Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Kohrener Land: Rauchschwalbe brauchen dieses Jahr für zweite Brut länger
Region Geithain Kohrener Land: Rauchschwalbe brauchen dieses Jahr für zweite Brut länger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:14 10.08.2017
Flügge Rauchschwalben.
Flügge Rauchschwalben. Quelle: Archiv
Anzeige
Kohren-Sahlis

Dass die Rauchschwalben (nicht nur) im Kohrener Land später dran sind als sonst, zeigt sich auch an der zweiten Brut. „In einigen Nestern liegen sogar noch Eier“, sagt Tomas Brückmann von der Grünen Liga, der seit Jahren ein Auge auf die Vögel hat. In nur wenigen Nestern sei noch eine dritte Brut denkbar. Trotz der in diesem Jahr verzögerten Rückkunft der Rauchschwalben aus ihren Winterquartieren geht Brückmann aber davon aus, dass die Abreise nach Plan erfolgt: „Ab Mitte August wird es erste Zugbewegungen geben. Der richtige Zug setzt dann Ende des Monats/Anfang September ein.“

Schon über 300 Schwalben beringt

Mehr als 300 Nestjunge, aber auch Altvögel haben die Schwalbenbetreuer in dieser Saison im Kohrener Land beringt – bisher, denn vor allem am großen Schlafplatz Eschefelder Teiche sollen in den nächsten Wochen noch einige hinzukommen. Mehr als 30 Wiederfunde standorttreuer Rauchschwalben weisen den Geithainer Ortsteil Niederpickenhain als ein Eldorado aus: „Hier gibt es noch zahlreiche Gehöfte, wo Tiere gehalten werden und wo sich ein Misthaufen findet.“ Ergo gibt es damit zahlreiche Insekten und damit eine sichere Nahrungsgrundlage für die Vögel.

Schwalben-Eldorado Niederpickenhain

In Niederpickenhain sei es auch gelungen, einen besonders treuen Vogel nachzuweisen: Die in Meusdorf geschlüpfte Rauchschwalbe steuerte den vierten Sommer in Folge ihren Brutplatz im Dorf an, absolvierte viermal unbeschadet die Tausende Kilometer lange Winterreise. In Rüdigsdorf, Benndorf und Niederpickenhain wurden zudem mehrere Vögel beobachtet, die hier seit drei Jahren heimisch sind. Rekordhalter bleibt damit eine Rauchschwalbe, die nachweislich im Kohrener Land sieben Mal brütete.

Von Ekkehard Schulreich