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Geithain In Kolka wird das Brunnenwasser knapp
Region Geithain In Kolka wird das Brunnenwasser knapp
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15:32 12.09.2019
Kolka soll an das öffentliche Wassernetz angeschlossen werden. Die Brunnen haben ausgedient. Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain/Kolka

Hundert Jahre ist nicht vorgekommen, was in diesem Sommer geschah: Der Brunnen, aus dem die Großeltern von Marco Schellenberger ihr Trinkwasser beziehen, ist trocken gefallen. Drehen sie den Hahn auf, der mit der Hauswasseranlage im Keller verbunden ist, auf, passiert – nichts. Ans öffentliche Netz ist der alte Bauernhof nicht angeschlossen. Keiner der Höfe von Kolka ist das. Bislang. Denn das soll sich im nächsten Jahr ändern.

Der Versorgungsverband Grimma-Geithain ist bereit, den kleinen Ort zwischen Ossa und Syhra anzuschließen. Die Kolkaer bekannten sich auf einer Einwohner-Versammlung beinahe einhellig dazu. Bis dahin aber müssen Schellenbergers Großeltern und der Onkel, der im selben Grundstück wohnt, Wasser anfahren lassen.

Brunnen versiegt, Nachbar bringt Quellwasser

„Seitdem der Brunnen nichts mehr hergibt, bringt ein Nachbar Wasser von seiner Quelle“, sagt Marco Schellenberger, selbst in Tautenhain zu Hause, aber mit seinen Großeltern eng verbunden und Kolka, wo er früher seine Schulferien verbrachte. „Jeder Hof hat hier seinen eigenen Brunnen oder eine eigene Quelle.“ Das Wasser habe in diesem Sommer stetig abgenommen, „aber dass gar nichts mehr kommt, haben wir nicht für möglich gehalten“.

In Kolka sind einige Brunnen ausgetrocknet. Jetzt soll der kleine Ort eine zentrale Trinkwasserversorgung bekommen. Quelle: Ekkehard Schulreich

Immerhin besteht der Hof mehr als ein Jahrhundert, hat man früher anderthalb Dutzend Kühe gehalten. Jetzt ist man gezwungen, sich mit im Keller provisorisch aufgestellten Behältern zu behelfen, aufgefüllt mit Wasser von Benndorfs Quelle. 1200 Liter fassen die Speicher. Das reicht für eine Woche.

„Wir hoffen ja, dass sich nach Niederschlägen die wasserführenden Schichten wiederbeleben, doch das kann dauern“, sagt der Enkel. Nicht ausgeschlossen, dass das nicht geschieht. Deshalb sei der Bau einer Wasserleitung dringend geboten: „Für das Dorf ist das existenziell.“ Nicht nur für die, die schon lange hier lebten; auch für die, die bauen und Wurzeln schlagen wollten. Denn ohne ausreichende Löschwasserversorgung keine Baugenehmigung.

„Die Leitung wird gebraucht“

„Die Leitung wird gebraucht, gar keine Frage“, bestätigt Nachbar Dietmar Benndorf. Er bewirtschaftet den Drei-Seiten-Hof der Familie, nutzt eine 200 Meter entfernte Quelle. Die laufe Tag und Nacht und drücke allein das Wasser in den Sammelbehälter im Haus. Eine Pumpe sorge dann für die druckvolle Verteilung des kostbaren Nass': „Da gab es nie Probleme.“

Doch, einmal schon: als die Bleiverrohrung zwischen Quelle und Haus immer mehr Lecks hatte und PVC-Rohr in der DDR nicht so leicht zu beschaffen war. „Aber da gab es im Dorf noch eine Pumpe, da konnten alle Wasser holen in Milchkannen.“ Jetzt die Nachbarn zu versorgen, verstehe sich von selbst, so Benndorf: „Wir lassen keinen auf dem Trockenen sitzen.“

Kolka sitzt auf dem Trockenen. Doch das soll sich bald ändern. Quelle: Ekkehard Schulreich

Verband will im zweiten Quartal 2020 loslegen

Der Versorgungsverband will jetzt die Planungen für einen Lückenschluss im Netz zwischen Ossa und Syhra und für ein Kolkaer Ortsnetz voran treiben. „Nach unserer Informationsveranstaltung hatten sich bis auf eine Ausnahme alle Grundstückseigentümer dafür ausgesprochen, dass Kolka an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen wird“, sagt Geschäftsführer Lutz Kunath. Demnächst werde man über das Planungsbüro Kontakt mit den Eigentümern aufnehmen, um die Lage der einzelnen Hausanschlüsse auf den Grundstücken im Einvernehmen zu bestimmen.

„Wir werden die Maßnahme noch in diesem Jahr ausschreiben und hoffen so auf einen günstigen Baupreis, wenn die Arbeiten im zweiten Quartal 2020 beginnen sollen.“ Für die Notversorgung des Grundstückes der Familie Baum, der Großeltern von Marco Schellenberger, habe der Verband Vorbereitungen getroffen für eine mobile Wasserversorgung. Von anderen Kolkaer Grundstücken sei ihm nicht bekannt, dass Hausbrunnen kein Wasser mehr förderten.

Grundstückseigentümer beteiligen sich finanziell

Um Kolka ans Netz zu bringen, muss der Verband rund eine halbe Million Euro investieren. Da das Land Sachsen eine hohe Förderung bereitstellt, müssen sich die 17 Grundstückseigentümer nur mit rund 5500 Baukostenzuschuss pro Grundstück und 936 Euro Hausanschluss beteiligen. Investieren will der Verband in selber Weise in jenem Teil von Niedergräfenhain, ebenso Ortsteil von Geithain, wo noch nicht alle Grundstücke zentral versorgt werden. Zum Dritten ist ein Anschluss des Dölitzscher Dorfes ins Auge gefasst.

Von Ekkehard Schulreich

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