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Geithain Genialsozial! Einen Tag jobben und die Welt verbessern
Region Geithain Genialsozial! Einen Tag jobben und die Welt verbessern
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17:51 19.06.2018
Alle Hände voll zu tun (v.l.): Cornelia Klingner vom Jugendring, die Gymnasiasten Nils Hoffmann und Lena Schöpe sowie Geschäftsstellenleiter Andreas Rauhut. Quelle: Foto: Andreas Döring
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Bad Lausick/Grimma

Nils Hoffmann aus der siebten Klasse weiß noch nicht recht, was er später mal werden will: „Auf jeden Fall was mit Köpfchen.“ Am Dienstag musste der Grimmaer Gymnasiast zunächst ordentlich die Muskeln spielen lassen. Er hatte alle Hände voll zu tun, Kickertisch, Trampolin und Hüpfburg in einem bereitstehenden Container zu ordnen. Wie viele andere Schüler von St. Augustin beteiligte sich der Junge damit an Sachsens größter Jugendsolidaritätsaktion – „genialsozial“.

Fahrradwerkstatt, Crossstrecke, Open-Air-Kino

Andreas Rauhut, Geschäftsstellenleiter des Kinder- und Jugendrings im Landkreis Leipzig, ist voll des Lobes: „Wir haben das Gelände der Alten Rollschuhbahn von der Stadt Bad Lausick gepachtet und veranstalten dort verschiedene Projekte für junge Leute: Fahrradwerkstatt, Crossstrecke, Open-Air-Kino. Da brauchen wir natürlich jede Menge Spielgerät, das Nils freiwillig aufgeräumt hat, wirklich toll.“ Sechs Stunden packte der Schüler tatkräftig an, reparierte mit Platzwart Roland Klingner sogar die Tischtennisplatte und verdiente sich 30 Euro.

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Das Geld bekommt Nils nicht ausgezahlt. Sein „Arbeitgeber für einen Tag“ überweist es direkt an die Sächsische Jugendstiftung in Dresden. Jana Sehmisch ist deren Programmleiterin: „Bereits zum 14. Mal beteiligen sich über 30 000 Schüler an der Aktion. 2017 erwirtschafteten die Mädchen und Jungen zusammen insgesamt 670 000 Euro, neuer Rekord!“ Offizieller Aktionstag ist im gesamten Freistaat der 26. Juni. Es gebe aber Abweichungen, sagt die Chefin, aus organisatorischen Gründen veranstalteten manche Schulen den Tag auch eher. So wie das Gymnasium St. Augustin.

Projekt „Jugendopposition im Nationalsozialismus

Auch Lena Schöpe, Achtklässlerin aus Grimma, legte sich vorfristig ins Zeug. Sie brachte Flyer für eine Veranstaltung am 27. Juni, 18 Uhr, im Brandiser Parkschlösschen unters Volk. Andreas Rauhut: „Lilly Oeverink hat mit den Kollegen im Flexiblen Jugendmanagement und Schülern aus dem Landkreis ein historisch-politisches Projekt zum Thema ,Jugendopposition im Nationalsozialismus’ entwickelt.“ In der Region habe es verschiedene, vom Staat verbotene Jugendgruppen gegeben, unter anderem die sogenannten „Meuten“, die sich nicht in die Hitler-Jugend eingliedern lassen wollten. Viele von den Gruppen seien nicht einmal politisch orientiert gewesen und wurden trotzdem wegen ihres Aussehens, ihres Musikgeschmacks oder ihrer Freizeitaktivitäten verfolgt und zum Teil verhaftet.

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Gepostet von Flexibles Jugendmanagement am Donnerstag, 31. Mai 2018

Allein der Kinder- und Jugendring gibt in diesem Jahr fünf Schülern die Chance, Geld für die gute Sache zu erarbeiten. Cornelia Klingner, Marcus Stöver und Susanne Richter vom Flexiblen Jugendmanagement wissen, dass mancher Helfer signalisiert, später ein Praktikum im Verein zu machen. So auch Lena aus Grimma. Wer weiß, vielleicht schlägt sie einen ähnlichen Weg wie Rico Döge ein. Der war nicht nur Praktikant beim Kinder- und Jugendring, sondern saß bis voriges Jahr im Vorstand, absolvierte beim Verein sein Freiwilliges Soziales Jahr und gehörte zu den Organisatoren des Festivals „Rastlos“. Inzwischen hat er beschlossen, Soziale Arbeit zu studieren.

Geld kommt auch Initiativen weltweit zugute

Das erarbeitete Geld kommt nicht nur sozialen Projekten in Sachsen, sondern auch Initiativen weltweit zugute. Welche das sind, bestimmen die Schüler im Übrigen selbst, verrät Koordinatorin Jana Sehmisch: „Im Januar trafen sich extra dafür Delegierte der beteiligten 275 Schulen zur einer viertägigen Jurytagung.“ Den Zuschlag bekamen ein Trinkwasser- und Aufforstungsprojekt auf den Philippinen, eine Recycle-Aktion in Ghana, die Verbesserung der medizinischen Versorgung von Nomaden im tibetischen Hochgebirge und der Schutz von Ackerland in Mosambik.

www.genialsozial.de

Von Haig Latchinian

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