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Geithain Generationswechsel in der Tautenhainer Kindertagesstätte
Region Geithain Generationswechsel in der Tautenhainer Kindertagesstätte
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18:00 25.01.2019
Der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch bedankt sich bei Christine Stuhlträger mit einem großen Blumenstrauß. Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg/Tautenhain

Plötzlich sind 45 Jahre im Beruf Geschichte: Dass sie so schnell vergingen, nimmt Christine Stuhlträger als Zeichen dafür, dass sie keine Last waren. „Erzieherin zu werden, das war schon immer mein Wunsch. Die Liebe zu Kindern hat mich in all der Zeit begleitet“, sagt die 62-Jährige.

Die Frau, die über viele Jahre die Tautenhainer Kindertagesstätte leitete, wechselt zum 1. Februar in den Ruhestand. Nachfolgerin ist Nicole Hendriock, die bisher die Flößberger Kindertagesstätte „Zwergenland“ leitete. Kinder, Eltern und Kollegen verabschiedeten Christine Stuhlträger am Donnerstag, und auch Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) ließ es sich nicht nehmen, herzlich Danke zu sagen.

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Christine Stuhlträger fing 1974 als Erzieherin an

In Eula aufgewachsen, begann Christine Stuhlträger 1974 als Erzieherin zu arbeiten – erst in Borna, dann in Geithain. Wirklich heimisch wurde sie in Tautenhain, wo sie seit 1978 lebt und wo sie zwei Jahre später im Kindergarten begann. Unter ungleich bescheideneren Bedingungen als heute. „Begonnen habe ich in der alten Einrichtung, die gar nicht mehr steht“, blickt sie zurück.

Generationenwechsel Leitung der Kita Felixmüller in Tautenhain Nicole Hendriok übernimmt den Posten. Quelle: Jens Paul Taubert

Zwei Pädagoginnen und eine Helferin kümmerten sich um 30 Mädchen und Jungen in zwei Gruppen. Die Nachwende-Zeit brachte einen Umzug und Zuwachs: Die Tautenhainer Schule stand leer, diente nun nach Umbauten als Domizil für Krippe, Kindergarten, Hort. Die Zahl der Kinder stieg, weil die Einrichtungen in Frankenhain und Hopfgarten schlossen; auch Erzieherinnen wechselten nach Tautenhain, das nun zur Gemeinde Eulatal zählte.

Die größte Zäsur kam vor einem halben Jahrzehnt: Die Stadt Frohburg baute für die Kindertagesstätte neben dem alten ein völlig neues Gebäude. Das Wandbild, das der eine Zeit lang im Dorf ansässige Maler Conrad Felixmüller für den inzwischen abgetragenen Vorgängerbau geschaffen hatte, zog in diesen Neubau um. Aus gutem Grund, trägt das Haus doch den Namen des Künstlers.

76 Krippen- und Kindergartenplätze in Tautenhain

Der Neubau verfügt über 76 Krippen- und Kindergartenplätze. Für die Kinder, die neun Erzieherinnen und zwei technischen Kräfte böten sich hervorragende Bedingungen: „Ich bin sehr froh, dass ich in einem solchen Haus arbeiten konnte.“ Dass ihre Arbeit Früchte trug, sieht Christine Stuhlträger jeden Tag. „Viele Eltern habe ich schon betreut, als sie noch Kinder waren. Längst stehen sie im Leben, im Beruf, haben etwas erreicht – dann sage ich mir: Es kann ja nicht so falsch gewesen sein, was du gemacht hast.“

Nicole Hendriok (l.). ist die neue Chefin der Kita Tautenhain. Christine Stuhlträger geht in den Ruhestand. Quelle: Jens Paul Taubert

Wenn sich auch über die Zeiten und Umbrüche hinweg manches am Erzieher-Bild und am Geschehen in der Einrichtung gewandelt habe, eine wertvolle Konstante gebe es durch die Jahrzehnte, sagt Stuhlträger: „Das sind die Eltern, die sich engagieren, uns unterstützen. Und natürlich unser Team.“

Kita-Team sei wie eine große Familie

Hier auf dem Land sei man noch immer wie eine große Familie. Und was das Pädagogische betreffe: „Der Druck ist heutzutage ein bisschen rausgenommen. Das ist für alle gut. Der Bildungsplan ist indes ein guter Rahmen dafür, dass sich die Kinder gut entwickeln.“ Nicht mehr in der Frühe herauszumüssen, Christine Stuhlträger kann sich vorstellen, dass das in der ersten Zeit ungewohnt sein wird. „Aber ich freue mich auch, es jetzt ein bisschen ruhiger angehen kann.“

Lesen möchte sie und mehr unternehmen mit der Familie, zu der inzwischen schon ein Urenkel gehört. Der Kontakt zur alten Wirkungsstätte bleibt bestehen: „Spätestens zum Herbstfest lasse ich mich sehen. Das ist legendär. Da treffen sich alle Generationen.“

Von Ekkehard Schulreich

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