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Geithain Neue Schau in der Naturschutzstation Eschefelder Teiche
Region Geithain Neue Schau in der Naturschutzstation Eschefelder Teiche
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14:03 08.10.2019
Blick in die neue Ausstellung „Lebensraum Eschefelder Teiche“ im Teichhaus Eschefeld. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg

Sie macht neugierig auf das Naturschutzgebiet Eschefelder Teiche, ehrt zugleich den aus Colditz stammenden, international renommierten Tierfotografen Helmut Drechsler: Eine bemerkenswerte Doppel-Schau eröffnete der sächsische Landesverband des Naturschutzbundes (Nabu) am Dienstag im Teichhaus Eschefeld, das inmitten eines der ältesten Naturschutzgebiete Sachsens liegt und das der Verein seit Jahren betreibt.

Die Ausstellung ist dauerhaft nicht nur zu sehen, sondern auch zu erleben, denn im Obergeschoss ist ein Forscherzelt aufgestellt. Hier läuft ein Zeitraffer-Video über die Teiche nach einem Drehbuch Drechslers. Zudem gibt es ein Spiel, das für Menschen allen Alters faszinierend ist.

Die neue Ausstellung „Lebensraum Eschefelder Teiche“ im Teichhaus Eschefeld ist eröffnet. Quelle: Jens Paul Taubert

Schönheit und Verletzlichkeit der Natur nahe gebracht

„Endlich ein Nachwuchs, auf den man stolz sein kann.“ - Mit diesem auf Helmut Drechsler (1916 bis 1960) gemünzten Satzzitierte Dr. Maria Vlaic vom Nabu-Landesvorstand den Pionier des deutschen Tierfilms Hans Hermann Schomburgk. Drechsler habe es verstanden, „Groß und Klein für die Natur zu begeistern und auf ihre Verletzlichkeit hinzuweisen“.

Helmut Drechsler war ein bekannter Tierfotograf. Quelle: Christian Fest

Zwischen 1946 und 1953 hielt sich er sich immer wieder im Gebiet und im Teichhaus auf; Teile seines Buches „Teichsommer“ entstanden hier. Vlaic: „Wenn man sich hier auf Zeitreise begibt, sieht man die Welt mit anderen, mit Helmut Drechslers Augen.“

Teichtagebücher sind ein Schatz

Besucher besser über das Natur- und Vogelschutzgebiet zu informieren, wollen Janine Kirchner und Philipp Wöhner, seit sie 2015 die Station übernahmen. Als zwei Jahre später der Freistaat eine Förderung zusagte, konnte geplant werden. Claudia Naumann aus Dresden konzipierte die Schau, gestützt auf Drechslers Nachlass. Die Theaterplastiker Lili Laube und Robert Frenzel fertigten Exponate.

„Lebensraum Eschefelder Teiche“ heißt die neue Schau im Teichhaus Eschefeld. Quelle: Jens Paul Taubert

Die Naturschutzbehörde des Landkreises Leipzig wurde ins Boot geholt, außerdem Menschen wie Albert Peter Bräuer aus Colditz, der Drechslers Lebenswerk bewahrt, und Bernd Voigtländer aus Radebeul, der zum 100. Geburtstag des Fotografen bereits eine Würdigung in der Lausitz realisierte. Das Teichhaus sei der passende Ort, an Drechsler zu erinnern, ist Voigtländer überzeugt. Die Teichtagebücher, in die Ornithologen und andere Besucher seit 1912 (!) ihre Beobachtungen notierten und die auch Drechsler bereicherte, seien „ein großer Schatz“. Die Ausstellung mache ihn zugänglich.

Angebote für Menschen jeden Alters in Eschefeld

An einem Tresen im großen Veranstaltungsraum können sich Besucher über das Gebiet informieren, einen Vogel-Sprachkurs absolvieren oder Platz nehmen an einem Schreibtisch aus Drechslers Zeit. „Wer Lust hat, mehr zu erfahren, findet hinter vielen Türen, in vielen Schüben mehr“, sagt Janine Kirchner: „Versteckte Botschaften, die zu den nächsten Exponaten führen.“

Das Teichhaus ist in der Regel dienstags und mittwochs von 10 bis 18 Uhr geöffnet, außerdem nach Absprache. Kontakt: Telefon 034348/53895, www.teichhaus-eschefeld.nabu-sachsen.de.

Von Ekkehard Schulreich

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