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Geithain Heilende Hände gegen Blockaden – Lausickerin hilft Pferd und Reiter
Region Geithain Heilende Hände gegen Blockaden – Lausickerin hilft Pferd und Reiter
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17:37 19.08.2016
Franziska Kleber arbeitet mit viel Einfühlungsvermögen am Pferd. Quelle: Foto: Nicole Rathge-Scholz
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Bad Lausick

Schon seit ihrer Kindheit wollte Franziska Kleber – wie wohl jedes Mädchen – etwas mit Tieren lernen. „Als ich dann kurz vor der Entscheidung stand, was ich beruflich werden möchte, brachte mich mein damaliger Physiotherapeut darauf, dass es Weiterbildungen für sein Fach in Richtung Tierphysiotherapie/-osteopathie gibt. Seitdem stand der Entschluss fest“, erklärt die 24-Jährige. Die Bad Lausickerin begann eine dreijährige Ausbildung zur Physiotherapeutin. Gleich nach dem erfolgreichen Abschluss meldete sie sich für die zweijährige Weiterbildung zum Pferdeosteotherapeuten beim Deutschen Institut für Pferdeosteopathie in Dülmen an. Seit 2014 ist sie in diesem Beruf tätig.

„Die Osteopathie beschäftigt sich mit dem gesamten Körper und dem Zusammenspiel aller Strukturen die im Körper vorkommen“, sagt sie. „Die Osteotherapeuten gehen auf alle Läsionen, also Blockaden, Verspannungen, organische Probleme und Weiteres ein, die im Körper zu finden sind, und versuchen, die Ursache herauszufinden und dann die Symptome zu lindern“, erklärt die gebürtige Lausickerin.

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Doch hat dieser Beruf auch Zukunft? „Ich denke, dass es Zukunft, hat als Pferdeosteotherapeut zu arbeiten, da ich mit meiner Berufsausbildung und den Weiterbildungen in einem großen Feld tätig werden kann.“ Sie wolle dem Reiter wie seinem vierbeinigen Gefährten hilfreich zur Seite stehen. „Zudem gewinnt der Reitsport in der Region immer mehr Beliebtheit“, erklärt Kleber. Zusätzliche Kenntnisse hat sie in Schulungen zu Energie-Arbeit und Akupressur erworben, momentan läuft die Pferdeheilpraktiker-Ausbildung. Damit hat sie viele unterschiedliche Einblicke in die Schulmedizin, die traditionelle chinesische Medizin sowie in die Homöopathie.

Während sie selbst das Pferd behandelt, rät sie dem Besitzer, sich auch durchchecken zu lassen. „Da sowohl der Reiter negativ mit seinen Bewegungseinschränkungen auf das Pferd wie auch andersherum wirken kann“, sagt die 24-Jährige. „Recht oft sind die Probleme von Pferd und Reiter ganz ähnlich, teils sogar genau die gleichen. Das Pferd spiegelt immerhin in jeder Sekunde seinen Reiter wieder, ob nun emotional oder körperlich.“

Der Preis von etwas über 100 Euro pro Behandlung hört sich teuer an. „Für jede erste Behandlung zum Beispiel benötige ich bis zu drei Stunden nur allein am Pferd“, erklärt Kleber aber. „Hinzu kommen die Nacharbeitungszeit, die Fahrzeit und das ausführliche Behandlungsprotokoll, was jeder Besitzer bekommt“, erklärt die leidenschaftliche Zumbatänzerin. Mittlerweile hat sie zahlreiche Pferde in der Region behandelt und verschiedene Reaktionen der Vierbeiner bekommen. „Die Pferde reagieren unterschiedlich auf die Behandlung. Je nach Art der Therapie sind sie recht ruhig – gerade bei einer Wohlfühl- und Entspannungsmassage. Dabei schlafen die großen Vierbeiner oft regelrecht mit hängender Unterlippe weg.“ Bei einer Triggerpunktbehandlung können die Tiere hingegen auch gut zeigen, dass ihnen das gerade gar nicht gefällt. Schließlich sei diese für sie genauso schmerzhaft wie beim Menschen, „nur dass wir verstehen, warum der Therapeut einem wehtut“.

Von Nicole Rathge-Scholz