Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Kohrener Wiese – Pächter fühlt sich betrogen
Region Geithain Kohrener Wiese – Pächter fühlt sich betrogen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:45 08.05.2019
Ralph Oberländer vor dem Wiesengrundstück, rechts im Bild hinter Sträuchern der Lauf der Katze und sein Haus auf dem Nordufer. Quelle: Ekkehard Schulreich
Frohburg/Kohren-Sahlis

Seit anderthalb Jahrzehnten bemüht sich der Kohren-Sahliser Ralph Oberländer um ein paar hundert Quadratmeter Grün im Überflutungsgebiet der Katze: Er bemüht sich, in dem er als Pächter Rasen mäht, ein paar Obstbäume und Sträucher pflanzte. Und er bemüht sich, indem er Kaufanfragen stellt an die Stadt. Zu Kohrener Zeiten wurde sein Ansinnen abgewiesen. Jetzt aber, nach der Eingliederung nach Frohburg, kommt Bewegung in die Sache. Anders aber, als Oberländer das für fair und richtig hält: Frohburg will die Fläche ausschreiben – als Bauland mit Bauverpflichtung. Der Stadtrat befasst sich am 9. Mai damit.

Pächter will Wiese in Kohren-Sahlis erhalten

„Wir Menschen haben es noch nicht begriffen, dass es um jeden Quadratzentimeter Wiese geht“, sagt Ralph Oberländer. Die Fläche, die er im Blick hat, liegt wenige Meter nach dem Zusammenfluss von Maus und Ratte, aus der die Katze hervorgeht. Am Nordufer befindet sich in weitläufigem Garten sein Haus mit Pension. Auf dem dreieckigen Grund des Südufers, einst Teil des Gartenvereins Kohren-Sahlis, blühen Apfelbäume und Löwenzahn. „2004, als die Gartennutzer aufgaben, habe ich den ersten Kaufantrag gestellt“, sagt der Gastronom, der die Jagdhütte betreibt. Die Stadt lehnte ab. „Ein Herauslösen der Fläche“ aus dem Gartenverein sei „nicht vorgesehen“. Oberländer pachtet seither, machte mehrfach auf sein Kaufinteresse aufmerksam. Auf der anderen Seite der Töpferstraße verkaufte Kohren-Sahlis 2017 schließlich eine Teilfläche für den Neubau einer Physiotherapie. „Der Regionalverband der Kleingärtner hatte das große Grundstück freigegeben. Es wurde in drei Flächen parzelliert. In diesem Zusammenhang hätte man auch unserem Wunsch entsprechen können.“

Protokoll spricht von Überflutungsfläche

Das geschah nicht. Statt dessen befasst sich der Frohburger Stadtrat nun mit der Frage, ob die einstige Garten-Parzelle als Bauland öffentlich ausgeschrieben wird. Ralph Oberländer sieht sich nicht nur brüskiert; er hält die Klassifizierung als Bauland für völlig verfehlt, nicht nur weil eine Abwasserleitung des AZV das Grundstück durchzieht. „Wenn es zu Hochwasser kommt, ist die Fläche überspült“, sagt er. 2002 und 2013 sei das der Fall gewesen. In einem Protokoll zur Sanierung der damals beschädigten Ufer heißt es 2014: „Perspektivisch wird angedacht, Teile des süd-westlichen städtischen Ufers abzuflachen, um bei künftigen Hochwasser-Ereignissen eine Überflutung der angrenzenden Wiese zu erleichtern und das Nordufer zu entlasten.“ Und dort solle jetzt ein Haus hin – Oberländer kann es nicht fassen. Er nutzte die April-Sitzung des Kohrener Ortschaftsrates, um Widerspruch geltend zu machen: „Ich weiß nicht, wie man dort bauen kann. Es sind doch keine unlogischen Argumente, die dagegen sprechen.“

Bürgermeister verweist auf Ratssitzung

Der Debatte im Parlament offenbar nicht vorgreifen möchte der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW). „Siehe nächsten Stadtrat“ pariert er eine LVZ-Anfrage zum Verkauf des Grundstückes, der Hochwasser-Gefährdung und der Auflage zur Bebauung. „Es gibt kein Schriftstück, welches dieses gesamte Grundstück als hochwassergefährdet einstuft", sagt Siegmund Mohaupt, Ortsvorsteher und letzter Bürgermeister von Kohren-Sahlis. Das Vorgehen von Frohburg, das Grundstück auszuschreiben, sei richtig, denn es gebe mehrere Interessenten. 

Von Ekkehard Schulreich

Die Kreisvereinigung Leipzig-Land der Freien Wähler hat ihre Kandidaten für die Landtagswahl am 1. September nominiert. Wer die Bewerber sind.

08.05.2019

Auf dem Parkplatz des Norma-Marktes in Frohburg hat sich am Montag ein Unfall ereignet. Die Polizei sucht nacht Zeugen.

07.05.2019

Eine Fünfjährige rollte in Borna mit ihrem Rad bei Rot auf die Fahrbahn. Ein Motorrad erfasst das Kind, verletzt es. Möglicherweise führte die Situation an der Ampel zu einem tragischen Missverständnis.

07.05.2019