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Geithain Linden fallen in Bad Lausicks Lindenstraße
Region Geithain Linden fallen in Bad Lausicks Lindenstraße
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11:57 16.03.2019
Baumfällung in der Lindenstraße. Quelle: Ekkehard Schulreich
Bad Lausick

31 Linden werden im Bad Lausicker Kurpark in den nächsten Tagen fallen. Doch ob die Stadt den Straßenbau samt Neupflanzung in der Auen- und der Lindenstraße 2019 wird realisieren können, ist offen. Die Kommunalen Wasserwerke Grimma-Geithain planen seit Längerem schon den Austausch von Leitungen in beiden Straßen. Weil danach von den Fahrbahnen kaum noch etwas übrig sein dürfte, will die Kommune ihrerseits mitziehen. Ob sie jedoch die nötige Förderung bekommt, weiß sie nicht. Dabei drängt die Zeit, soll das komplexe Vorhaben noch in diesem Jahr weit vorankommen. Die Wasserwerke haben ebenfalls noch keine Förderzusage.

Die Linden in der Lindenstraße werden gekappt und gefällt. Quelle: Ekkehard Schulreich

Ohne Förderzusage kein Bau

„Bitter wäre es, wenn wir das Geld nicht kriegten. Dann hätten die Bäume noch ein Jahr stehen können“, sagt Andreas Dathe vom Tiefbauamt der Stadt. Die Lindenallee, die das Kurviertel durchaus präge, werde bis Ende März beseitigt. Dafür gebe es die Genehmigung der Naturschutzbehörde. Die Fällung, die in dieser Woche begann, werde fachlich begleitet. Würden Fledermäuse und andere geschützte Arten entdeckt, werden sie umgesiedelt. Betroffen ist der Bereich der Auenstraße zwischen der Wiesen- und der Lindenstraße und die Lindenstraße selbst zwischen der Auenstraße und dem Schwanenteich. 31 Linden werden gefällt – „und genau 31 neue Bäume haben wir in den Planungen für die neuen Straßen unterbringen können“, sagt Dathe. In der Lindenstraße würden selbstredend wieder Linden in die Erde gebracht. Was in der Auenstraße gepflanzt wird, sei noch nicht entschieden; da kämen durchaus auch andere Baumarten in Betracht.

Straße und Gehweg werden eins

„Der Kanalbau ist ursächlich für unseren Straßenbau“, so der Rathaus-Mitarbeiter. Die Neugestaltung der Verkehrsflächen mache aber durchaus Sinn, denn in der Lindenstraße gebe es derzeit keine Straßenbeleuchtung. Aufgrund der starken Bäume seien Gehwege kaum nutzbar. Künftig wird nicht mehr in Straße und Gehweg unterschieden. Der Technische Ausschuss bestätigte schon vor Monaten die Schaffung eines verkehrsberuhigten Bereichs. Für Fußgänger werde lediglich ein Abschnitts auf dem Asphalt markiert. Zudem werde die Straßenbeleuchtung erneuert beziehungsweise erstmals gesetzt.

Vorausgesetzt, das Land gibt die Förderung frei, ohne die die Kurstadt das Vorhaben nicht stemmen kann. Allein ihr Part wird auf 470.000 Euro beziffert; in dieser Summe ist der Kanal- und Leitungsbau gar nicht enthalten. Der Förderantrag sei übers Landratsamt fristgerecht an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr gegangen, sagt Andreas Dathe: „Ob und wann wir etwas bekommen, wissen wir nicht. Es gibt vage Hinweise, dass die Bescheide im April rausgehen könnten.“ Das wäre sehr spät, um ein so umfangreiches Bauvorhaben dann noch bis zum Ende des Jahres zu großen Teilen bearbeiten zu können – zumal ja zahlreiche sächsische Kommunen in derselben Lage sind und nach Erhalt des Bescheides sofort die Bauleistungen ausschreiben würden.

Problematischer noch wäre aber, wenn Bad Lausick leer ausgeht. Das Land stelle 80 Millionen Euro zur Verfügung; die dafür eingereichten Anträge haben dem Vernehmen nach wohl ein Volumen von 290 Millionen Euro, so Dathe. Das zeige, dass sicherlich viele Kommunen schlechte Karten haben. Gehört Bad Lausick zu jenen, die zurückstehen müssten, sei zu prüfen, ob die Wasserwerke derweil allein loslegen. Das aber würde unweigerlich die Kosten erhöhen – und dann hätten die Linden auch noch einen Sommer stehen bleiben können.

Wasserwerke warten auch auf Förderbescheid

„Wir haben einen Fördermittel-Antrag bei der Sächsischen Aufbaubank gestellt. Sofern der Bescheid rechtzeitig eingeht, soll im Mai oder Juni Baubeginn sein“, sagt Lutz Kunath, Geschäftsführer des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain. Erneuert werden sollen 475 Meter Abwasserkanal im Bereich Auenstraße, Lindenstraße, Talstraße und Wiesenstraße sowie die Grundstücksanschlüsse. Auf 435 Meter kommen neue Wasserleitungen in den Boden, Hausanschlüsse inklusive. Er rechne mit Zuschüssen von 122.000 Euro, wobei die gesamte Maßnahme des Verbandes auf 400.000 Euro veranschlagt sei. Aus Kunaths Sicht werden sich die Arbeiten bis ins Jahr 2020 ziehen. Danach folge der Straßenbau.

Von Ekkehard Schulreich

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