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Geithain Geithainer Eltern müssen mehr für Kinderbetreuung zahlen
Region Geithain Geithainer Eltern müssen mehr für Kinderbetreuung zahlen
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15:34 28.02.2018
Die Kinderbetreuung in Geithain wird für Eltern teurer. Quelle: dpa
Geithain/Narsdorf

Ihre Sprösslinge in Krippe, Kindergarten oder Hort betreuen zu lassen, kommt Geithainer Eltern erneut teurer. Der Stadtrat beschloss, die beiden unterschiedlichen Satzungen für Geithain und Narsdorf zu vereinheitlichen. Wesentlichste Neuerung: Wie schon in Frohburg und anderenorts werden die Beiträge, die die Eltern zu tragen haben, nicht mehr in Euro ausgewiesen. Statt dessen sind prozentuale Anteile an den Betriebskosten genannt. Und da Letztere weiter steigen werden, ist damit die Tendenz praktisch vorprogrammiert.

Die Kritik an der sächsischen Landespolitik, die Kofinanzierung der Kinderbetreuung betreffend, zog sich durch alle Ratsfraktionen und schloss den Bürgermeister ein. Vier ablehnende Stimmen und fünf Enthaltungen kamen vor allem aus den Reihen der Linken und der Freien Wähler Narsdorf. Die neue Satzung soll im Juli in Kraft treten.

Maßgeblich für die Elternbeiträge sind die Betriebskosten aller Kindertagesstätten und der nach Betreuungsart gestaffelte prozentuale Anteil. Aktuell lägen die Betriebskosten für Krippe und Kindergarten in Geithain etwas höher als in Narsdorf, bei der Hortbetreuung ist es umgekehrt. „Wir müssen davon ausgehen, dass diese Kosten steigen werden“, sagte Kämmerer Michael Bochmann nach Rücksprache mit allen Trägern – auch wenn die Abrechnungen für 2017 noch nicht vorlägen. Ab Juli gelten folgende monatliche Elternbeiträge: Krippe – 198 Euro, Kindergarten 121,50 Euro, Hort 72,50 Euro. Für 2019 müsse man, so die Prognose, von 203,50, 128,25 und 78,30 Euro ausgehen.

„Gerade für Narsdorf ist das eine enorme Steigerung. Sie fällt höher aus als für Geithain. Mir tut das in der Seele weh. Und mit der prozentualen Anhebung kann ich mich nicht anfreunden“, sagte Doreen Gerhardt (Freie Wähler). Zumal, ergänzte Fraktionskollege Sören Petzold, Narsdorf selbst 2016 erst die Beiträge angehoben habe. Diese leidige Diskussion werde der Kommune seit Jahren aufgezwungen, meinte Gabriele Sporbert (CDU): „Ich denke aber, wir können nicht anders. Und wir brauchen einheitliche Beiträge im Stadtgebiet.“

„Elternbeträge gehören komplett abgeschafft“, grollte Frank Kirschner (UWG). Kinder seien das höchste Gut einer Gesellschaft, deshalb sollte vor allem der Staat für deren Betreuung und Bildung eintreten. Er wolle nicht länger Vollstrecker einer verfehlten Landespolitik sein, sagte Jörg Naumann (Linke), Vater dreier Kinder. „Wir brauchen eine völlig neue Politik in Sachsen. Wir können nicht die Eltern immer weiter belasten“, meinte auch Ludbert Schmuck (WVWV). Einzige Stellschraube für den Stadtrat, um den Eltern Luft zu verschaffen: die Prozentsätze reduzieren. „Aber es ist ja eine Frage des Haushaltes, ob wir das hinkriegen.“

Die Kommunen bekämen seit Jahren den Schwarzen Peter zugeschoben, weil das Land immer weniger zur Absicherung der Kinderbetreuung beitrage, sagte Bürgermeister Frank Rudolph (UWG): „Das ist eine Entwicklung, die uns alles andere als begeistert.“ Die Kritik daran komme in dem geharnischten Brief, den Bürgermeister aus der Region vor wenigen Wochen an die Landespolitiker schrieben, deutlich zum Ausdruck. An der aktuellen Misere ändere das bedauerlicherweise nichts.

Von Ekkehard Schulreich

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