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Geithain LVZ-Wanderung macht Station in der Heubodenherberge Linda
Region Geithain LVZ-Wanderung macht Station in der Heubodenherberge Linda
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11:18 15.08.2019
Zwickers Heuboden-Herberge komplettiert Sohn Marcel jetzt durch ein Fort als Abenteuerspielplatz für Klassen und Familien. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg/Linda

Umgrenzt von hölzernen Palisaden entsteht ein Stück Wildwest am südlichen Saum des Landkreises Leipzig: Ein kleines Fort zimmert Marcel Zwicker gegenüber der Heuboden-Herberge, die seine Eltern Kathrin und Lothar Zwicker im 5. Jahr im Frohburger Ortsteil Linda betreiben. Parallel dazu geht die Sanierung des Vierseithofes weiter.

Einen Eindruck gewinnen, wie man sich auf traditionelle Art im Heu betten kann, können die Teilnehmer der 26. LVZ-Wanderung, die am 14. September vom Lindenvorwerk aus durch das Kohrener Land führt. Bei Zwickers wird dann ein erster Stopp eingelegt.

Rustikaler Spieleboden in der Scheune in Linda

Das verwaiste Ensemble des aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammenden Bauernhofs einer neuen, ungewöhnlichen Nutzung zuzuführen, haben Zwickers nicht bereut. Viel Kraft, Enthusiasmus und Geld investierten sie, um eine rustikale Herberge für Schulklassen, Vereine, Ausflügler, aber auch für Familienfeiern zu schaffen. „Unsere Besucherzahl steigt von Jahr zu Jahr“, sagt Kathrin Zwicker, die die Herberge mit ihrem Mann seit dem Frühjahr 2015 nebenberuflich betreibt.

Beide sind mit der Landwirtschaft eng verbunden. Seither wurde das Bauen fortgesetzt. Kürzlich erst wurde die Scheune im Winkel zur eigentlichen Herberge saniert. Unter dem Dach entstand ein großer, von Gebälk geprägter Raum, der als Spieleboden dient. Eine technische Besonderheit: Der Garben-Aufzug, den es früher in vielen großen Scheunen gab und der die Arbeit ungemein erleichterte, blieb erhalten. Auch eine Dreschmaschine, die später wieder gangbar gemacht werden soll.

Bei Kathrin und Lothar Zwicker kann man sich bequem im Heu betten. Quelle: Jens Paul Taubert

Hühner-Brücke hat ausgedient

Unten zogen unter anderem Kaninchen, Wachteln und Hühner ein - „um nicht nur Stadtkindern die Natur ein Stückchen näher zu bringen“, sagt Lothar Zwicker. Der Umzug des Hühnervolks vom Nachbar-Hof, wo Zwickers zu Hause sind, hat Konsequenzen für ein kurioses Bauwerk – die Hühnerbrücke. Die montierte die Familie 1980, damit das Federvieh die Hofeinfahrt auf dem Weg vom Stall zum Garten ungefährdet queren kann.

Nur 2,05 Meter hoch, sorgte der Jahnshainer Schmied Ludwig Weber dafür, die Brücke drehbar zu lagern; schließlich musste ja auch der Trecker durchfahren. Eingeweihte Ausflügler schmunzeln angesichts dieser pfiffigen Konstruktion. „Jetzt werden wir sie abbauen. Aber bis zur LVZ-Wanderung lassen wir sie noch“, sagt Zwicker.

Sanierung geht Schritt für Schritt weiter

Wichtiger als dieser Rückbau ist ohnehin der Ausbau des Gesindehauses. Die Baugenehmigung liegt vor, und hier setzt man auf Leader-Förderung der Region Land des Roten Porphyrs, um die Kosten zu dämpfen. Eine Hof-Küche und ein Aufenthaltsraum ziehen im Erdgeschoss ein, das Gewölbe wird zum Schatzkeller, das Obergeschoss zu Büro und Lager. Bliebe nur noch das alte Wohnhaus mit seinem Fachwerk; das ebenfalls zu sanieren, hat die Familie sich vorgenommen, doch geht das alles nur Schritt für Schritt.

Derweil erfüllt sich Marcel Zwicker auf der Gegenseite der kleinen Straße auf ein paar Hundert Quadratmetern einen Kindheitstraum: ein Fort mit Türmen, Wehrgang, Koppel, einer kleinen Schmiede vielleicht. Einen Teil der Palisaden hat er schon montiert, über den Sommer arbeitet er daran, so oft er Zeit hat. Das Fort soll Tummelplatz sein für Gruppen und Familien, die in Linda Station machen. Vom überdachten neuen Freisitz der Herberge hat man einen guten Blick darauf.

Anmelden für die LVZ-Wanderung

Anmelden für die Wanderung kann man sich ab sofort. Das Telefon unter der Bornaer Nummer 03433/270721 ist Montag bis Donnerstag vom 10.30 bis 15 Uhr und Freitag von 10 bis 12 Uhr geschaltet. Dann erfährt jeder Teilnehmer seine aktuelle Startzeit. Vor Ort ist eine Startgebühr von drei Euro zu entrichten; Kinder bis 15 Jahre zahlen einen Euro. Anmeldeschluss ist der 9. September.

Von Ekkehard Schulreich

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