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Geithain Prießnitzer Anwalt gestaltet als Möbeldesigner edle Tische
Region Geithain Prießnitzer Anwalt gestaltet als Möbeldesigner edle Tische
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12:00 16.08.2019
Edles Holz mit koloriertem Epoxidharz kombinieren, Ricky Radünz setzt darauf beim Design seiner Couchtische. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg/Prießnitz

Die Fliege, die Rechtsanwalt Ricky Radünz in seiner Kanzlei und im Gerichtssaal anlegt, ist selbst kreiert – nicht aus Stoff, aus Holz. Der Leipziger, seit seiner Kindheit auf das Engste verbunden mit Prießnitz, betreibt in diesem Frohburger Ortsteil eine Werkstatt. Hier entwirft und baut er Möbelstücke aus edlen Hölzern. Vor allem Couch- und Landhaus-Tische verkauft er seit einigen Jahren via Internet unter seiner Marke villa-brocante deutschlandweit und darüber hinaus. Und auch hier, im Dorf, trägt er – Fliege.

Die Fliege am Hals trägt Ricky Radünz nicht nur, wenn er als Anwalt tätig ist. Sie ist selbstredend eine Eigen-Kreation. Quelle: Jens Paul Taubert

Kanzlei- und Werkstatt-Profession unter einem Hut

„Bei dieser Bandbreite musst du Tischler sein, Sattler, Schneider und Anwalt, um als Unternehmer bestehen zu können“, klärt der 40-Jährige die Frage, wie sich Kanzlei- und Werkstatt-Profession miteinander vereinbaren lassen. In Borna geboren, in Chemnitz aufgewachsen, studierte Radünz in Leipzig Jura, ist hier als Anwalt selbstständig und spezialisiert auf Verkehrs- und Strafrecht. „Prießnitz war immer mein Bezugspunkt. Hier, im Haus der Uroma, fand ich auch die Ruhe für das, was ich während des Studiums zu schreiben hatte“, blickt er zurück. Unter demselben Dach arbeitet er heute mit Holz, wenn er den Kopf freibekommen möchte.

Seine Frau und seine 17 Monate alte Tochter schätzen diesen Landaufenthalt ebenso. Eine Beschäftigung, die ihn erde, sagt er, die Genuss sei, denn: „Selbst nach einem erfolgreich geführten Prozess vor Gericht gibt es kein sichtbares Ergebnis, nichts Bleibendes.“ Wenn er indes an der Abrichte steht, wenn er besonders ausgeformte Hölzer mit Epoxidharz zu einer unikaten Tischplatte verbindet, schon. Und: „Den grünen Daumen hatte ich schon immer.“

Die Präzision reicht bis zur Lagerung des Werkzeugs in der Holzwerkstatt. Quelle: Jens Paul Taubert

Alte Möbel, die aufzuarbeiten waren, standen vor einem knappen Jahrzehnt am Anfang dieser handwerklich-künstlerischen Hinwendung. Ein paar Tische und Nachtschränkchen vom Flohmarkt richtete er wieder her, das Vertiko des Großvaters wurde zu einem Schrank, um hochprozentige Tropfen zu verwahren.

Mitunter aber waren so viele Teile zu ersetzen, dass nicht nur die Fertigkeiten wuchsen, sondern auch die Erkenntnis reifte: „Es ist einfacher und beglückender, schöne Dinge neu zu bauen.“ Das tut Ricky Radünz seit 2013 konsequent. Die Marke villa-brocante hat er sich schützen lassen. Villa steht für Landhaus, für Ursprung, das französische Brocante für Altwaren, Antiquitäten.

Olivenholz aus Italien, Eiche wird selbst geräuchert

„Ich mache nur noch meine eigenen Kollektionen. Ich produziere lokal – und ich mache nur, woran ich selbst Freude habe“, sagt Radünz. Das ist nichts aus dem Katalog, nichts Biederes. Metallgestelle für die Couchtische fertigt der Prießnitzer Metallgestalter Daniel Hupfer, und auch Schneider und Sattler sind in der Region zu Hause.

Seine Hölzer, zertifiziert, wählt Radünz sorgfältig aus: Eiche, die er mitunter selbst noch räuchert, knorrig gewachsene Olive aus Italien, burgunderrotes Amaranth-Holz aus Südamerika. „Und 100-jähriges Unterwasser-Holz aus dem Panama-Kanal, das dort seit der Flutung ruht und jetzt im Zuge der Fahrrinnen-Erweiterung unter Wasser gefällt wird.“ Designerware sind Griffe und Beschläge.

Diese Tischplatte des Desigers besteht aus Holz und Harz. Quelle: Jens Paul Taubert

Was er gestaltet, schmückt Wohnungen und Häuser vor allem in den Metropolen des deutschen Westens, in Paris, London. „Das geht im Grunde nur international“, sagt er; eine Frage des Preises und der Lebensart. Unbenommen davon ist er gern mit seinen Kreationen vor Ort, wenn der Heimatverein Prießnitz/Trebishain im Ritterguts-Hof die Schlossweihnacht ausrichtet. Neben Tischen aus massivem Holz oder aus Holz-Epoxidharz-Kombinationen (“Ein neuer Trend“) hat er auch Kleineres im Angebot, besonders geformte Küchenbretter etwa – oder eben Woodflys, elegante, verspielte Binder aus geschichtetem Holz.

Von Ekkehard Schulreich

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