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Geithain Wie geht es weiter mit der Offenen Jugendarbeit?
Region Geithain Wie geht es weiter mit der Offenen Jugendarbeit?
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10:28 14.02.2019
Das „Dorf der Jugend“ auf dem Areal der Alten Spitzenfabrik am Stadtrand von Grimma. Quelle: Thomas Kube
Landkreis Leipzig

Geithainer Jugendliche nutzten erneut den Jugendhilfeausschuss, um auf das Thema offene Jugendarbeit aufmerksam zu machen. Es habe zwar ein Gespräch mit dem Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) gegeben, aber dort seien aus Sicht der jungen Leute keine belastbaren Aussagen getroffen worden.

Bereits im November vorigen Jahres hatte sich eine kleine Abordnung Geithainer Jugendlicher im Ausschuss Gehör verschafft und das Gremium um Unterstützung gebeten. Seit der Schließung des Kinder- und Jugendhauses R9 im Sommer 2016 und dem abrupten Ende für die offene Kinder- und Jugendarbeit Ende September stünden die Jugendlichen auf verlorenem Posten.

Kreis will sich nicht über Kommune hinwegsetzen

Ausschussmitglied Christian Kamprad erläuterte, dass sich die Arbeitsgemeinschaft Freier Träger intensiv mit dem Thema befasst habe. Quelle: privat

Die Zweite Beigeordnete des Landkreises Ines Lüpfert wollte nicht so schwarz sehen. „Mit dem Bürgermeister sind Schritte verabredet, auch Zwischenlösungen soll es geben.“ Der Kreis werde aber auf jeden Fall nicht über den Kopf der Kommune hinweg eine Fachkraft nach Geithain entsenden. „Das ist nicht die Art und Weise, wie wir uns die Zusammenarbeit vorstellen.“ Es müsse schon ein klares Bekenntnis und Aktivitäten der Stadt geben.

Landrat Henry Graichen vertraut auf Stadtoberhaupt

Landrat Henry Graichen (CDU) vertraut ebenfalls auf eine Äußerung des Stadtoberhauptes. „Demnach gibt es die Zusage, einen Raum für die Jugendlichen zu sanieren.“ Am Geld scheitere die Sache jedenfalls nicht, beteuerte Graichen. „Die Fachplanung des Jugendamtes sieht eine Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Geithain vor.

Und diese Planung gilt.“ Was das Papier wert ist, wurde allerdings von mehreren Rednern in Zweifel gezogen. Zum einen, weil Geithain schon viel zu lange ohne offene Jugendarbeit dasteht. Zum anderen, weil die Planung die tatsächliche Situation in vielen Orten nicht mehr abbilde.

Für Dorf der Jugend in Grimma nicht alle Wünsche erfüllt

So gingen auch für das Dorf der Jugend in Grimma nicht alle Wünsche in Erfüllung, weil das Projekt nicht im Jugendhilfeplan

Das Dorf der Jugend in Grimma bekommt zunächst weniger Unterstützung als gedacht. Quelle: Thomas Kube

Das Dorf der Jugend sei noch nicht Teil der aktuellen Fachplanung, argumentiert der Kreis. Im Sinne der Gleichbehandlung mit anderen Antragstellern könne man deshalb nur den Status quo im Rahmen eines Pilotprojektes fortschreiben.

„Warum wird nicht auch eine beantragte Streetworker-Stelle in Grimma gefördert, wo der Bedarf doch so offensichtlich ist“, wollte Kreisrätin Ute Kniesche (UWV) wissen. Es gebe bereits zahlreiche Fachkräfte in Grimma, entgegnete Ines Lüpfert. Und Graichen fügte hinzu: „Wir müssen ein Raster über alle Kommunen legen, um solide planen zu können.“ Wo welcher Bedarf an Treffpunkten oder Streetworkern besteht, soll allerdings erst 2020 feststehen. Bis dahin würden die Gespräche mit den Kommunen und weiteren Beteiligten zur Fortschreibung des Fachplans dauern.

Von Simone Prenzel

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