeln. Auch dabei kommt die Stadt nicht ohne Fördermittel aus. Die zu erhalten, sei Aufgabe der nächsten Wochen.

Einblicke in die Halle mit ihren Spielfeldern. Quelle: Julia Tonne

Einstige Pächterin und Mitarbeiterin erkunden alte Gaststätte

Lore Stiehl war sichtlich gerührt, ihre alte Wirkungsstätte in vollkommen anderer Aufmachung zu sehen. Es wurden die Küche zum Geräteraum umfunktioniert, der Saal selbst zu Spielfeldern, die einstige Wohnung und Bar im Obergeschoss zu Umkleideräumen. „Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich herkomme“, gab sie am Sonnabend zu. „Aber ich bin froh, hier zu sein, es ist wirklich toll geworden.“

Auch Angela Mühling hatte Tränen in den Augen, als sie in die Sporthalle kam. Von 1988 bis 2010 hatte sie als Kellnerin und „Mädchen für alles“ hier gearbeitet, erzählte sie. Im Saal habe es das ganze Jahr über immer Partys und Feiern gegeben, seien es die Silvestersause, das Winzerfest, Jugendweihen oder Weihnachten gewesen. Wohl jede Eschefelder Familie habe wenigstens einmal in ihrem Leben in Stiehls Gaststätte gefeiert.

Lore Stiehl (l.) und Angela Mühling stoßen auf den gelungenen Umbau an. Quelle: Julia Tonne

Über die Nachfolgenutzung ist Mühling sichtlich glücklich, zumal sie vom Umbau profitiert. „Unsere Montagssportgruppe hat sich schon bei der Stadt angemeldet“, sagt sie. In den vergangenen Jahren seien die Frauen nach Greifenhain gefahren, um dort Sport zu machen. Künftig sei das direkt in Eschefeld möglich. Was auch Peter Hiensch freut. Der Fußballer rechnet damit, dass die neue Halle die Frohburger Sporthalle entlastet. „Es war in der Vergangenheit immer schwierig, Hallenzeiten zu bekommen, das dürfte jetzt einfacher werden.“ Vor allem für die Nachwuchssportler sei die Eschefelder Halle gut zu erreichen.  

Der Betrieb geht schon in der nächsten Woche los. Zudem wird laut Bauamtsleiterin Anke Vogel dann noch die Rampe für Rollstuhlfahrer installiert. Ab sofort könnten sich die Vereine und Sportgruppen bei der Stadtverwaltung melden und Hallenzeiten reservieren.

Von Julia Tonne

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