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Geithain Müntefering verteidigt Rente mit 67 bei Besuch in Wurzen
Region Geithain Müntefering verteidigt Rente mit 67 bei Besuch in Wurzen
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11:38 12.07.2019
Franz Müntefering und Birgit Kilian. Quelle: Nikos Natsidis
Wurzen

Wenn es ein Beispiel für einen aktiven Senioren gibt, dann kommt er dafür in Frage: Franz Müntefering, früherer SPD-Partei- und Bundestagsfraktionschef. Schließlich ist er Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren (BAGSO) und Beiratschef des Berliner Demografie-Forums und war damit am Donnerstagabend quasi als Fachmann zu Gast bei einer Diskussionsrunde mit der SPD-Landtagskandidatin Birgit Kilian im Wurzener Schweizergarten. Titel der Veranstaltung: „Generationen im Gespräch“.

Müntefering: Chancen für Senioren

Dass er insbesondere für die ältere Generation große Möglichkeiten zur aktiven Mitarbeit auch nach dem Ende des Berufslebens sieht, daran ließ der Erfinder der Rente mit 67 im LVZ-Gespräch keinen Zweifel. Die hält er auch jetzt noch für richtig. „Die Menschen werden heute nicht mehr 65 oder 68 Jahre alt.“ Sondern eher 80 und mehr.

Vermittlungsprobleme bei der Rente mit 67

Allerdings räumt Müntefering ein, dass es bei der Einführung des neuen Rentenalters durchaus Vermittlungsprobleme gab. Die Idee zur Rente mit 67, deren Einführung als einer der Gründe für die schlechten SPD-Wahlergebnisse seit 2009 gilt, sei aber aus eine bestimmten Situation heraus entstanden. „Das begann 2001“ und damals sei von den Über-55-Jährigen nur noch die Hälfte berufstätig gewesen. Viele Unternehmen hätten die verbreitete Frühverrentung ausgenutzt und statt älterer Arbeitnehmer jüngere und damit billigere Arbeitskräfte eingestellt.

Renteneintritt heute mit 62 Jahren

Mittlerweile liege das tatsächliche Renteneintrittsalter bei 62, 63 Jahren. Und es werde oft vergessen, dass Arbeitnehmer nach 45 Jahren weiterhin mit 65 Jahren in Rente gehen können, so der Mann vom Jahrgang 1940.

Empfehlung: Immer die Wahrheit sagen

Müntefering, erstmals in Wurzen, war zur Unterstützung von SPD-Landtagskandidatin Kilian gekommen. Empfehlung des erfahrenen Wahlkämpfers, der einst mit der legendären Kampa in der Baracke, der alten SPD-Zentrale in Bonn, die entscheidenden Weichen für den Sieg des SPD-Kanzlerkandidaten Gerhard Schröder gestellt hatte: „Man muss den Menschen immer die Wahrheit sagen.“

Von Nikos Natsidis

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