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Geithain Geithain: Ralf Sämisch wird Sozialarbeiter der Diakonie
Region Geithain Geithain: Ralf Sämisch wird Sozialarbeiter der Diakonie
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13:44 21.02.2018
Ralf Sämisch im Treff in Ossa in seinem Element: Über Jahre hat er als Gemeindepädagoge mit den Jüngsten gearbeitet. Jetzt wird er Sozialarbeiter der Diakonie.
Ralf Sämisch im Treff in Ossa in seinem Element: Über Jahre hat er als Gemeindepädagoge mit den Jüngsten gearbeitet. Jetzt wird er Sozialarbeiter der Diakonie. Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain/Ossa

Wenn Ralf Sämisch im März seine neue Stelle antritt, weitet sich sein Blick vom unmittelbaren Geithainer Lebensumfeld auf die gesamte Süd-Leipziger Region. Unverändert bleibt, dass Menschen im Fokus stehen. Bisher waren das für den Gemeindepädagogen des Evangelisch-Lutherischen Kirchspiels Geithainer Land vor allem die Kinder. Als einer von zwei Sozialarbeitern des Kirchenbezirks kümmert er sich künftig in erster Linie um Erwachsene.

„Nach 17 Jahren im Beruf möchte ich noch in andere Bereiche schauen, die anknüpfen an das, was ich bisher gemacht habe“, sagt der 51-Jährige, der mit Frau und drei Kindern im Kirchspiel Geithainer Land lebt. In der Region hat er längst Wurzeln geschlagen. Die bisher geknüpften Kontakte können für die neue Tätigkeit von Nutzen sein. Für die ist der aus Beucha stammende Gemeindepädagoge, der zuvor in Großbothen, Glasten und Schönbach tätig war, ehe er nach Ossa wechselte, qualifiziert. Er studierte vor ein paar Jahren berufsbegleitend Soziale Arbeit.

Gemeindepädagoge Ralf Sämisch im Gemeindetreff Ossa. Quelle: Jens Paul Taubert

„Kirche hat für die Menschen Bedeutung. Sie wissen die Angebote zu schätzen, aber sie gehen auch ihren eigenen Weg“, beschreibt Ralf Sämisch die Situation in Geithain und den zum Kirchspiel gehörenden Dörfern. Das Verhältnis zur Kirche verändert sich im Lauf des Lebens. Das spürte er unmittelbar, wenn er Heranwachsende und ihre Familien in der ländlichen, aber auch teilweise auf Traditionen bedachten Region begleitete. „Jugendarbeit ändert sich permanent. Nach drei, vier Jahren sind die Leute raus, gehen weg zur Ausbildung. Manche kommen wieder, heiraten, bringen sich erneut in die Gemeinde ein“, sagt er. Während es in den Dörfern um Geithain selbst keinen Jugendkreis mehr gebe, sondern der in Geithain angesiedelt sei, seien die Gruppen der Jüngeren sehr aktiv. Christenlehre, Familiengottesdienste, Freizeiten, Kinderferientage in den Herbst- und Winterferien – sein Arbeitsspektrum war breit gefächert.

Ralf Sämisch moderiert das Kirchenchorvergnügen. Quelle: Jens Paul Taubert

Erntedank, Martinsfest – seit Jahren gemeinsam mit der katholischen Gemeinde St. Benno ausgerichtet - gehörten ebenso dazu wie Krippenspiele in Ossa, Niedergräfenhain und dem Geithainer Seniorenheim Am Stadtpark. Diese Angebote sind Brücken auch in kirchenfernere Schichten hinein. Bindeglieder seien der Religionsunterricht an Schulen, den er in Geithain und Rochlitz erteilte. Brücken sind auch die beiden durch das Kirchspiel getragenen Kindertagesstätten „Wurzelbude“ in Rathendorf und „Kleine Hirten“ in Niedergräfenhain. Sie strahlten über die Kirchgemeinden in die Dörfer aus. Eine Pointe war für ihn der Satz, den ein Knirps am Ende eines erlebnisreichen Nachmittags formulierte: „Herr Sämisch, was arbeiten Sie eigentlich?“

Neue Leute brächten neue Ideen mit, sagt Ralf Sämisch: „Frischer Wind tut sicherlich gut.“ Und ganz aus der Welt sei er keinesfalls. In das kleine Ossaer Museum, vor Jahren mit Ortschronist Christian Reichenbach und anderen Geschichtsaffinen initiiert, bringe er sich weiter ein. Die Ausstellung in der Kirche erzählt nicht nur vom Rittergut, Bauernanwesen, den Mühlen; es gibt hier immer wieder auch Sonderschauen: „Jene über steinzeitliche Funde in der Region zum Beispiel fand große Aufmerksamkeit.“

Gemeindepädagoge Ralf Sämisch in großer Runde. Quelle: Jens Paul Taubert

Dass der Mann, der Trompete und Gitarre spielt, in frühen Jahren Tanzmusik machte, ahnt, wer ihn mit der Bigband des Geithainer Musikvereins auf der Bühne erlebt. Auch das Zusammenspiel von Trompete und Orgel schätzt er sehr. Über viele Jahre moderierte er das jährlich stattfindende Geithainer Kirchenchor-Vergnügen.

Als künftiger Mitarbeiter der Diakonie Leipziger Land will er den Kontakt zu den Kirchgemeinden halten und sich um Menschen in Notlagen kümmern. Anlaufstellen dafür hat die Diakonie in Geithain im Haus der Kirche und im Bornaer Diakonie-Büro. Vor allem aber wird er unterwegs, vor Ort sein. Die Stelle des Gemeindepädagogen indes wird neu ausgeschrieben und könnte, „wenn es gut läuft, nach den Sommerferien neu besetzt sein“.

Die Verabschiedung findet am 25. Februar, 10 Uhr, im Rahmen des Gottesdienstes im Geithainer Luthersaal statt.

Von Ekkehard Schulreich

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