Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain MRB kündigt Austausch der Nostalgie-Züge an
Region Geithain MRB kündigt Austausch der Nostalgie-Züge an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:41 07.08.2018
Die hohen Ein- beziehungsweise Ausstiege sind vor allem für ältere Menschen und Mütter mit Kinderwagen ein echtes Hindernis. Quelle: Nathalie Rippich
Landkreis Leipzig

Die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) will ihren zwischen Leipzig, Bad Lausick, Geithain und Chemnitz verkehrenden Nostalgie-Regionalexpress Anfang 2019 von der Schiene nehmen und zeitgemäße Wagen einsetzen. Diese Ankündigung des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) Anfang Juli betrachtet man im Bad Lausicker Rathaus nicht als eine Innovation, für die man sich gegenseitig auf die Schulter klopfen müsste. „Damit sind wir dann hoffentlich wieder dort, wo wir schon vor Jahren waren: bei einem Standard, der selbstverständlich sein sollte, den die Waggon aus Reichsbahn-Zeiten aber nicht bieten können“, sagt Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos).

Grundsätzliche Zumutung für eine Kurstadt

Nicht nur, dass es Älteren und Familien mit Kinderwagen schwer falle, die steilen Stufen zu erklimmen. Nicht nur, dass es für eine Kurstadt wie Bad Lausick grundsätzlich eine Zumutung sei, Züge ohne Barrierefreiheit rollen zu lassen. Und ganz zu schweigen von Probleme mit den Toiletten, von Verspätungen und Zugausfällen. „Was die Menschen, die an der Strecke leben, nervt, ist der Lärm, den diese Züge verursachen. Das betreffe nicht nur Anlieger des Bahnhofs, sondern ebenso Anwohner Lauterbachs und Buchheims. „Das ist ein Thema, das immer wieder zur Sprache kommt.“ Dass ein Austausch des Fuhrparks erfolgen werde, habe man Geithain mitgeteilt, bestätigt Bürgermeister Frank Rudolph (UWG). „Das wäre gut und würde den Komfort für alle erhöhen.“ Die Strecke sei sehr gut ausgelastet und schaffe vor allem für die Stadt Geithain, die außerdem via S-Bahn und Regionalbahn hervorragend angebunden sei, aber auch für Narsdorf eine attraktive Verbindung – zumindest von den Fahrzeiten her. Dass des der ZVNL seinerzeit gestattet habe, hier Wagen aus einer längst vergangenen Epoche aufs Gleis zu stellen, hätten viele von Anfang an nicht verstanden.

Lärmpegel entlang der Strecke grenzwertig

Von diesen Nöten nur am Rande betroffen ist Frohburg. Der Regionalexpress rattert auf seiner Fahrt zwischen Bad Lausick und Geithain unmittelbar an den Ortslagen Hopfgarten und Tautenhain vorbei, allerdings ohne Halt. „Beschwerden von Reisenden oder Anliegern habe ich noch nicht auf dem Tisch gehabt, obwohl ich in Tautenhain selbst überrascht war, wie laut doch die Bahngeräusche am Tage im Gegensatz zur S-Bahn in Frohburg sind“, sagt Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW). Eigentlich müssten diejenigen, die Lizenzen für Strecken erteilten, prüfen, ob die Bieter überhaupt in der Lage seien, einen angemessenen Fahrkomfort zu garantieren. „Demzufolge hätten derartige Mindestanforderungen bereits bei der Ausschreibung formuliert werden müssen.“

Mit dem Austausch der Züge soll auch die Lärmbelastung entlang der Strecke sinken. Quelle: Andreas Döring

Was die von der Politik in Aussicht gestellte Elektrifizierung dieser Strecke samt zweigleisigen Ausbaus bedeute, müsse abgewartet werden, so Hiensch. „Ich glaube kaum, dass ich das in meiner Amtszeit noch erlebe.“ Die endet mit der nächsten Bürgermeister-Wahl 2022. Vorteile erwartet sein Bad Lausicker Amtskollege nicht – eher Verschlechterungen. „Würden hier ordentliche Züge fahren, wäre es für uns alle in Ordnung. Dann sind wir schneller in Leipzig als eine S-Bahn“, sagt Hultsch. Ein ICE oder IC würde in der Kurstadt gewiss nicht halten. Streckenausbau und Betrieb wären mit Lärm und hohem Flächenverbrauch verbunden. Der Bahnübergang an der Ballendorfer Straße (B 176) müsste durch einen Tunnel ersetzt werden - ein Vorhaben, was in den Nachwende-Jahren bereits diskutiert, dann aber verworfen wurde. Hultschs Fazit: Chemnitz würde mit dem Ausbau sicher gewinnen, Bad Lausick nicht.

Automatische Türen und W-Lan im Zug

Eine Kombination aus Doppelstockwaggons und normalen Reisezugwagen soll „ab dem ersten Quartal 2019“ rollen, hatte die MRB angekündigt (die LVZ berichtete). Erstere verfügten über automatische Türen, breite Einstiege, ein rollstuhlgerechtes WC – und sogar WLAN. Zudem sollen Scheiben- anstelle der Reichsbahn-Klotzbremsen die Fahrtgeräusche deutlich verringern. Die Zahl der Sitzplätze erhöhe sich um 50 auf 350 pro Zug. Das Land Sachsen beteiligt sich am Kauf und der Modernisierung der Wagen und übernimmt die Hälfte der dafür veranschlagten elf Millionen Euro.

Von Ekkehard Schulreich

Ohne sie wären alle aufgeschmissen: Ob Hochwasser, schwerer Unfall, Evakuierungen – auf die ehrenamtlichen Katastrophenschützer kann man setzen. Doch sie ärgern sich, dass sie nur Helfer zweiter Klasse sind.

07.08.2018

Wenn die Flößberger Kindertagesstätte 2019 endlich saniert wird, geht das nur ohne Kinder. Die sollen in drei anderen Einrichtungen betreut werden. Eltern haben mit dem Konzept der Stadt ihre Probleme.

06.08.2018

1550 Kaninchen und Hunderte Besucher: Tautenhain war am Wochenende ein Muss für viele Züchter nicht nur aus Sachsen, sondern aus der gesamten Bundesrepublik.

09.08.2018