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Geithain Kirchspiel Geithainer Land wächst – 20 Kirchen vereint
Region Geithain Kirchspiel Geithainer Land wächst – 20 Kirchen vereint
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11:17 01.07.2019
Superintendent Jochen Kinder wird die neue Kirchspiel-Struktur am 1. Juli in der Lunzenauer Kirche vorstellen. Quelle: Thomas Kube
Geithain/Lunzenau

Das Geithainer Land wächst – jedenfalls mit Blick auf die Struktur der evangelischen Kirche. Von Hopfgarten im Norden bis Rochsburg im Südosten reicht das gemeinsame Kirchspiel Geithainer Land. Zu den unter diesem Namen vereinten Gemeinden kommen unter anderem Kirchgemeinden hinzu, die bisher dem Kirchenbezirk Glauchau/Rochlitz zugeordnet waren. Der wird zum 1. Juli aufgelöst. Grund für die Veränderungen, die sachsenweit greifen, ist der von der Landeskirche angestoßene Prozess einer strukturellen Neuordnung.

Helbig: Gegenteil sein von provinziell

„Wir haben uns das nicht gewünscht, aber die allgemeine kirchliche Wetterlage ist einfach so“, sagt Markus Helbig, neben Johannes Möller Pfarrer des aktuellen Kirchspiels. „Ich selbst kann mir sehr gut vorstellen, wie man das mit Leben füllen kann. Man muss es nur wollen und einander vertrauen“, meint er, Visionär und Pragmatiker in einer Person. Über den eigenen Kirchturm hinaus zu schauen, sollte man als Horizont-Erweiterung begreifen und deshalb als Gewinn. Viele verstünden Kirche als letzte Bastion von Heimat vor Ort, aber auch als Abgrenzung zu Nachbardörfern. Das, so Helbig, sei heikel: „Wenn irgend jemand nicht provinziell sein darf, sind wir es.“ Über den Erfolg der Strukturen entscheide neben Gott vor allem das Engagement der Menschen vor Ort.

Neues Kirchspiel vereint 5200 Menschen

„Der Vertrag für das gemeinsame Kirchspiel ist beschlossen, unterschrieben, liegt zur Genehmigung in Leipzig beim Regional-Kirchenamt“, sagt Helbig. Dort habe man Zustimmung signalisiert, so dass die neue Einheit mit dem Jahresbeginn 2020 wirksam werden könne. „Wir sind die vielleicht Einzigen, die die Form des Beitritts gewählt haben statt einer Neugründung.“ Bemerkenswerter noch sei das Ende des Kirchenbezirkes Rochlitz/Glauchau. Das habe es in der Landeskirche noch nicht gegeben. Die unter diesem Dach vereinten Kirchen wechselten in die angrenzenden Regionen. So kämen die Schwester-Kirchgemeinden um Langenleuba-Oberhain wie die Kirchgemeinde Lunzenau in den Kirchenbezirk Leipziger Land. Außerdem stoßen zum Kirchspiel Geithainer Land Tautenhain, Ebersbach, Nauenhain, Hopfgarten, Oberfrankenhain und Frauendorf hinzu. Summa summarum macht das 20 Kirchen mit 5200 Gemeindemitgliedern.

Vier Pfarrstellen bleiben

Gab es ursprünglich 14 Pfarreien, sinkt die Zahl der Pfarrstellen von aktuell fünf auf vier. Während Sven Petry in Tautenhain und Markus Helbig in Geithain verbleiben, wird Johannes Möller – bisher zu Hause in Syhra – perspektivisch nach Langenleuba-Oberhain umziehen. Und zwar dann, wenn der dortige Pfarrer im Ruhestand Wolfgang Albert die eigentliche Pfarrwohnung im Pfarrgut verlässt. Die Stelle in Oberhain, seit dem Weggang von Gunnar Wiegand vor mehr als einem Jahr erfolglos ausgeschrieben, wird deshalb Möller einnehmen. Vakant ist auch die Pfarrei Lunzenau; hier soll in den nächsten Wochen eine Ausschreibung erfolgen.

Zurzeit gibt es nur drei Pfarrer im Geithainer Land – vier Stellen sind insgesamt zu besetzen

Superintendent: Chancen nutzen

„Ich merke in vielen Gesprächen, der Sinn hinter den Veränderungen wir oft nicht gesehen. Ängste und Unsicherheit sind berechtigt, wir werden sie aufnehmen“, sagt Jochen Kinder, Superintendent des Kirchenbezirks Leipziger Land. Seit zwei Jahrzehnten befinde man sich in einem permanenten Prozess der Veränderung. Der große Schritt jetzt sorge für mindestens mittelfristige Kontinuität und für Verlässlichkeit; auch das gehöre zur Verantwortung von Kirchenleitung. Bei allen Freiräumen, die entstünden, halte man an einem unbedingt fest, so Kinder: „Die Seelsorge-Bezirke bleiben.“

Den Übergang in die neue Struktur erlebbar machen soll eine Abendmahls-Andacht mit Superintendent Kinder am heutigen 1. Juli, 18.30 Uhr, in der Lunzenauer Kirche. Markus Helbig: „Wir haben gewusst einen Ort gewählt, der entfernt liegt vom Zentrum unseres neuen Kirchspiels. Oft fühlen sich die Ränder abgehängt. Wir wollen zeigen – zu Unrecht.“

Von Ekkehard Schulreich

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