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Geithain Im Kohrener Land leben immer weniger Rauchschwalben
Region Geithain Im Kohrener Land leben immer weniger Rauchschwalben
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14:45 27.06.2019
Im Kohrener Land geht die Zahl der Rauchschwalben zurück.l Quelle: Ernst Paul Dörfler
Frohburg

Die gute Rauchschwalben-Nachricht: Die Vögel finden im Kohrener Land ausreichend Nahrung. Der Brut-Erfolg ist besser als in vorangegangenen Jahren. Die schlechte Nachricht: „Fast nie war die Rauchschwalben-Population hier geringer als heute“, sagt Experte Tomas Brückmann mit Blick auf die Kartierung, die die Grüne Liga im Kohrener Land seit 2004 konsequent vornimmt. Es handele sich um das zweit-schlechteste Schwalbenjahr, das bisher registriert wurde.

Was wie ein großer Widerspruch wirkt, hat doch Gründe: Die Zahl der Landwirte, die Rinder, Bullen vor allem halten, ist zurückgegangen. Und: Zwei Betriebe bauten ihre Rinderställe um, machten sie größer, höher, lichter. Was den Rindern entgegen kommt, scheint die Schwalben zu verprellen.

Rauchschwalben rund um Kohren meiden umgebaute Ställe

„Das das geschehen würde, war keine Absicht, und es war nicht absehbar. Die Leute sind richtig traurig, dass die Rauchschwalben plötzlich ausbleiben“, sagt Tomas Brückmann. Offenbar hielten die Nester an den neuen Holzträgern nicht im erforderlichen Maß. „Wir haben deshalb Nisthilfen angeboten und hoffen, dass die Ställe für die Schwalben so wieder attraktiv werden.“

Weil anderenorts die Großviehhaltung gänzlich aufgegeben wurde, sind die dort beheimateten Schwalben-Kolonien verschwunden. Für den Experten ist das einleuchtend, weshalb er wie ein Mantra wiederholt: „Wo es Misthaufen gibt, gibt es genügend Insekten. Sie sichern die Nahrungsgrundlage, deshalb lassen sich Schwalben in solchen Höfen gerne nieder.“

Mitunter ist die Sicherung der Nester kompliziert. Die Schwalben-Experten raten deshalb, Nisthilfen zu verwenden. Quelle: LVZ-Archiv

Kalter Mai verzögert die erste Brut der Rauchschwalben

Die ersten Rauchschwalben waren im April aus ihren Winterquartieren in das Kohrener Land zurückgekehrt. Das Gros folgte zwischen Ostern und Mitte Mai. Ein normaler Zeitraum, allerdings sorgte der kalte Mai dafür, dass sich das Brutgeschäft verzögerte: „Der Höhepunkt der ersten Brut verschob sich deshalb auf Ende Juni.“ In vielen Nestern habe es Gelege mit sechs Eiern gegeben. Das sei gut und ein Zeichen dafür, dass es genügend Nahrung gebe.

Inzwischen haben die Rauchschwalben-Kenner, die zwei Dutzend Höfe zwischen Narsdorf und Benndorf betreuen, die ersten Altvögel gefangen, um die Ringe auszulesen. „Wir konnten in einigen Fällen eine Standort-Treue über mehrere Jahre nachweisen“, so Brückmann.

Zudem sei man auf einen Vogel gestoßen, der in Niederpickenhain geboren sei und jetzt als Brutvogel nach Wüstenhain komme. Der Fachmann weist darauf hin, dass die beginnende erneute Trockenheit Nester abfallen lassen kann. Dem könne man mit Nisthilfen entgegenwirken.

Von Ekkehard Schulreich

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